Milliarden-Bombe enthüllt: Beamtenpensionen belasten Bundeshaushalt massiv
Die Kosten für Beamtenpensionen steigen unaufhaltsam: Allein im vergangenen Jahr musste der Bund dafür mehr als 20 Milliarden Euro aufbringen. Gleichzeitig wachsen die langfristigen Verpflichtungen auf eine gewaltige Summe.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
Suche
- Der Bund gab 2025 insgesamt 20,6 Milliarden Euro für Beamtenpensionen und Beihilfen aus – 700 Millionen Euro mehr als im Vorjahr
- Die langfristigen Pensions- und Beihilfeverpflichtungen summieren sich laut Finanzministerium auf rund 884,9 Milliarden Euro
- Eine geplante Besoldungserhöhung könnte die jährlichen Kosten um weitere 563 Millionen Euro steigen lassen
Die Pensionslasten des Bundes wachsen rasant: Im Jahr 2025 beliefen sich die Ausgaben für Beamtenpensionen und Gesundheitsbeihilfen auf insgesamt 20,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 700 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, wie aus dem Vermögensbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht.
Weitere aktuelle Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.
Pensionslast steigt unaufhörlich
Damit beschleunigt sich eine Entwicklung, die den Bundeshaushalt zunehmend unter Druck setzt. Allein im vergangenen Jahr erwarben aktive Beamte, Richter und Soldaten des Bundes neue Versorgungsansprüche in Höhe von 43,84 Milliarden Euro. Die finanzielle Belastung durch die Altersversorgung der Staatsdiener nimmt damit von Jahr zu Jahr spürbar zu, schreibt die "Bild". Ein Ende des Aufwärtstrends ist laut den aktuellen Zahlen nicht in Sicht.
Die langfristigen Verbindlichkeiten des Bundes gegenüber seinen Staatsdienern erreichen eine gewaltige Summe: 884,9 Milliarden Euro müsste der Bund laut Vermögensbericht heute zurücklegen, um sämtliche Ansprüche aktiver und bereits pensionierter Beamter in den kommenden Jahrzehnten inklusive Zinsen bedienen zu können. Davon entfallen 647,5 Milliarden Euro auf Pensionszahlungen und weitere 237,4 Milliarden Euro auf Beihilfeleistungen.
Zwar sank die Gesamtsumme gegenüber dem Vorjahr rechnerisch um 38,11 Milliarden Euro. Dieser Rückgang ist jedoch kein Zeichen der Entspannung: Höhere Zinssätze sowie eine infolge der Corona-Pandemie gesunkene Lebenserwartung drücken die kalkulierten Kosten nach unten. An der grundsätzlichen Dynamik steigender Pensionsverpflichtungen ändert das nichts.
Doppelt so viele Pensionäre wie aktive Beamte
Ein wesentlicher Kostentreiber ist das eklatante Ungleichgewicht zwischen Ruheständlern und Beschäftigten im aktiven Dienst. Derzeit stehen 555.200 Versorgungsempfänger lediglich 274.900 aktive Bundesbeamte gegenüber. Auf jeden arbeitenden Staatsdiener kommen also mehr als zwei Pensionäre.
Dieses Missverhältnis hat allerdings historische Gründe: Bei der überwiegenden Mehrheit der Ruheständler handelt es sich um ehemalige Beamte von Post und Bahn. Beide Bereiche wurden in den 1990er-Jahren privatisiert, doch die Versorgungsansprüche der früheren Bediensteten blieben beim Bund. Die Folge ist eine Altlast, die den Bundeshaushalt noch auf Jahrzehnte hinaus belasten wird.
Gehaltsplus von bis zu 14,6 Prozent treibt Kosten weiter nach oben
Zusätzlichen Druck auf die Pensionskassen wird eine geplante Besoldungserhöhung erzeugen. Nach Plänen des Bundesinnenministeriums sollen die Bezüge um bis zu 14,6 Prozent angehoben werden – was sich unmittelbar auch auf die Pensionshöhe auswirkt. Die daraus resultierende jährliche Mehrbelastung beziffert sich laut "Bild" auf 563 Millionen Euro.
Auslöser für die Gehaltsanpassung ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Die Karlsruher Richter hatten die bisherige Beamtenbesoldung als verfassungswidrig niedrig eingestuft. Der Bund ist damit verpflichtet, die Bezüge entsprechend anzuheben – mit weitreichenden Folgen für die ohnehin angespannte Haushaltslage.
Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie hier:
- Er beklagt das "Schlechtreden" – Netz geht auf den Kanzler los
- "Geh mal arbeiten!" Merz nach Wimbledon-Besuch heftig verspottet
- Ohrfeige für Friedrich Merz – Kanzler-Absturz nicht aufzuhalten
- "Wenn du ABBA auf Temu bestellst!" Netz lacht über Kanzler-Foto
- Kanzler nach Anzeigenflut zur Kasse gebeten - es geht um 34 Millionen
bua/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.