Tankrabatt: Bis zu 2,50 Euro pro Liter? Experten warnen vor Spritpreis-Explosion

Noch hat der Bundestag den geplanten Tankrabatt nicht umgesetzt, doch die Aussichten sind düster. Der Rabatt ist auf zwei Monate befristet. Experten warnen: Schon im Sommer könnten die Spritpreise explodieren.

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Sobald der geplante Tankrabatt ausläuft, droht eine gewaltige Preis-Explosion. (Foto) Suche
Sobald der geplante Tankrabatt ausläuft, droht eine gewaltige Preis-Explosion. Bild: AdobeStock / bluedesign
  • Die geplante Steuersenkung auf Kraftstoffe läuft Ende Juni aus – rund 17 Cent pro Liter fallen weg
  • Preissprung erwartet: Experten rechnen mit einem schnellen Anstieg der Spritpreise
  • Geopolitisches Risiko: Der Iran-Konflikt könnte die Preise auf über 2,50 Euro pro Liter treiben

Autofahrer müssen sich auf einen schmerzhaften Sommer einstellen. Die von der Regierung geplante Steuersenkung auf Kraftstoffe würde am 30. Juni auslaufen – pünktlich zum Beginn der Sommerferien. Der Rabatt von rund 17 Cent pro Liter fällt dann wieder weg. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit lassen nichts Gutes erahnen. "Am Ende des letzten Tankrabatts stiegen die Spritpreise sofort wieder um 20 Cent pro Liter", erklärt Ökonom Carsten Brzeski gegenüber "Bild". Ab Mai sollen Autofahrer zunächst von der Entlastung profitieren – doch der nächste Preissprung ist bereits programmiert.

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Iran-Konflikt könnte Preise explodieren lassen

Noch gravierender als das Ende der Steuersenkung könnte sich die geopolitische Lage auswirken. "Wichtiger als die Steuersenkung wird der weitere Verlauf im Iran-Krieg sein", warnt Brzeski. Die Entwicklung im Nahen Osten bestimme maßgeblich, wohin sich die Kraftstoffpreise bewegen. Bei einer weiteren Zuspitzung des Konflikts rechnet der Experte mit drastischen Konsequenzen für deutsche Autofahrer. Spritpreise von mehr als 2,50 Euro pro Liter hält Brzeski in diesem Szenario für wahrscheinlich. Je nach Kriegsverlauf seien sehr unterschiedliche Preisentwicklungen denkbar.

Kartellwächter sollen Abzocke verhindern

Hoffnung macht die angekündigte Verschärfung der Kartellaufsicht. Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Mineralölkonzerne diesmal an die Spielregeln halten werden. "Das wird dazu führen, dass zum Zeitpunkt des Auslaufens der temporären Steuersenkung der Preis an der Zapfsäule tatsächlich bloß wieder um 17 Cent steigt und die Mineralölkonzerne die Gunst der Stunde nicht nutzen, um dann abzukassieren", erläutert Prof. Jens Südekum, Berater des Bundesfinanzministeriums. Auch Energie-Ökonom Andreas Löschel von der Ruhr-Universität Bochum sieht Grund zur Zuversicht. Untersuchungen früherer Steuerentlastungen bei Kraftstoffen hätten gezeigt, dass diese größtenteils an die Verbraucher weitergegeben wurden.

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