21.04.2020, 08.28 Uhr

Unwetter für April 2020 aktuell: Polarwirbel kurz vorm Kollaps! Droht uns ein eisiges Wintercomeback?

Laut Meteorologen steht der Polarwirbel am Ende seiner Lebensdauer. Ein Zusammenbruch könnte auch das Wetter in Deutschland massiv beeinflussen. Droht uns ein später Wintereinbruch?

Laut Meteorologen droht der Polarwirbel zusammenzubrechen. Bild: AdobeStock / bakhtiarzein

Bis zum Ende des Monats setzen sich gleich mehrere Hochdruckgebiete über den Nordatlantik fest. Die Folgen für das Wetter in Europa und das Meereis der Arktis sind weitreichend.

Wetter im April 2020 in Europa: Hochdruckgebiete sorgen für "Hitzewelle" im Eismeer

Zunächst legt sich Hoch Niklas über Island und Skandinavien. Danach folgt ein weiteres Hoch, das nach aktuellen Berechnungen seinen Schwerpunkt etwas weiter im Nordosten haben soll. Sie schaufeln kontinuierlich warme Luft aus dem Süden in den Norden. Dadurch steigen die Temperaturen in der Arktis auf außergewöhnlich hohe Werte für diese Region. Laut "weather.com" sollen die Temperaturen in den nächsten Wochen zehn bis 20 Grad über den normalen Werten für diese Jahreszeit liegen. Durch diese "Hitzewelle" droht der Polarwirbel zusammenzubrechen.

Meteorologen prophezeihen Zusammenbruch des Polarwirbels

Der Polarwirbel ist ein winterliches großräumiges, bis in die Stratosphäre reichendes Tief, das das Wetter hierzulande indirekt beeinflussen kann. Wird diese Strömung im Winter gestört, kann polare Kaltluft bis weit in den Süden ausbrechen und sorgt hier für einen dramatischen Temperatursturz. Aktuell befindet sich der Polarwirbel allerdings am Ende seiner Lebenszeit. Durch die einströmenden warmen Temperaturen soll er laut "weather.com" zunächst in Richtung Sibirien und Pazifik weggedrückt werden. Auf seinem Weg dort hin, soll er immer schwächer werden, bis er schließlich am Ende des Monats gänzlich zusammenbrechen soll.

Unwetter im April 2020: Wintereinbruch am Ende des Monats?

Die Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland sind noch nicht absehbar. Im schlimmsten Schwall strömt noch einmal kalte Luft ein und lässt die Temperaturen erneut sinken. Eine genaue Vorhersage ist aktuell noch nicht möglich, da bislang unklar ist, wie sich die Wetterlage in Europa entwickeln wird. Es kann nämlich auch sein, dass ein Hoch einen erneuten Kaltlufteinbruch abschirmt. Die Auswirkungen auf die Arktis sind allerdings absehbar. Durch die hohen Temperaturen wird das Meereis schneller schmelzen. Auch wird sich das Ozonloch über dem Nordpol vermutlich bald wieder schließen.

Nach Zusammenbruch des Polarwirbels! Ozonloch über der Arktis schließt sich bad wieder

Seit Wochen hält sich über der Arktis nämlich ein ungewöhnlich großes Ozonloch. In einer Höhe von etwa 18 Kilometern sei dort die Ozonschicht zu einem großen Teil abgebaut, teilte der Copernicus-Erdbeobachtungsdienst der Europäischen Union mit. Schon Anfang März hatten Forscher auf einen außergewöhnlich starken Ozonabbau über der Region hingewiesen.

Seit Jahrzehnten entsteht über der Antarktis nach dem dortigen Winter, wenn die Bedingungen für einen Abbau der Ozonschicht herrschen, für einige Monate ein Ozonloch. Grund für das im Vergleich dazu deutlich kleinere Ozonloch auf der Nordhalbkugel sind in diesem Jahr ungewöhnliche atmosphärische Bedingungen, darunter extrem eisige Temperaturen in der Stratosphäre. Schon früher hatten Forscher gelegentlich kleine Ozonlöcher über dem Nordpol beobachtet, aber nie in diesem Ausmaß.

Ein 3D-gerendertes Bild der Ausdehnung des Ozonlochs. Bild: picture alliance/---/ESA/dpa

"Das Ozonloch, das wir in diesem Jahr über der Arktis beobachten, hat eine maximale Ausdehnung von weniger als eine Million Quadratkilometer", wird Diego Loyola vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer Mitteilung der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) zitiert. "Das ist klein im Vergleich zum Antarktischen Ozonloch, das eine Größe von etwa 20 bis 25 Millionen Quadratkilometern bei einer normalen Dauer von etwa drei bis vier Monaten erreichen kann."

Forscher gehen davon aus, dass sich das Ozonloch bald wieder schließt. "Unsere Vorhersage geht von nun steigenden Temperaturen im Polarwirbel aus, damit wird sich der Abbau des Ozons verlangsamen und schließlich ganz aufhören", sagt Vincent-Henri Peuch, Direktor der Abteilung Atmosphären-Monitoring von Copernicus. "Die Polarluft wird sich nun mit ozonreicher Luft aus niedrigeren Höhen mischen."

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bua/bos/news.de/dpa

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