20.09.2020, 19.21 Uhr

Tour de France 2020 - Ergebnisse: Pogacar zweitjüngster Tour-Gesamtsieger - Bennett gewinnt Final-Etappe

Am 20. September 2020 fand das Finale der  107. Tour de France statt. Tadej Pogacar holte sich den Tour-Gesamtsieg und ist somit der zweitjüngste aller Zeiten. Alle Ergebnisse finden Sie hier im Überblick.

Vom 29. August bis zum 20. September findet die Tour de France statt. (Symbolfoto) Bild: picture alliance/Bernd Thissen

Bis zum 20. September kämpften die Profi-Radfahrer um den Sieg bei der 107. Tour de France. In diesem Jahr wurde das Sprinter-Rennen von der Coronavirus-Pandemie überschattet. Damit das Rennen ohne Infektionen ablaufen konnte, hatte sich der Veranstalter ASO Regeln und einige Beschränkungen überlegt. Im Start- und Zielbereich wurden nur 5.000 Zuschauer zugelassen. In Nizza sowie in Paris galten Maskenpflicht und Abstandsregeln. Das gleiche galt auch für die Fahrer. Die Teams mussten vor dem Beginn einen negativen Coronatest vorweisen und sich an die Hygienemaßnahmen halten.

Tour de France 2020 live im Free-TV bei der ARD und One

Mit zwei Monaten Corona-Verspätung startete die Tour de France am 29.08.2020 in Nizza. Die Radsport-Fans konnten die Frankreich-Rundfahrt erneut komplett kostenlos schauen. Die ARD zeigte die Tour an den Wochentagen auf dem Spartenkanal One ab eine halbe Stunde nach dem Start bis zum Beginn der Übertragungen im Ersten. Im Hauptprogramm übertrug die ARD an Wochentagen von 16.05 bis 17.30 Uhr, an den Wochenenden abhängig von den Etappen etwas länger. Zudem gab es alle Etappen vom wichtigsten Radrennen der Welt im Internet als Livestream auf "sportschau.de".

Parallel bott auch Eurosport eine umfangreiche Live-Berichterstattung. Das komplette Programm zeigte der Spartenkanal frei empfangbar. Die Tour endete am 20. September nach 3484,2 Kilometern in Paris.

Tour de France 2020 online im Live-Stream verfolgen

Diejenigen, die die Tour lieber ohne Unterbrechung verfolgen wollten, werden bei Sportschau.de fündig. Dort gab es einen Live-Stream für die Tour de France. Bei ARD One konnten Sie online auch mit dabei sein - und das ganz ebenfalls kostenlos mit dem Live-Stream der Tour de France. Eurosport bot einen Player an, über den Abonnenten kostenpflichtig die Etappen-Sprints sehen können.

Alle Etappen, Termine und Sieger der Tour de France 2019 auf einen Blick

Etappe Datum Etappenorte Etappentyp Kilometer TV-Termine Etappensieger
1. Etappe 29.08.2020 Nizza Moyen Pays - Nizza Flachetappe 156

14.30 Uhr (ARD Sportschau)

Alexander Kristoff
2. Etappe 30.08.2020 Nizza Haut Pays - Nizza Hochgebirgsetappe 186

13.25 Uhr (ARD Sportschau)

Julian Alaphilippe
3. Etappe 31.08.2020 Nizza - Sisteron Flachetappe 198

12.40 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Caleb Ewan
4. Etappe 01.09.2020 Sisteron - Orcières-Merlette Hügelige Etappe 160,5

13.55 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Primoz Roglic
5. Etappe 02.09.2020 Gap - Privas Flachetappe 183

13.40 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Wout van Aert
6. Etappe 03.09.2020 Le Teil - Mont Aigoual Hügelige Etappe 191

12.30 Uhr

(ARD Live-Stream)

15.10 Uhr (ARD Sportschau)

Alexej Luzenko
7. Etappe 04.09.2020 Millau - Lavaur Flachetappe 168

13.55 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Wout van Aert
8. Etappe 05.09.2020 Cazères-sur-Garonne - Loudenvielle Hochgebirgsetappe 141

14 Uhr

(ARD Live-Stream)

14.30 Uhr (ARD Sportschau)

Nans Peters
9. Etappe 06.09.2020 Pau - Laruns Hochgebirgsetappe 153

12.45 Uhr

(ARD Live-Stream)

