03.04.2020, 08.27 Uhr

Wetter-Chaos durch das Coronavirus: Meteorologen warnen! So beeinflusst Corona das Wetter

Jetzt wirkt sich das Coronavirus auch auf die Wettervorhersage aus. Warum Meteorologen jetzt Alarm schlagen und wie sich die Corona-Pandemie auf unsere aktuellen Wetterprognosen auswirkt, erfahren Sie hier.

Der Rückgang des Flugverkehrs beeinflusst während der Corona-Krise nun auch das Wetter. Bild: Adobe Stock/belyaaa

Das Coronavirus hat unseren Alltag völlig durcheinandergebracht. Ausgangssperren, Kontaktverbot und enorme Einschränkungen beim Einkaufen stellen unser Leben aktuell auf eine harte Probe. Doch auch Wissenschaftler stehen seit der Corona-Pandemie vor einer kaum zu bewältigen Aufgabe. Wie aktuell in der "Bild" zu lesen ist, stehen nun sogar Meteorologen vor einer echten Corona-Krise.

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Coronavirus aktuell: Rückgang des Flugverkehrs beeinflusst das Wetter

Dem Bericht nach, soll das gefährliche Virus jetzt sogar Einfluss auf das Wetter haben. Schuld daran soll den Experten zufolge vor allem der durch die Corona-Pandemie rückläufige Flugverkehr sein. "Der Rückgang der Flugbewegungen könnte Auswirkungen auf Wettervorhersagen haben", heißt es in einer aktuellen Mitteilung vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) mit Sitz in Großbritannien.

Darum sind Flugbewegungen so wichtig für unsere Wettervorhersagen

Warum die Flugbewegungen so wichtig für die Wettervorhersagen sind? Auf ihren Reisen sammeln Passagierflugzeuge wichtige Wetterdaten, die im Normalfall zentral weitergegeben werden. Neben Satellitendaten gelten diese Daten laut ECMWF als zweitwichtigster Faktor bei der Wettervorhersage durch Meteorologen. Durch die aktuelle Corona-Krise und die damit einhergehende sinkende Anzahl der Flugbewegungen gehen diese Daten jedoch drastisch zurück. Während es im März noch genügend Daten für eine Wettervorhersage gab, werden es nun immer weniger meteorologische Meldungen aus dem Flugverkehr.

Fehlende Flugdaten machen Wetter-Prognosen unpräzise

Und genau das stellt Meteorologen vor ein ernstes Problem. Denn nur wer genug Daten hat, kann genaue Wetter-Prognosen erstellen. Laut Angaben des ECMWF gab es "bis zum 23. März einen Rückgang der eingegangenen Berichte um 65 Prozent im Vergleich zum 3. März". Und was sagen angesehene Wetter-Experten dazu, das unsere Wetter-Prognosen künftig nur noch äußerst ungenau ausfallen könnten?

Das sagen Meteorologen zum drohenden Wetter-Drama

Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met lässt sich aktuell noch nicht von den Horror-Prognosen beeinflussen: "Die Prognosen laufen bisher auch gut, wegen der ganzen Hochdruckgebiete. Bei Hochdruck ist das Wetter meist einfacher vorherzusagen, da es nicht wirklich wechselhaft ist", sagt Jung. Dennoch gibt er zu bedenken: "Wenn es nun Lücken in diesen Messdaten gibt, wirkt sich das auch negativ auf die Prognosegüte aus."

Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt von WetterKontor zum drohenden Wetter-Chaos: "Ja, da ist was dran. Es könnte die Wettervorhersage ungenauer machen, weil Daten der zivilen Flugzeuge fehlen." Bislang merke er derartige Auswirkungen bei seiner täglichen Arbeit noch nicht, so der Experte zu "Bild".

Warum brauchen Wetter-Experten Messungen durch Flugzeuge für ihre Wettervorhersagen?

Warum die Messungen durch Verkehrsflugzeuge für Wettervorhersagen notwendig sind? Nach Angaben von Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst besteht das weltweite meteorologische Beobachtungssystem "aus Vor-Ort-Messsystemen, also aus Bodenstationen, Schiffen, Bojen, Wetterballonen und den – normalerweise sehr vielen – Verkehrsflugzeugen." Hinzu kommen Fern-Erkundungssysteme wie Radar und Wettersatelliten. "Flugzeugmessungen sind deshalb so wichtig, weil Flugzeuge bei Start und Landung Luftdruck, Temperatur und Wind in der Atmosphäre vom Boden bis in etwa 12 km Höhe messen", so der Wetter-Experte.

Es bleibt abzuwarten, wie lange die Corona-Krise noch andauern wird. Sollten die Ein- und Ausreisebeschränkungen über mehrere Monate lang andauern, dann könnten unsere Wettervorhersagen in den kommenden Monaten deutlich unpräziser ausfallen.

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sba/bua/news.de

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