04.11.2020, 09.39 Uhr

Prozess am Landgericht Ingolstadt: Freund (41) abgestochen! Angeklagte (30) spricht von Notwehr

Den Polizisten bot sich kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres ein schreckliches Bild, als sie nach einem Notruf in Neuburg-Bittenbrunn eintrafen: Ein 41-Jähriger war erstochen worden, der Tatort ein Blutbad. Jetzt steht seine Freundin (30) vor Gericht.

Am Landgericht Ingolstadt wird einer 30-Jährigen der Prozess wegen Totschlags gemacht. Die Frau soll ihren Freund (41) mit einem Messer getötet haben. Bild: Lino Mirgeler / picture alliance / dpa

Als kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres den meisten Menschen der Sinn danach stand, die Festlichkeiten zu den Feiertagen vorzubereiten, wurde die Polizei in Neuburg-Bittenbrunn im bayerischen Landkreis Schrobenhausen zu einem dramatischen Einsatz gerufen. Eine junge Frau hatte die Beamten nach einem Streit gerufen, bei der ihr 41 Jahre alter Freund tödlich verletzt wurde.

Frau (30) setzt nach tödlichem Streit mit Freund (41) Notruf ab

Der Mann wurde von der Polizei, so ist es in der "Bild" zu lesen, in einer Blutlache liegend und nicht ansprechbar vorgefunden. Die 30-jährige Partnerin des Opfers hatte den Notruf selbst abgesetzt und Hilfe gerufen. Die Frau gab an, es habe einen Streit gegeben, die Blutspuren am Tatort wiesen darauf hin, dass sich ein blutiger Kampf abgespielt hatte. Der Mann war beim Eintreffen der Rettungskräfte nicht nur bewusstlos, wie die Frau den Ermittlern gegenüber vermutete, sondern tot. Messerstiche sollen todesursächlich gewesen sein. Auch die 30-Jährige wies Schnittverletzungen auf.

"Der spielt das doch nur": 41-Jähriger durch Messerstiche gestorben

Obwohl der 41-Jährige nicht reanimiert werden konnte, schien seine Partnerin den Tod nicht begreifen zu wollen. "Der spielt das doch nur, der meint das nicht so", soll die junge Frau gerufen haben. Bei der Spurensicherung am Tatort konnten Betäubungsmittelreste in einer Toilette gesichert werden, auch die mutmaßliche Tatwaffe war augenscheinlich gereinigt worden.

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Wegen Totschlags angeklagt: Prozess am Landgericht Ingolstadt gegen 30-Jährige

Nun muss sich die junge Frau vor dem Landgericht Ingolstadt wegen Totschlags verantworten. Zu Prozessbeginn soll die Angeklagte der "Bild" zufolge keine Aussage gemacht haben, dem Gericht wurden lediglich Aufzeichnungen des abgesetzten Notrufs vorgespielt. Am zweiten Prozesstag, der für Dienstag, den 03.11.2020 anberaumt ist, räumte die Angeklagte nun die Tat ein. Allerdings tischte sie den Richtern eine Notwehr-Geschichte auf. Das zumindest berichtet die "Bild"-Zeitung am Mittwoch. "Ich habe ihn ausge­nutzt, damit er meine Drogen­sucht finanziert. Den Sex mit ihm ertrug ich nur alkoholi­siert.", wird die junge Frau zitiert.

Angeklagte will in Notwehr gehandelt haben

Weiter erklärte sie, dass ihr Opfer auf Erniedrigung ge­standen habe. "Er wollte, dass ich ihn bestrafe und Fesselspiele mit ihm mache. Ich sollte ihn wie einen Hund behandeln, in den Penis beißen und ins Ge­sicht schlagen." Ins Schlaf­zimmer habe er nur mit ihrer Erlaubnis gedurft: "Das war mein Reich. Wir spielten Sklave und Königin." Am Tattag habe er es jedoch nicht mehr ertragen, dass sie vor seinen Augen mit anderen Männern schlief: "Er hatte ein Messer in der Hand und sag­te 'Ich mach dich jetzt weg'", ließ die Angeklagte ihre Ver­teidigerin Christina Keil vor­tragen.

Doch am Tag vor Heiligabend 2019 habe er es nicht mehr ertragen, dass sie ständig vor seinen Augen mit anderen Männern schlief: "Er hatte ein Messer in der Hand und sag­te 'Ich mach dich jetzt weg'", ließ die Angeklagte ihre Ver­teidigerin Christina Keil vor­tragen. Im Rausch habe sie schließlich ein Messer gegriffen und es ihm in die Brust gerammt. Sie selbst behauptet, sie habe in Notwehr gehandelt. "Mir war klar, dass einer Junkie-Braut keiner glaubt, dass nicht ich Rene, sondern er mich umbringen wollte. In Panik habe ich daher ver­sucht, Spuren zu beseitigen.", erklärte die Angeklagte laut "Bild". Das Urteil am Landgericht Ingolstadt fällt voraussichtlich am 17. November.

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loc/news.de

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