13.30 Uhr (ARD Sportschau)

Tadej Pogacar
10. Etappe 08.09.2020 Île d'Oléron Le Château-d'Oléron - Île de Ré Saint-Martin-de-Ré Flachetappe 168,5

14 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Sam Benett
11. Etappe 09.09.2020 Châtelaillon-Plage - Poitiers Flachetappe 167,5

13.55 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Caleb Ewan
12. Etappe 10.09.2020 Chauvigny - Sarran Corrèze Hügelige Etappe 218

12.20 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Marc Hirschi
13. Etappe 11.09.2020 Châtel-Guyon - Puy Mary Cantal Hochgebirgsetappe 191,5

12.20 Uhr

(ARD Live-Stream)

15.10 Uhr (ARD Sportschau)

Daniel Martinez
14. Etappe 12.09.2020 Clermont-Ferrand-Lyon Flachetappe 194

13.35 Uhr

(ARD Live-Stream)

14.30 Uhr (ARD Sportschau)

Kragh Andersen
15. Etappe 13.09.2020 Lyon - Grand Colombier
Hochgebirgsetappe
174,5

12.55 Uhr

(ARD Live-Stream)

13.30 Uhr (ARD Sportschau)

Tadej Pogacar
16. Etappe 15.09.2020 La Tour-du-Pin - Villard-de-Lans Hochgebirgsetappe 164

13.35 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr

Lennard Kämna
17. Etappe 16.09.2020 Grenoble - Méribel Col de la Loze Hochgebirgsetappe 170

12.45 Uhr (ARD Sportschau)

Miguel Angel Lopez
18. Etappe 17.09.2020 Méribel - La Roche-sur-Foron Hochgebirgsetappe 175

12.45 Uhr

(ARD Live-Stream)

15.10 Uhr (ARD Sportschau)

Michal Kwiatkowski
19. Etappe 18.09.2020 Bourg-en-Bresse - Champagnole Flachetappe 166,5

14 Uhr

(ARD Live-Stream)

16.05 Uhr (ARD Sportschau)

Sören Kragh Andersen
20. Etappe 19.09.2020 Lure - La Planche des Belles Filles

Flachetappe

(Einzelfahrten)

36,2

13.30 Uhr

(ARD Live-Stream)

14.30 Uhr (ARD Sportschau)

Tadej Pogacar
21. Etappe 20.09.2020 Mantes-la-Jolie - Paris Champs-Élysées Flachetappe  

15.30 Uhr (ARD Sportschau)

 

Tour de France 2020: Alle Ergebnisse und Hintergrund-Infos zum Radsport-Spektakel auf einen Blick

+++ 20.09.2020: Pogacar zweitjüngster Tour-Gesamtsieger - Bennett gewinnt Etappe +++

 

Der Slowene Tadej Pogacar hat die 107. Tour de France gewonnen. Der erst 21 Jahre alte Radprofi holte sich am Sonntag in Paris den Gesamtsieg vor seinem Landsmann Primoz Roglic und ging als zweitjüngster Tour-Gewinner in die Geschichte der Rundfahrt ein. Erst im Bergzeitfahren am Samstag hatte Pogacar das Gelbe Trikot von Roglic übernommen. Der Youngster vom Team UAE gewann auch das Gepunktete und das Weiße Trikot als bester Bergfahrer und Nachwuchsprofi.

Die Schlussetappe über 122 Kilometer von Mantes-la-Jolie nach Paris gewann der Ire Sam Bennett im Massensprint vor dem dänischen Weltmeister Mads Pedersen und dem Slowaken Peter Sagan. Zuvor hatte sich der deutsche Ex-Meister Maximilian Schachmann in einer Ausreißergruppe gezeigt, allerdings ohne Erfolg. Die letzten noch nötigen Punkte für das Grüne Trikot sicherte sich Bennett. Damit endete eine Ära. Ex-Weltmeister Sagan hatte in den letzten acht Jahren sieben Mal Grün geholt, nur bei seiner Disqualifikation 2017 fehlte er auf dem Podium in Paris.

