20.10.2020, 14.09 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Neue Virus-Variante entdeckt! Bringt Sads-CoV die nächste Pandemie?

Die Welt befindet sich im Würgegriff der Sars-CoV-2-Pandemie, doch eine weitere Coronavirus-Variante steht schon in den Startlöchern. Wie gefährlich ist das Schweine-Virus Sads-CoV, das in China isoliert wurde, für den Menschen?

Das bei Schweinen isolierte Coronavirus vom Typ Sads-CoV könnte auch für Menschen gefährlich werden (Symbolbild). Bild: Sina Schuldt / picture alliance / dpa

Seit Monaten gibt es kein Aufatmen in der Coronavirus-Pandemie: Das anfangs in China bei Fledermäusen isolierte Virus sprang als Zoonose auf den Menschen über und löste eine weltweite Pandemie aus. Nach Erhebungen der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität sind weltweit mehr als 40,4 Millionen Infektionen registriert worden, die Zahl der Todesopfer beläuft sich (Stand 20.10.2020) auf 1,1 Millionen Menschen.

Neue Coronavirus-Variante Sads-CoV befällt Schweine in China

Doch obwohl wissenschaftlichen Prognosen zufolge die aktuelle Coronavirus-Krise noch geraume Zeit andauern könnte, scheint die nächste Pandemie bereits in den Startlöchern zu sehen. Abermals ist es China, wo eine neue Virus-Variante aus der Familie der Coronaviren beschrieben wurde. Unter anderem das Wissensmagazin "Scinexx" beschreibt die neuartige Bedrohung, die aktuell in der Schweinepopulation grassiert.

Schweine mit Swine Acute Diarrhea Syndrom (Sads-CoV) angesteckt durch Fledermäuse

Bei dem seit einigen Jahren bekannten Coronavirus, das den Namen Sads-CoV trägt, handelt es sich um eine dem Sars-CoV-2-Erreger verwandte Virusart, die durch Fledermauskot auf Schweine übertragen wird. Sads-CoV steht als Abkürzung für den englischen Begriff "Swine Acute Diarrhea Sydrome" und beschreibt die Symptome einer Infektion: Schweine, die sich mit Sads-CoV angesteckt haben, leiden an heftigen Durchfällen und Erbrechen.

Besonders für neugeborene Ferkel kommt das Coronavirus vom Typ Sads-CoV einem Todesurteil gleich. 90 Prozent der infizierten Jungtiere sterben der Statistik nach an der Durchfallerkrankung. Im Jahr 2016 verendeten infolge einer Sads-CoV-Epidemie in China mehr als 24.000 Schweine.

Gefahr für Menschen! Sads-Cov-Erreger kann von Schweinen überspringen

Aktuelle Studien zu Sads-CoV haben nun gezeigt, dass die Coronavirus-Variante nicht nur für Schweine, sondern auch für Menschen gefährlich werden kann. Bei einer Untersuchung an der University of North Carolina in den USA kamen die Forscher zu dem Schluss, dass das Coronavirus Sads-CoV ebenso wie die Variante Sars-CoV-2 auch für den Menschen ansteckend und gefährlich ist. Auch andere Lebewesen wie Katzen oder Affen seines ansteckungsgefährdet.

Stürzt das Sads-CoV-Virus die Menschheit in die nächste Pandemie?

Noch nicht abschließend geklärt ist bislang, über welche Ansteckungswege Sads-CoV in den menschlichen Organismus gelangen kann. Für die Wissenschaftler steht jedoch bereits fest, dass es sich bei dem Schweine-Coronavirus um ein "potenzielles Hochrisiko-Coronavirus" handelt, das ähnlich wie Sars-CoV-2 zu pandemieähnlichen Zuständen und schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft führen könnte.

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Hoffnungsschimmer: Medikament Remdesivir scheint gegen Schweine-Corona zu wirken

Noch sind keine Fälle aktenkundig geworden, in denen sich Menschen mit dem Schweine-Coronavirus infiziert hätten - deshalb mahnen die Wissenschaftler eindringlich zu besonderer Vorsicht im Kontakt mit infizierten Tieren. Um bereits vor dem Ausbruch einer weiteren Pandemie ein Gegenmittel ausfindig zu machen, experimentierten die US-Forscher mit Medikamenten wie Remdesivir, das auch als Heilmittel gegen Covid-19 im Fokus stand. Erste Laborergebnisse ließen darauf schließen, dass das antiviral wirkende Medikament gegen Sads-CoV tatsächlich wirken könnte.

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loc/news.de