Neue Milliardenchance: Mercedes bald im Rüstungsgeschäft? Autobauer zeigt sich offen

Europas Aufrüstung verändert offenbar auch die Strategien großer Autobauer: Mercedes-Chef Ola Källenius schließt ein Engagement im Verteidigungsbereich nicht mehr aus. Der Konzern könnte damit künftig neben Luxusautos auch militärische Technik ins Visier nehmen.

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Mischt Mercedes schon bald in der Rüstungsindustrie mit? Bild: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
  • Mercedes-Chef Ola Källenius zeigt Offenheit für Verteidigungsgeschäfte
  • Hintergrund sind steigende Militärbudgets in Europa
  • Andere Autobauer sind bereits im Rüstungsbereich aktiv

Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz könnte künftig auch im Rüstungsgeschäft mitmischen. Vorstandschef Ola Källenius signalisierte in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" grundsätzliche Bereitschaft für ein solches Engagement. "Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss", erklärte der 57-Jährige. Sollte Mercedes dabei einen sinnvollen Beitrag leisten können, sei man offen dafür: "Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit." Die Äußerungen fallen in eine Zeit, in der europäische Staaten ihre Militärbudgets deutlich aufstocken.

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Militärgeschäft nur als Ergänzung für Mercedes

Ein Einstieg in die Verteidigungsbranche müsste sich für den Konzern allerdings wirtschaftlich lohnen, betonte Källenius. Im Vergleich zum Kerngeschäft mit Automobilen würden Rüstungsprodukte auch in Zukunft nur einen geringen Anteil ausmachen. Dennoch könnte dieser Bereich als wachsende Nische zum Unternehmenserfolg beitragen. Konkrete Vorhaben zur Herstellung von Waffen existieren bei Mercedes derzeit nicht. Völlig fremd ist das Thema dem Konzern jedoch nicht: Die seit 2021 eigenständige Daimler Truck AG fertigt bereits Spezialfahrzeuge wie den Unimog oder Zetros für militärische Einsatzzwecke.

Konkurrenz aus der Autobranche längst im Rüstungsgeschäft

Mercedes steht mit seinen Überlegungen nicht allein da. Die steigenden Verteidigungsausgaben locken auch andere Fahrzeughersteller an. Laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters vom April verhandelt Volkswagen mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Systems. Dabei geht es um eine mögliche Umrüstung des VW-Werks in Osnabrück zur Fertigung von Raketenabwehrsystemen – offiziell dementiert der Konzern dies jedoch. MAN ist über das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles bereits im Bau von Militärfahrzeugen tätig. Auch international mischen Autobauer mit: In den USA operiert General Motors mit seiner Sparte GM Defense, während Hyundai Rotem in Südkorea unter anderem den Kampfpanzer K2 herstellt.

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/news.de/stg

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