In Zeiten von Corona ging es diesmal auf den Champs Élysées nicht so stimmungsvoll zu. Nur 5000 Zuschauer waren im Zielbereich zugelassen. Paris gehört zur sogenannten Roten Zone. Zuletzt waren die Neuinfektionen in Frankreich auf über 13 000 Fälle pro Tag angestiegen.

+++ 20.09.2020: Pogacar im Gelben Trikot nach Paris - Slowene vor Toursieg +++

Der Slowene Tadej Pogacar fährt am Sonntag im Gelben Trikot nach Paris und wird voraussichtlich als zweitjüngster Gesamtsieger in die Geschichte der Tour de France eingehen. Die Frankreich-Rundfahrt endet mit der 21. und letzten Etappe auf den Champs Élysées. Das Gelbe Trikot wird am Schlusstag traditionsgemäß nicht mehr angegriffen. Pogacar hatte am Samstag mit seinem Sieg im Bergzeitfahren überraschend die Führung in der Gesamtwertung übernommen und liegt 59 Sekunden vor seinem Landsmann Primoz Roglic.

+++ 19.09.2020: Pogacar nach Sensation vor Gesamtsieg bei Tour de France +++

Der junge Slowene Tadej Pogacar hat völlig überraschend im Bergzeitfahren der 107. Tour de France seinen Landsmann Primoz Roglic noch an der Spitze der Gesamtwertung abgelöst und steht vor dem Gesamtsieg. Der 21-Jährige gewann am Samstag nach einer beeindruckenden Fahrt den Kampf gegen die Uhr über 36,2 Kilometer von Lure nach La Planche des Belles Filles und ließ Roglic 1:56 Minuten hinter sich.

Pogacar geht mit einem Vorsprung von gut einer Minute auf die letzte Etappe nach Paris, wo das Gelbe Trikot traditionsgemäß nicht mehr angegriffen wird. Dabei war Vuelta-Sieger Roglic mit einem Polster von 57 Sekunden auf die 20. und vorletzte Etappe gegangen. Doch von Kilometer zu Kilometer holte Pogacar auf.

Die 21. und letzte Etappe startet am Sonntag in Mantes-la-Jolie und endet nach 122 Kilometer auf den Champs Élysées. Dort dürfte es wieder zu einem Massensprint kommen. Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen sind aber nur 5000 Zuschauer im Zielbereich erlaubt.

+++ 18.09.2020: Kragh Andersen gewinnt 19. Tour-Etappe - Roglic bleibt in Gelb +++

Sören Kragh Andersen vom deutschen Team Sunweb hat bei der 107. Tour de France seine zweite Etappe gewonnen. Der Däne holte sich auf dem 19. Teilstück am Freitag nach 166,5 Kilometern von Bourg-en-Bresse nach Champagnole den Sieg vor Luka Mezgec aus Slowenien und dem Belgier Jasper Stuyven. Der Slowene Primoz Roglic führt als Träger des Gelben Trikots in der Gesamtwertung weiter vor seinem Landsmann Tadej Pogacar.

Am Samstag fällt beim Bergzeitfahren über 36,2 Kilometer von Lure nach La Planche des Belles Filles die Entscheidung über den Gesamtsieg. Höhepunkt der vorletzten Etappe wird der Schlussanstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,5 Prozent sein.

+++ 17.09.2020: Kwiatkowski gewinnt letzte Alpen-Etappe - Greipel gibt auf +++

Michal Kwiatkowski hat die letzte Alpen-Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der 30 Jahre alte Pole holte sich nach 175 Kilometern von Méribel nach La Roche-sur-Foron am Donnerstag den Sieg vor seinem Ineos-Teamkollegen Richard Carapaz. Der Ecuadorianer übernahm das Trikot des besten Bergfahrers. Nicht mehr dabei ist Altstar André Greipel, der kurz nach Beginn der Etappe ausstieg. Der 38 Jahre alte Sprinter fiel bereits am ersten Anstieg des Tages aus dem Hauptfeld und beendete danach das Rennen. Am Vortag war der gebürtige Rostocker auf der Königsetappe gerade noch im Zeitlimit geblieben.

Auf der 19. Etappe könnten noch einmal die Sprinter zum Zug kommen. Das 166,5 Kilometer lange Teilstück von Bourg-en-Bresse nach Champagnole weist lediglich einen Berg der vierten Kategorie auf, allerdings geht es häufig auf und ab. Die Sprinter-Teams müssen sich anstrengen.

