Bei "Markus Lanz": Journalistin spricht über Winterkrieg - Putin will Ukraine "ins Unmenschliche bomben"
Bei eisiger Kälte muss die Zivilbevölkerung in Kiew derzeit ohne Strom, Gas und Wasser auskommen. Schuld sind russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Wie schlimm die Lage für die Menschen tatsächlich ist und warum sie trotzdem nicht ans Aufgeben denken, erklärte "Zeit"-Journalistin Olivia Kortas am Dienstagabend bei "Markus Lanz".
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Expertinnen sprechen bei "Markus Lanz" über russische Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur
- Strom, Wasser, Heizung fällt aus - laut "Zeit"-Journalistin will Putin "die Ukraine ins Unmenschliche bomben"
- Das würde den Hass der ukrainischen Bevölkerung verstärken und sie zum Weitermachen bewegen
Bei "Markus Lanz" zeichneten Expertinnen am Dienstagabend, 3. Februar, ein erschütterndes Bild der humanitären Katastrophe in der Ukraine. Während russische Raketen seit Monaten systematisch die Energieversorgung des Landes zerstören, kämpfen Millionen Zivilisten bei eisigen Temperaturen ums Überleben.
Ukraine-Krieg: Expertin spricht bei "Markus Lanz" über Wladimir Putins "Vernichtungskampagne"
Sicherheitsexpertin Claudia Major sprach im ZDF-Talk von einer gezielten "Entvölkerungs- und Vernichtungskampagne", die Moskau gerade im Winter mit besonderer Brutalität führe.
"Seit Oktober 2022 wird die Energieinfrastruktur in den Großstädten in der Ukraine angegriffen", berichtete zudem die aus Kiew zugeschaltete "Zeit"-Korrespondentin Olivia Kortas. Seit Anfang des Jahres sei die Hauptstadt "eines der Hauptziele dieser Angriffe". Russland versuche, "die Ukraine tatsächlich ins Unmenschliche zu bomben mit seinen Angriffen".
Bevölkerung in Kiew leidet extrem unter russischen Angriffen
Für die Menschen vor Ort bedeutet das: kein Strom, keine Heizung, kein warmes Wasser – bei zweistelligen Minusgraden.
Die Zustände in der ukrainischen Hauptstadt sind kaum vorstellbar. "In vielen Wohnungen hat es nur noch fünf Grad", schilderte Kortas die Realität vor Ort. Tagsüber falle der Strom meist komplett aus, nachts gebe es bestenfalls wenige Stunden Elektrizität. Auch die Wasserversorgung funktioniere nur noch eingeschränkt. Doch der Zusammenhalt untereinander sei groß, man helfe einander.
Die Menschen greifen laut Kortas zu verzweifelten Maßnahmen: Manche wärmen ihre Betten mit heißem Wasser in Flaschen, andere errichten Campingzelte mitten im Wohnzimmer, weil sich dort die Luft etwas besser aufheizen lässt. Besonders dramatisch ist die Lage für Bewohner der riesigen Wohnblöcke – wer alt ist oder kleine Kinder hat, kann nicht einfach 17 Stockwerke hinabsteigen.
Dennoch verzeichnete die Ukraine im Januar mehr Rückkehrer als Ausreisende – selbst in Kiew.
Wladimir Putin schürt laut "Zeit"-Journalistin Olivia Kortas weiteren "Hass"
Trotz der verheerenden Zustände erreichen die russischen Angriffe offenbar das Gegenteil ihrer Absicht. "Aus meinen Gesprächen, egal ob mit Tech-Entwicklern oder mit alten Frauen, die irgendwo in ihren Wohnungen feststecken, merke ich, dass das eher den Hass nochmal schürt, die Wut nochmal schürt und noch mal mehr Antrieb dazu gibt, weiterzumachen und auszuhalten", erklärte Kortas.
Die Annahme einer sinkenden Moral sei ein Trugschluss im Westen wie in Russland. Die Menschen seien zwar erschöpft, hätten aber schlicht keine Alternative – zu gut kennen sie den Terror in den besetzten Gebieten.
Claudia Major warnte nach der Schalte eindringlich: Russland setze auf einen langen Abnutzungskrieg und glaube weiterhin an den Sieg. Die Ukraine werde "in den wirtschaftlichen Ruin bombardiert". Ukrainische Stimmen sagten ihr: "Diesen Winter kriegen wir noch hin, aber den nächsten wahrscheinlich nicht mehr."
Unter zdf.de finden Sie die komplette Folge "Markus Lanz" vom 3. Februar 2026.
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gom/bos/news.de/stg
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