16.06.2020, 08.38 Uhr

Fall Madeleine McCann: Weiteres Opfer? Hat der Maddie-Verdächtige auch Tristan (13) ermordet?

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Mord an Tristan Brübach und dem Fall Maddie McCann? Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, könnte zwischen den beiden Fälle eine Verbindung bestehen. Der 13-jährige Junge wurde 1998 tot in Frankfurt aufgefunden. Der Fall gilt bis heute als ungeklärt.

Der Fall Madeleine McCann bringt immer neue erschreckende Details über den Maddie-Verdächtigen Christian B. zu Tage. Bild: dpa

Neue Entwicklungen im Vermisstenfall Madeleine McCann. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft überprüft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Fall Maddie und dem Fall Tristan. "Wir prüfen, ob es Querverbindungen geben kann", sagte ein Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Montag. Zuvor hatte die "Frankfurter Neue Presse" darüber berichtet.

Fall Maddie McCann: Hat Christian B. Tristan Brübach ermordet?

Anfang Juni hatten das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend mitgeteilt, dass der wegen anderer Delikte inhaftierte Christian B. im Fall Madeleine McCann unter Mordverdacht steht. Das damals dreijährige britische Mädchen verschwand 2007 aus einer Apartmentanlage im portugiesischen Praia da Luz.

Staatsanwaltschaft überprüft Parallelen zum Fall Madeleine McCann

Es sei "eigentlich eine Routinemaßnahme", in solchen Fällen zu schauen, ob des Parallelen geben kann, sagte Oberstaatsanwalt Noah Krüger der dpa. Es sei zu früh, "um zu spekulieren". Die verstümmelte Leiche des 13-jährigen Tristan Brübach wurde 1998 im Frankfurter Stadtteil Höchst gefunden. Der Fall konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.

Ungeklärter Kindermord: Tristan Brübach wurde 1998 in Frankfurt verstümmelt aufgefunden

Erst heute kommt offenbar Bewegung in den Fall. "Tathergang und Phantombild aus dem Tristan-Fall könnten Ähnlichkeiten aufweisen.", sagte der Staatsanwalt Noah Krüger zu "Bild". Tristan Brübach verschwand am Nachmittag des 26. März 1998 gegen 15.30 Uhr. Zeugen hatten damals beobachtet, wie ein Mann in einem Tunnel des Liederbaches etwas zu einem Betonsockel abgelegt hatte und sich daran zu schaffen machte. Nach BKA-Angaben wurde der Junge bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und gewürgt. Tristans Tod erfolgte schließlich durch einen Schnitt durch die Kehle, berichtet die "Bild"-Zeitung. Auch soll der Täter seinem Opfer den Hoden entfernt haben. Die abgetrennten Körperteile wurden nie gefunden.

Fall Maddie: Verbindung zur verschwundenen Inga wird geprüft

Der Fall Tristan ist nicht der einzige Fall, der neben der vermissten Madeleine McCann, mit Christian B. in Verbindung gebracht wird. Auch von der Staatsanwaltschaft Stendal wurden mögliche Verbindungen zum Verschwinden der fünfjährigen Inga untersucht. In dem Fall des 2015 in Sachsen-Anhalt verschwundenen Mädchens sehen die Ermittler in Stendal aber keine Hinweise auf eine Beteiligung des im Fall Maddie mordverdächtigen Mannes, hieß es zuletzt. Neben weiteren Fällen in Deutschland machten auch belgische und niederländische Ermittler alte Akten noch einmal auf.

Staatsanwaltschaft räumt ein: Es gibt keine Beweise, dass Maddie tot ist

Im Fall Maddie betonten die Ermittler erneut, keinerlei Anhaltspunkte dafür zu haben, dass das Mädchen noch lebt. Einen forensischen Beweis dafür gebe es aber nicht, daher bleibe eine "gewisse Hoffnung", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Hans Christian Wolters. Es handele sich um eine "rein theoretische Möglichkeit", sagte er mit Blick die Frage, ob Madeleine McCann heute noch leben könnte. Dies hatte er zuvor auch dem britischen "Mirror" gesagt.

Demnach wolle er die Hoffnung nicht zerstören. In Deutschland seien aber in solchen Fällen Mordermittlungen üblich. Anders als die deutschen Ermittler geht Scotland Yard nach 13 Jahren weiter von einem Vermisstenfall aus.

Madeleine McCann wird seit 2007 vermisst

Die fast vierjährige Maddie verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Apartmentanlage im portugiesischen Praia da Luz. Anfang Juni teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend mit, dass ein wegen anderer Delikte inhaftierter 43-jähriger Deutscher unter Mordverdacht steht. Schnell war klar, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Mann handelt, der derzeit in Kiel eine alte Haftstrafe wegen Drogenhandels absitzt. Zudem ist der Mann wegen sexueller Straftaten verurteilt worden.

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sba/news.de/dpa

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