+++ 17.09.2020: 18. Etappe - Das bringt der Tag bei der Tour de France  +++

 Wer soll Primoz Roglic jetzt noch stoppen? Der Slowene ist weiter auf dem besten Weg zu seinem ersten Sieg bei der Tour de France. Auf der dritten und letzten Alpenetappe droht dem früheren Skispringer womöglich die größere Gefahr durch einen Defekt auf der Schotterstraße. Schwächen hat der Radprofi jedenfalls bislang nicht gezeigt.

STRECKE: Die 18. Etappe über 175 Kilometer von Méribel nach La Roche-sur-Foron hat am Donnerstag ihre Tücken. Am Ende des letzten Anstiegs zum Plateau des Glières, einem Berg der höchsten Kategorie, wartet noch eine fast zwei Kilometer lange Schotterpiste. Ein Defekt kann hier gravierende Folgen haben und schnell eine Minute kosten. Das ist auf den letzten 31 Kilometern mit der rasenden Abfahrt zum Ziel kaum mehr aufzuholen. Auch sonst hat die Etappe einige Kletterpassagen zu bieten. Insgesamt fünf Bergwertungen sind zu bewältigen.

FAVORITEN: Es ist eine perfekte Etappe für bergfeste Ausreißer, die in der Gesamtwertung keine Rolle mehr spielen. Der Kolumbianer Nairo Quintana wäre so ein Kandidat, nachdem sich seine Chancen im Gesamtklassement erledigt haben. Gut möglich, dass es auch Giro-Sieger Richard Carapaz wieder versucht. Schließlich hat sein Ineos-Team bei der Tour alles andere als geglänzt.

GELBES TRIKOT: Roglic liegt 57 Sekunden vor seinem Landsmann Pogacar. Doch ausruhen kann sich der Vuelta-Champion nicht. Denn der neun Jahre jüngere Rivale ist immer für eine Attacke gut. So hatte sich Pogacar im vergangenen Jahr bei der Spanien-Rundfahrt auch den dritten Platz geholt.

DEUTSCHE: Maximilian Schachmann könnte dieses Mal sein Glück versuchen, nachdem er sich an den letzten beiden Tagen zurückgehalten hat. Bei Lennard Kämna dürfte nach dem Kraftakt auf den vorigen Etappen die Luft raus sein. Unwahrscheinlich ist auch ein Angriff von Emanuel Buchmann. Der Vorjahres-Vierte, der durch den Sturz bei der Dauphiné-Rundfahrt angeschlagen in die Tour gegangen ist, klagte zuletzt auch noch über eine Erkältung.

+++ 16.09.2020: Kolumbianer Lopez gewinnt Königsetappe - Roglic baut Führung aus +++

Miguel Angel Lopez hat die Königsetappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Kolumbianer vom Team Astana holte sich am Mittwoch auf dem 17. Teilstück nach 170 Kilometern mit Start in Grenoble den Sieg auf dem 2304 Meter hohen Col de la Loze vor dem Gesamtführenden Primoz Roglic und dessen Verfolger Tadej Pogacar (beide Slowenien). Gelbträger Roglic baute damit seine Führung in der Gesamtwertung aus.

Der deutsche Youngster Lennard Kämna gehörte einen Tag nach seinem Etappensieg in Villard-de-Lans zunächst einer Ausreißergruppe an, doch bereits am vorletzten Berg musste der Norddeutsche abreißen lassen. Die letzte Alpen-Etappe über 175 Kilometer von Méribel nach La Roche-sur-Foron ist am Donnerstag nicht mehr gar so schwer, hat aber trotzdem ihre Tücken. Am Ende des letzten Anstiegs zum Plateau des Glières wartet noch eine fast zwei Kilometer lange Schotterpiste. Ein Defekt kann hier gravierende Folgen haben und wäre auf den letzten 31 Kilometern mit der rasenden Abfahrt zum Ziel kaum mehr aufzuholen.

+++ 16.09.2020: 17. Etappe - Das bringt der Tag bei der Tour de France +++

High Noon in den Alpen: Auf der Königstetappe der 107. Tour de France ist Spannung garantiert. Das Ziel des 17. Teilstücks liegt am Mittwoch in 2304 Metern Höhe. Kommt es am Col de la Loze zum nächsten Schlagabtausch der slowenischen Stars Primoz Roglic und Tadej Pogacar?

