02.07.2020, 08.42 Uhr

"Aktenzeichen XY... ungelöst" im ZDF: 800 neue Hinweise! Wird das Rätsel um Maddie jetzt gelöst?

Nach dem erneuten Zeugenaufruf zum Vermisstenfall Madeleine McCann in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" gingen mehr als 800 Hinweise beim BKA ein. Der Anwalt des Verdächtigen rüffelt die Ermittler jedoch.

Der Fall Maddie McCann wurde bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" am 1. Juli 2020 erneut thematisiert. Bild: ZDF / picture alliance / dpa

Maddie, wo bist du? Seit Mai 2007 fehlt von Madeleine McCann jede Spur. Das damals dreijährige Mädchen verschwand während eines Familienurlaubs in Portugal spurlos aus einer Ferienanlage. Vor einigen Wochen ist wieder Bewegung in den Vermisstenfall gekommen - jetzt wurde der Fall abermals bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" thematisiert.

Madeleine McCann vermisst: 800 neue Hinweise im Fall der vermissten Maddie

Am Mittwoch, dem 1. Juli 2020, wandten sich die Ermittler im Fall Maddie in der ZDF-Sendung mit einem erneuten Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit. Und das offenbar mit Erfolg: Seit Anfang Juni seien mehr als 800 Hinweise beim Bundeskriminalamt (BKA) eingegangen. Einige Hinweise seien jetzt schon als weiterführend für die Ermittlungen zu bezeichnen, sagte BKA-Ermittler Christian Hoppe am Mittwoch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst".

Christian B. unter Mordverdacht! Hat dieser Deutsche die kleine Maddie entführt?

Ein 43 Jahre alter Deutscher, der wegen anderer Delikte inhaftiert ist, steht im Verdacht, die dreijährige Britin am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz entführt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen den Mann wegen Mordverdachts. Auf seine Spur kamen die Ermittler nach eigenen Angaben bereits durch einen Hinweis nach einer ZDF-Sendung zum Fall Maddie im Oktober 2013.

Polizei sucht im Fall Maddie Zeugen und Hinweise zu portugiesischer Handynummer

Am 3. Mai 2007 soll der Verdächtige zu "tatrelevanter" Zeit in Praia da Luz mit dem Handy telefoniert haben. Die Fahnder sind daher immer noch auf der Suche nach dem Nutzer einer portugiesischen Handynummer, die am Mittwoch in der ZDF-Sendung eingeblendet wurde. BKA-Ermittler Hoppe appellierte an alle Zuschauer, die bis Juni 2007 Kontakt zu portugiesischen Telefonnummern hatten, in ihren alten Handys, Telefonbüchern oder Rechnungen nach der Nummer zu suchen. Auf Nachfrage wollte er sich nicht dazu äußern, ob die vorliegenden Indizien gegen den 43-Jährigen bereits für eine Anklage ausreichen.

Anwalt von Mordverdächtigem übt scharfe Kritik an Ermittlungen gegen Christian B.

Derweil kritisierte der Anwalt des Verdächtigen die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig nach der Sendung scharf. "Die Staatsanwaltschaft hat sich offensichtlich auf unseren Mandanten eingeschossen und probiert nun auf Biegen und Brechen, ihre Beweisnot zu beheben", sagte Rechtsanwalt Friedrich Fülscher am Mittwochabend RTL/n-tv. Auf den beweisgestützten Verdacht der Staatsanwaltschaft sei er sehr gespannt. "Ich halte diese Aussage der Staatsanwaltschaft Braunschweig für unheimlich gewagt."

Fülscher verteidigt Christian B. gemeinsam mit dem Hamburger Rechtsanwalt Johann Schwenn. Fülscher sagte, sein Mandant sei völlig anders als in der Öffentlichkeit dargestellt. "Ich erlebe ihn als sehr ruhigen und freundlichen Gesprächspartner." Sein Mandant wolle auf sein Anraten hin weiter keine Angaben zu den Vorwürfen machen.

Vorbestrafter Deutscher im Fall Maddie des Mordes verdächtigt

Als Maddie verschwand, war der Mann 30 Jahre alt. Er hielt sich zwischen 1995 und 2007 regelmäßig in der Region auf. Sowohl in Deutschland als auch Portugal wurde er mehrmals straffällig. Laut "Spiegel" weist sein Strafregister 17 Einträge auf.

FOTOS: "Aktenzeichen XY... ungelöst" Mit diesen Bildern fing alles an
zurück Weiter "Aktenzeichen XY... ungelöst": Mit diesen Bildern fing alles an (Foto) Foto: ZDF / Hermann Roth/spot on news Kamera

Für die Polizei in Großbritannien gilt Maddie weiterhin als vermisst. Die Annahme der deutschen Ermittler, dass sie nicht mehr am Leben ist, hatte dort viel Aufsehen und Verwirrung hervorgerufen. Zahlreiche Medien hatten daraufhin spekuliert, in Deutschland müssten eindeutige Beweise für Madeleines Tod vorliegen.

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loc/news.de/dpa

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