14.04.2021, 08.29 Uhr

Promis unter Palmen 2021: "Blanke Quotengier!" Sat.1-Show schockiert mit homophobem Skandal 

Zuschauer waren entsetzt: Prinz Marcus von Anhalt löste bei "Promis unter Palmen" mit sexistischen und homophoben Äußerungen einen Skandal aus. Viele Twitter-User waren geschockt und werfen dem Sender "blanke Quotengier vor.

Sat.1 sorgte für einen heftigen Skandal mit homophoben Beleidigungen in der Show "Promis unter Palmen". Bild: © SAT.1

Am Montag löste die erste Folge von "Promis unter Palmen" bei Zuschauern und eingefleischten Trash-TV-Fans wieder einen heftigen Shitstorm aus. Adoptiv-Prinz Marcus von Anhalt (54) rastete im TV aus und fiel mit beleidigenden, sexistischen und schwulenfeindlichen Äußerungen auf. Doch Sat. 1 strahlte die aufgezeichnete Szene trotzdem aus. Ging es dem Sender einfach nur um die Quote, wie zum Beispiel n-tv in seinem Artikel in der Überschrift fragte?

"Promis unter Palmen" 2021: Prinz Marcus von Anhalt schockiert mit homophoben und sexistischen Beleidigungen

Ein TV-Dilemma vom feinsten strahlte Sat. 1 aus. Eigentlich sind die Zuschauer ja seit der ersten Staffel bereits das Niveau der Show gewöhnt. Wir erinnern uns an Claudia Obert (59), die von Bastian Yotta (44) gemobbt wurde. Der Sender Sat. 1 scheint daraus nichts gelernt zu haben - finden zumindest viele Menschen in den sozialen Medien.

Obwohl Prinz Marcus von Anhalt zuerst Patricia Blanco wegen ihres Gewichts beleidigte, ging er auf Drag-Queen Katy Bähm (28) mit homo- und transphoben Beleidigungen los. Willi Herren ging dazwischen. All das hätte nicht gezeigt werden dürfen, fanden die Zuschauer. Doch Sat.1 zeigte alles minutiös.Burak Bildik, wie Katy Bähm mit bürgerlichem Namen heißt, sagte gegenüber "Bild": "Das war gruselig! Wir brauchen mehr Aufklärung. Die Community erlebt so etwas jeden Tag." Was sagte Sat.1 dazu?

Billige Ausrede? Sat.1 rechtfertigt sich für schwulenfeindliche Äußerungen

Der Sender sagte in einer Erklärung: "Homophobie ist ein Thema, das nicht verschwiegen werden darf." Und weiter: "Wir haben versucht, diese Aussagen einzuordnen. Aber wir müssen feststellen: Diese Einordnung war so nicht ausreichend", sagte Sat.1-Chef Mark Land (50) gegenüber "Bild" und fügte hinzu: "Wir haben uns entschieden, die Folge online von allen Plattformen zu entfernen. Prinz Marcus von Anhalt wird in Zukunft in keiner Show von Sat.1 mehr stattfinden." Zumindest ist er bei "Promis unter Palmen" von den anderen Kandidaten schon aus dem Haus gewählt worden.

Twitter-Nutzer rechnen mit "Promis unter Palmen" gnadenlos ab

Für viele im Netz klingt das nach einer billigen Ausrede und bringt dem Sender ordentlich Häme bei Twitter ein. "Sich von allen diskriminierenden Äußerungen distanzieren - sie trotzdem senden. Zuschauer gucken ja. Spätestens als Willi Herren (!) dazwischen ging - hätte Sat.1 den Pöbel-Prinzen ohne Gage rauswerfen sollen. Blanke Quotengier über Anstand", schrieb ein Nutzer in einem Tweet.

"SAT1 wie laut habt ihr eigentlich gelacht, während ihr die Pseudo-Entschuldigungen rausgehauen habt? Dieser Skandal war pure Kalkulation euerseits, nachdem dass mobbing in der letzten Staffel so erfolgreich für eure Quoten war" regt sich eine Twitter-Nutzerin auf.

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Prinz Marcus von Anhalt rechtfertigt sich in Insta-Story und hetzt wieder gegen Homosexuelle

Prinz Marcus von Anhalt hat sich in seiner Insta-Story zu dem Eklat geäußert. Er sagte, dass er "schwule Freunde" hat, aber sagte wieder, dass er es "eklig findet, wenn sich zwei Männer küssen". Eine Entschuldigung sieht anders aus. Unfassbar, findet die Twitter-Community. "Wow.
Wow, wow, wow. Prinz Marcus versucht seine homophoben und sexistischen Statements von PromisunterPalmen zu erklären. Mit homophoben Aussagen und Bodyshaming. Läuft bei ihm.
Nur nicht in Synapsen-Gegend. Und was, wenn ich Prinz Marcus ekelig finde?", reagierte ein Nutzer auf die Erklärung des Adoptiv-Prinzen.

Suchen Sender gezielt Krawall-Promis für Trash-TV-Formate?

Der hausgemachte Skandal ist aber im deutschen Trash-TV wohl so gewollt, wie ein namentlich nicht genannter Kandidat aus zahlreichen Formaten dieser Art bestätigte. Er wurde beim Casting für das "Sommerhaus der Stars" gefragt, ob er schon einmal jemanden bespuckt hat. Die Sender suchen also systematisch Kandidaten aus, die bereits im TV auf Krawall gebürstet waren und sich gerne frauenfeindlich, sexistisch und homophob zeigen? Das zumindest wird bei anderen Formaten auch deutlich, meint "Bild". Da sehen auch die Zuschauer so. Trotzdem werden diese Sendungen weiter geguckt. 

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bos/loc/news.de

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