STRECKE: Am Ende des 170 Kilometer langen Teilstücks mit Start in Grenoble steht die Kletterpartie zum 2304 Meter hohen Col de la Loze an. Der Anstieg der höchsten Kategorie weist auf 21,5 Kilometer eine durchschnittliche Steigung von 7,8 Prozent auf und bildet das Dach der Tour. Die Rampen sind stellenweise bis zu 20 Prozent steil. Auf dem Weg zur Bergankunft ist zuvor aber noch der Col de la Madeleine, ebenfalls ein 2000er Berg der höchsten Kategorie, zu bewältigen.

GELBES TRIKOT: Die Königsetappe bietet Pogacar womöglich die größte Chance, seinem Landsmann Roglic noch das Gelbe Trikot zu entreißen. «Wenn ich die Chance zum Sieg habe, werde ich die Möglichkeit ergreifen», kündigte der 21 Jahre alte Tour-Debütant an. 40 Sekunden liegt Pogacar hinter Roglic. In Schlagdistanz ist auch noch der kolumbianische Routinier Rigoberto Uran, der 1:34 Minuten zurückliegt.

DEUTSCHE: Lennard Kämna dürfte sich nach der Triumphfahrt am Dienstag eine kleine Auszeit nehmen. In Bestform wäre die Etappe maßgeschneidert für Emanuel Buchmann. Doch der Vorjahresvierte, der durch den Sturz bei der Dauphiné-Rundfahrt angeschlagen in die Tour gegangen ist, klagte zuletzt auch noch über eine Erkältung.

SPRINTER: Die schnellen Männer müssen leiden. Den Zwischensprint werden Sam Bennett und Co. noch mit dem Peloton erreichen. Doch bei zwei Bergen der höchsten Kategorie geht es anschließend nur noch darum, im Zeitlimit zu bleiben.

+++ 15.09.2020: Kämna gewinnt 16. Tour-Etappe - Sieg vor Carapaz +++

Lennard Kämna hat für den ersten deutschen Etappensieg bei der 107. Tour de France gesorgt. Der 24 Jahre alte Radprofi holte sich am Dienstag auf dem 16. Teilstück nach 164 Kilometer von La Tour-du-Pin nach Villard-de-Lans den Sieg vor Richard Carapaz (Ecuador). Damit sorgte Kämna für den ersten deutschen Tagessieg seit John Degenkolb 2018 in Roubaix. Die Favoriten um Gelbträger Primoz Roglic erreichten mit großem Rückstand das Ziel. Keine Gefahr droht den Fahrern mehr durch die Corona-Tests. Alle rund um den zweiten Ruhetag durchgeführten 785 Kontrollen auf das Virus waren negativ. Damit können alle 22 Teams die Reise nach Paris fortsetzen. Bis zur Schlussetappe am Sonntag sind keine weiteren Tests mehr vorgesehen.

Am Mittwoch wird die Tour mit der Königsetappe fortgesetzt. Am Ende des 170 Kilometer langen Teilstücks mit Start in Grenoble steht die Kletterpartie zum 2304 Meter hohen Col de la Loze an. Der Anstieg der höchsten Kategorie weist auf 21,5 Kilometer eine durchschnittliche Steigung von 7,8 Prozent auf und bildet das Dach der Tour.

+++ 15.09.2020: Alle Corona-Tests bei der Tour de France am zweiten Ruhetag negativ +++

Bei den Corona-Tests am zweiten Ruhetag der 107. Tour de France hat es keinen Positivfall gegeben. Damit können alle 156 Fahrer die Reise nach Paris fortsetzen. Das gaben der Veranstalter ASO und der Weltverband UCI vor der 16. Etappe am Dienstag bekannt. Bis zur Schlussetappe am Sonntag sind keine weiteren Tests mehr vorgesehen.

Rund um den zweiten Ruhetag wurden bei allen 22 Mannschaften insgesamt 785 Kontrollen auf das Virus durchgeführt. Laut Reglement führen schon zwei Positivfälle in einem Team zum Ausschluss des ganzen Rennstalls. Zu einem Team gehören dabei nicht nur die acht Fahrer, sondern auch das direkte Umfeld wie Betreuer, Physiotherapeuten oder Sportdirektoren.

