Deutsche Bahn: Alkohol-Verbot auf dem Bahnsteig – Bahn löst heftige Empörungswelle aus
Die Deutsche Bahn verschärft ihren Kurs: Bis Oktober gilt an allen 5.400 Bahnhöfen ein Alkoholverbot. Nach einem schweren Gewaltvorfall soll die Maßnahme für mehr Sicherheit sorgen – die Kritik ist groß.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Alkoholverbot soll an allen 5.400 Bahnhöfen eingeführt werden
- Bahn reagiert auf zunehmende Gewalt und schweren Zwischenfall
- In sozialen Netzwerken sorgt die Entscheidung für hitzige Debatten
Die Deutsche Bahn verschärft ihre Sicherheitsmaßnahmen deutlich. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Bahnmitarbeiter nach einem Streit aus einem fahrenden Zug gestoßen und schwerst verletzt. Nun reagiert das Unternehmen: Künftig soll an sämtlichen Bahnhöfen in Deutschland der Konsum von Alkohol untersagt werden.
Mit dem Schritt reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die zunehmende Gewalt an Bahnhöfen und in Zügen. Die neue Regelung soll bis Mitte Oktober 2026 an allen rund 5.400 Stationen gelten.
Bahn reagiert auf steigende Gewalt
Nach Angaben der Deutschen Bahn ist das Alkoholverbot Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts. Ziel sei es, Reisende und Beschäftigte besser vor Übergriffen zu schützen.
DB-Chefin Evelyn Palla machte den neuen Kurs deutlich. Gegenüber der "Bild" erklärte sie:
- "Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch. Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Für mich zählt nur eines: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden."
Die Bahn beruft sich dabei auf ihr Hausrecht. In den kommenden Wochen sollen die entsprechenden Hausordnungen gemeinsam mit Kommunen und Behörden angepasst werden.
Angriff auf Sicherheitsmitarbeiter gab den Ausschlag
Auslöser für die Verschärfung war ein schwerer Vorfall auf der Strecke zwischen Offenburg und Karlsruhe. Dort war ein Mitarbeiter der DB-Sicherheit bei einer Fahrkartenkontrolle von einem alkoholisierten Fahrgast angegriffen worden. Der 26-Jährige stürzte während der Fahrt aus dem Zug und erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Nach Angaben der Bundespolizei steht ein erheblicher Teil der Gewaltdelikte an Bahnhöfen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum.
Dazu erklärte Evelyn Palla:
- "Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen. Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt."
Diese Regeln gelten künftig
Das Verbot bezieht sich ausschließlich auf den Alkoholkonsum in Bahnhofshallen und auf Bahnsteigen. Wer sich in Restaurants oder anderen gastronomischen Betrieben innerhalb eines Bahnhofs aufhält, darf dort weiterhin alkoholische Getränke konsumieren. Auch der Transport von verschlossenen Flaschen bleibt erlaubt. Wer jedoch auf dem Bahnsteig oder in der Bahnhofshalle Alkohol trinkt, muss künftig mit Konsequenzen rechnen.
Nach Angaben der Bahn drohen bei Verstößen:
- sofortiger Platzverweis durch DB-Sicherheit oder Bundespolizei
- im Wiederholungsfall ein dauerhaftes Hausverbot
An mehreren großen Bahnhöfen, darunter Köln, München und Hamburg, gelten vergleichbare Regelungen bereits.
Debatte auf X: Zustimmung und scharfe Kritik
Die Pläne der Deutschen Bahn sorgen in den sozialen Netzwerken für intensive Diskussionen. Während einige Nutzer den Schritt begrüßen, halten andere das Alkoholverbot für wirkungslos oder sehen die Ursachen der Gewalt an anderer Stelle.
Zu den Reaktionen gehören unter anderem folgende Kommentare:
- "Klar, alkoholisierte Junggesellenabschiede sind das Problem an deutschen Bahnhöfen."
- "Vielleicht würde ein Verbot, Lack in der DB-Chefetage zu saufen, mehr helfen."
- "Und jetzt ist der Alkohol schuld, jeder weiß doch, wo das Problem liegt, passt wohl nicht ins Weltbild der Deutschen Bahn."
- "Das wird die zu einem Fußballspiel fahrenden Fans besonders freuen."
- "Als ob Alkohol das Problem ist und nicht die von Merkel importierten aggressiven Fachkräfte!"
- "Aber Cannabis und Zigaretten dürfen weiter geraucht werden, jedenfalls nehme ich das jeden Tag auf den Bahnhöfen wahr. Gut, dass keine Kinder und andere Menschen dort sind/warten, die das dann einatmen müssen. Oh, wait."
- "Und wie soll man die Bahn nüchtern ertragen? Und wer zieht das Verbot durch? Die geschundenen Bahnmitarbeiter? Läuft bald bei DMAX unter gefährlichste Jobs der Welt."
- "Klasse, dann gibt es weniger schuldunfähige Axtmänner."
- "Aber in den Bistros & Speisewägen in den fahrenden Zügen darf weiterhin gesoffen werden."
- "Wenn das genauso überprüft wird, wie das Rauchverbot, wird das nicht klappen."
- "Alkohol ist ein Faktor. Jedoch nicht der Grund, warum die Gewalt die letzten Jahre zugenommen hat."
- "Die extrem Alkoholisierten trinken einfach vor dem Bahnhof, ehe sie in den Zug einsteigen."
Bundesweite Umsetzung bis Oktober geplant
Mit dem Alkoholverbot geht die Deutsche Bahn einen der bislang weitreichendsten Schritte im Kampf gegen Gewalt und Vandalismus auf Bahnhöfen. Ob die Maßnahme tatsächlich zu mehr Sicherheit führt oder lediglich neue Diskussionen auslöst, dürfte sich nach der bundesweiten Einführung zeigen. Schon jetzt ist jedoch klar: Das Vorhaben polarisiert und stößt sowohl auf Zustimmung als auch auf deutliche Kritik.
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mlk/ife/news.de
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