Von news.de-Volontär Dominik Liebsch - Uhr

Serienkiller-Porträt – John Wayne Gacy, der "Killer-Clown": John Wayne Gacy – Wer war der "Killer-Clown"?

Polizeifoto von John Wayne Gacy, aufgenommen nach seiner Festnahme am 22. Dezember 1978. Gacy wurde im März 1980 zum Tode verurteilt und im Mai 1994 hingerichtet. Bild: UPI/dpa

John Wayne Gacy (1942-1994) entführte, vergewaltigte, folterte und tötete zwischen 1972 und 1978 mindestens 33 Jungen und junge Männer im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Von den US-Medien erhielt er seinerzeit auch den Spitznamen "Der Killer-Clown", weil er eine Zeitlang in einem selbstgenähten Clownskostüm für die Demokratische Partei bei Straßenfesten aufgetreten war. Sein "Künstlername": "Pogo der Clown".

John Wayne Gacy: "Pogo der Clown", US-Demokrat - und Sadist

Gacy galt lange Zeit als der vorbildliche Nachbar von nebenan: Er arbeitete in einer Schuhfabrik in Springfield, im US-Bundesstaat Illinois, trat einer Organisation bei, die jungen Arbeitern unter die Arme griff und in der er sogar bis zum Vize-Präsident aufstieg. Später wurde er Manager eines Bekleidungsgeschäfts. 1966 zog er mit Frau und Sohn nach Waterloo in Iowa, wo Gacy die Leitung dreier "Kentucky-Fried-Chicken"-Restaurants übernahm. Ein unbescholtener Bürger. Scheinbar.

Denn schon bald legten sich dunkle Schatten auf das Image des vermeintlichen Saubermanns: 1968 wurde Gacy wegen sexuellen Missbrauchs eines 15-Jährigen zu 10 Jahren Haft verurteilt. Seine Frau reichte die Scheidung ein. Wegen guter Führung wurde Gacy jedoch bereits nach 18 Monaten wieder auf freien Fuß gesetzt und zog aufgrund der Bewährungsauflagen nach Chicago, wo er zuerst in einem Restaurant als Koch anheuerte und schließlich seine eigene Heimwerkerfirma gründete.

"Pogo der Clown" stieg innerhalb der Demokraten zum Bezirksleiter auf und heiratete ein weiteres Mal. Zu dieser Zeit - am 2. Januar 1972 - hatte er bereits den ersten Menschen auf dem Gewissen.

Betäubt, gefoltert, getötet - Jungen und junge Männer wurden Opfer von John Wayne Gacy

Gacys Taten vollzogen sich nahezu immer nach dem gleichen Muster: Er fuhr mit seinem Auto durch die Gegend, auf der Suche nach minderjährigen Jungen oder männlichen Teenagern, die auf den Strich gingen. Diese überredete der wortgewandte Mann, mit ihm nach Hause zu fahren, um dort Sex zu haben. Oder er versuchte, sie mit dem Versprechen auf einen guten Job zu locken. In seinem Haus machte er sie meist mit Alkohol und Marihuana gefügig, einige betäubte er mit Chloroform.

Sein erstes Opfer erstach er und verscharrte die Leiche des 16-Jährigen unter seinem Haus, das über einen Kriechkeller verfügte. Die Morde wurden von Mal zu Mal brutaler: Gacy fesselte seine Opfer mit Handschellen, fixierte sie und folterte sie auf alle erdenkliche Arten. Schließlich strangulierte er sie zu Tode und vergrub die Leichen an verschiedenen Stellen seines Grundstücks oder warf sie in einen Fluss.

Die Jahre 1976/1977: Im Rausch des Tötens

Gacys Verhalten wurde auch für ihm nahestehende Personen immer seltsamer. 1976 wurde seine zweite Ehe geschieden. In der Folge kam es zu einem sprunghaften Anstieg seiner Taten, die bis 1977 unverändert anhielten. In diesem Jahr gelang es einem Jungen erstmals, zu fliehen, allerdings ging er nie zur Polizei. Das Morden ging also weiter.

Im Dezember ließ Gacy von sich aus eines seiner Opfer gehen, drohte dem 19-jährigen Robert Donnelly jedoch, ihn zu töten, sollte er zur Polizei gehen. Donelly suchte dennoch den Kontakt zu den Behörden. Gacy wiederum stritt alle Vorwürfe ab - die Klage gegen den ehrenwerten Bürger wurde fallen gelassen.

Festnahme im Dezember 1978: Knochenfunde unter dem Haus

1978 ging das Töten vorerst weiter. Obwohl ein weiterer junger Mann mit Spuren von Folterungen bei den Behörden vorstellig wurde und Gacy beschuldigte, wurde auch dieses Mal aufgrund mangelnder Beweise nicht weiter gegen ihn ermittelt. Im Dezember durchsuchte die Polizei aber aufgrund der anhaltenden Fälle vermisster Jungen schließlich doch sein Haus. Die Beamten stellten dort – vor allem in Gacys Kriechkeller - eine Vielzahl belastender Beweise wie menschliche Knochen sicher. Gacy wurde festgenommen und gestand nach und nach die Ermordung von mehr als 25 Menschen. Experten vermuten allerdings, dass die tatsächliche Anzahl seiner Opfer noch weitaus höher sein könnte.

Hinrichtung 1994: Die Menschen fordern den Tod des "Clowns" John Wayne Gacy

1980 beginnt der Prozess gegen John Wayne Gacy in Chicago. Obwohl die Verteidigung das Argument einer Geisteskrankheit des Angeklagten ins Feld führt, wird er von den Geschworenen einstimmig für schuldig befunden und vom Gericht zum Tode verurteilt. Bis zu seiner Hinrichtung verbringt Gacy jedoch noch 14 weitere Jahre im Gefängnis - wo er zu einer bizarren Erscheinung mutiert, die rund um den Globus von einer nicht gerade kleinen "Fangemeinde" verehrt wird. Am 10. Mai 1994 wird John Wayne Gacy schließlich durch die Giftspritze hingerichtet. Vor dem Gefängnis skandiert eine aufgebrachte Meute "Kill the Clown!". Dessen letzte Worte: "Kiss my Ass!".

FOTOS: Grusel statt Komik Die fiesesten Clowns
zurück Weiter In der zentralenglischen Industriestadt Northampton treibt seit einiger Zeit ein Clown sein Unwesen. In einer Facebook-Gruppe werden Fotos gesammelt, die ihn zeigen - gern auch mal mit Luftballons. (Foto) Foto: Facebook/spotnorthamptonsclown Kamera

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lid/sam/news.de

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