Am ersten Ruhetag war noch bei vier Rennställen jeweils ein Betreuer positiv getestet worden, was keine Auswirkungen auf die Teams hatte. Auch Tour-Boss Christian Prudhomme war vergangene Woche positiv getestet worden. Nach einer Woche Quarantäne konnte er nun in den Tross zurückkehren. Bei einer neuen Kontrolle war er negativ auf Corona getestet worden.

Die Teams absolvierten die Rundfahrt bislang in einer sogenannten Blase. Es galten strikte Regeln wie das Tragen von Masken beim Einschreiben, im Bus, im Hotel und bei der Siegerehrung. Dazu wurden die Athleten jeden Tag medizinisch überwacht und auf Symptome untersucht. Nur im Rennen gab es keine Einschränkungen.

+++ 15.09.2020: 17. Tour-Etappe: Königsetappe auf den Col de la Loze +++

Bei der 107. Tour de France kommt es auf der Königsetappe am Mittwoch zum großen Showdown der Favoriten. Am Ende des 170 Kilometer langen Teilstücks mit Start in Grenoble steht die Kletterpartie zum 2.304 Meter hohen Col de la Loze an. Der Anstieg der höchsten Kategorie weist auf 21,5 Kilometer eine durchschnittliche Steigung von 7,8 Prozent auf und bildet das Dach der Tour. Auf dem Weg zur Bergankunft ist zuvor aber noch der Col de la Madeleine, ebenfalls ein 2.000er Berg der höchsten Kategorie, zu bewältigen. Auf dieser Etappe dürften die Favoriten um die beiden slowenischen Top-Stars Primoz Roglic und Tadej Pogacar den Sieg unter sich ausmachen.

+++ 14.09.2020: 16. Tour-Etappe: Womöglich eine Chance für Schachmann oder Kämna +++ 

Mit einer mittelschweren Bergetappe geht die 107. Tour de France in ihre letzte Woche. Auf dem 16. Teilstück von La Tour-du-Pin nach Villard-de-Lans sind am Dienstag fünf Anstiege zu bewältigen, allerdings geht es noch nicht die ganz großen Pässe hinauf. 33 Kilometer vor dem Ziel bildet der Montée de Saint-Nizier-du-Moucherotte, ein Berg der ersten Kategorie, mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,5 Prozent auf 11,1 Kilometer die schwerste Prüfung des Tages. Der Schlussanstieg ist dagegen nur noch 2,2 Kilometer lang.

Auch mit Blick auf die schwere Bergetappe am Mittwoch dürfte der Tag eher eine Angelegenheit für bergfeste Fahrer aus der zweiten Reihe sein. Vielleicht ist es auch noch einmal eine Chance für Maximilian Schachmann oder Lennard Kämna.

+++ 13.09.2020: Pogacar siegt auf dem Grand Colombier - Roglic weiter in Gelb +++

Der Slowene Tadej Pogacar hat bei der 107. Tour de France die Bergankunft auf dem Grand Colombier gewonnen. Der 21-Jährige holte sich am Sonntag auf dem 17,4 Kilometer langen Schlussanstieg den Sieg der 15. Etappe im Sprint vor seinem Landsmann Primoz Roglic, der damit das Gelbe Trikot des Gesamtersten erfolgreich verteidigte. Dritter wurde der Australier Richie Porte.

Der große Verlierer war der kolumbianische Titelverteidiger Egan Bernal, der mit großem Rückstand ins Ziel kam und seine Chancen auf den Gesamtsieg einbüßte. Auch der zweimalige Tour-Zweite Nairo Quintana verlor viel Zeit.

Nach der Kletterpartie wartet am Montag der zweite Ruhetag. Dabei stehen die nächsten Corona-Tests im Blickpunkt. Sollten zwei Mitglieder eines Teams positiv auf das Virus getestet werden, erfolgt der Ausschluss des ganzen Rennstalls. Zu einer Mannschaft gehören nicht nur die acht Fahrer, sondern auch die jeweiligen Betreuer. Bis zum Beginn der 16. Etappe, die am Dienstag über 164 Kilometer von La Tour-du-Pin nach Villard-de-Lans führt, sollen die Ergebnisse der Kontrollen vorliegen.

+++ 12.09.2020: Kragh Andersen gewinnt 14. Tour-Etappe - Roglic bleibt in Gelb +++

Der Däne Sören Kragh Andersen hat die 14. Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der 26-Jährige vom deutschen Sunweb-Team holte sich am Samstag nach 194 Kilometern von Clermont-Ferrand nach Lyon im Alleingang den Sieg vor Luka Mezgec aus Slowenien und dem Italiener Simone Consonni.

Im Gesamtklassement blieb alles beim Alten. Der Slowene Primoz Roglic liegt als Träger des Gelben Trikot weiterhin 44 Sekunden vor seinem jungen Landsmann Tadej Pogacar. Dritter ist 59 Sekunden zurück der kolumbianische Vorjahressieger Egan Bernal.

Am Sonntag kommt es auf der 15. Etappe mit der Bergankunft auf dem 1501 Meter hohen Grand Colombier zum nächsten Schlagabtausch der Top-Stars. Auf dem 174,5 Kilometer langen Teilstück mit Start in Lyon startet die Kletterpartie bereits nach gut 100 Kilometern, wenn zunächst der Montée de la Selle de Fromental und dann der Col de la Biche, zwei Anstiege der ersten Kategorie, gemeistert werden müssen.

+++ 12.09.2020: Steigende Infektionszahlen: Keine Tour-Fans auf dem Grand Colombier +++

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen werden bei der 107. Tour de France am Sonntag auf dem Grand Colombier keine Zuschauer zugelassen. Die Maßnahme der Präfektur im Département Ain betrifft dabei den Schlussanstieg der 15. Etappe zum 1501 Meter hohen Gipfel sowie den vorherigen Anstieg zum Col de la Biche.

Die Region gehört zu den 42 Départements, die inzwischen zur Roten Zone aufgrund der hohen Corona-Infektionen erklärten wurden. In Frankreich wurden am Donnerstag und Freitag jeweils fast 10 000 Neuinfektionen registriert. Durch die Einstufung als Rote Zone haben die Behörden vor Ort die Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben einschränken.

Auch Lyon ist von der Corona-Pandemie aktuell wieder schwer betroffen. In der Großstadt werden im Zielbereich der 14. Etappe am Samstag keine Zuschauer zugelassen.

+++ 11.09.2020: Romain Bardet muss bei Tour de France aufgeben +++

Der französische Hoffnungsträger Romain Bardet muss nach einem Sturz bei der Tour de France vorzeitig aufgeben. Der 29 Jahre alte Radprofi habe auf der 13. Etappe am Freitag eine Gehirnerschütterung erlitten und müsse vorerst auf sportliche Aktivitäten verzichten, teilte sein AG2R-Team am Abend mit. "Der Crash war heftig, bergab bei hoher Geschwindigkeit. Danach habe ich mich den Rest des Tages gequält", wurde Bardet in der Mitteilung zitiert. Wann er wieder in den Rennbetrieb zurückkehren könne, sei derzeit offen, hieß es. Als Gesamtelfter lag Bardet drei Minuten hinter Tour-Spitzenreiter Primoz Roglic aus Slowenien.

+++ 11.09.2020: Kämna verpasst als Zweiter Erfolg bei Bergankunft - Martinez siegt +++

Lennard Kämna den ersten Etappensieg bei der Tour de France knapp verpasst. Bei der Bergankunft auf der 13. Etappe kam der Norddeutsche vom Team Bora-hansgrohe am Freitag als Zweiter ins Ziel. Sieger nach 191,5 Kilometern und insgesamt sieben Bergwertungen wurde der Kolumbianer Daniel Martinez. Rang drei sicherte sich Kämnas Teamkollege Maximilian Schachmann.

In der Gesamtwertung verteidigte der Slowene Primoz Roglic sein Gelbes Trikot erfolgreich vor dem Kolumbianer Egan Bernal.

Auf der 14. Etappe der 107. Tour de France kommen die Klassikerspezialisten auf ihre Kosten. Auf dem 194 Kilometer langen Teilstück von Clermont-Ferrand nach Lyon warten auf den letzten zehn Kilometern die drei kleineren Anstiege La Duchère, Montée de l'Observance und La Croix Rousse. Das könnte Fahrern wie Julian Alaphilippe oder Wout van Aert liegen.

+++ 10.09.2020: Schweizer Hirschi gewinnt längste Tour-Etappe - Roglic bleibt in Gelb +++

Marc Hirschi hat die längste Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Schweizer vom deutschen Team Sunweb holte sich am Donnerstag nach 218 Kilometern von Chauvigny nach Sarran Corrèze den Sieg vor Pierre Rolland und seinem Teamkollegen Sören Kragh Andersen. Der Berliner Maximilian Schachmann belegte Rang sechs.

An der Spitze der Gesamtwertung blieb alles beim Alten. Vuelta-Champion Primoz Roglic trägt auch nach der zwölften Etappe weiter das Gelbe Trikot und liegt 21 Sekunden vor Titelverteidiger Egan Bernal. Dritter ist 28 Sekunden zurück der Franzose Guillaume Martin.

Am Freitag sind die Top-Favoriten wieder gefordert, wenn auf der 13. Etappe über 191,5 Kilometer von Châtel-Guyon nach Puy Mary Cantal insgesamt sieben Bergwertungen im Zentralmassiv mit 4400 Höhenmetern warten. Das Ziel liegt außerdem in 1589 Metern Höhe.

+++ 09.09.2020: Ewan gewinnt elfte Tour-Etappe - Roglic weiter in Gelb +++

Caleb Ewan hat die elfte Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Australier siegte am Mittwoch nach 167,5 Kilometer von Châtelaillon-Plage nach Poitiers im Massensprint vor Peter Sagan und Sam Bennett. Das Gelbe Trikot des Gesamtersten verteidigte der slowenische Vuelta-Champion Primoz Roglic erfolgreich. Der Ex-Skispringer liegt weiterhin 21 Sekunden vor dem kolumbianischen Titelverteidiger Egan Bernal.

Am Donnerstag wird die Tour mit der längsten Etappe fortgesetzt, wenn es über 218 Kilometer von Chauvigny nach Sarran Corrèze geht. Zwei Berge der vierten sowie jeweils ein Anstieg der dritten und zweiten Kategorie könnten Ausreißern eine Chance bieten.

+++ 08.09.2020: Ire Bennett gewinnt zehnte Tour-Etappe - Roglic bleibt in Gelb +++

Sam Bennett hat die zehnte Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Ire holte sich am Dienstag nach 168,5 Kilometern von Le Château-d'Oléron nach Saint-Martin-de-Ré den Sieg vor Caleb Ewan und Peter Sagan. Das Gelbe Trikot behält der Slowene Primoz Roglic, der weiterhin 21 Sekunden vor dem kolumbianischen Titelverteidiger Egan Bernal liegt.

Vor der Etappe war bekannt geworden, dass alle Fahrer bei den Corona-Tests rund um den ersten Ruhetag negativ geblieben waren. Dafür gab es aber einen Positivbefund bei Tour-Direktor Christian Prudhomme, der das Rennen für mindestens eine Woche verlassen muss. Auch vier Betreuer aus den 22 Mannschaften wurden positiv getestet, was aber keine Folgen für die Teams hatte.

Am Mittwoch wird die Frankreich-Rundfahrt mit der elften Etappe über 167,5 Kilometer von Châtelaillon-Plage nach Poitiers fortgesetzt. Abgesehen von einem Berg der vierten Kategorie warten keine großen Schwierigkeiten, so dass es zu einem Massensprint kommen könnte.

+++ 08.09.2020: Corona-Wirbel bei der Tour: Alle Fahrer negativ, Renndirektor positiv +++

In der knallroten Limousine der Tour-Direktion mit der Nummer 1 fehlte der prominenteste Insasse. Ausgerechnet Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme, der die Fahrer immer wieder eindringlich zur Einhaltung der Corona-Regeln animiert und sich für strikte Regeln stark gemacht hatte, ist positiv auf das Virus getestet worden und musste das Rennen verlassen. Das gab der Veranstalter ASO bekannt. Dagegen fielen die Kontrollen aller 166 noch im Rennen befindlichen Fahrer rund um den ersten Ruhetag negativ aus. Lediglich vier Mitglieder aus dem Betreuerstab der 22 Teams waren bei den 841 PCR-Tests auffällig. Die Personen verließen den Tour-Tross, weitere Auswirkungen hatten die Fälle nicht.

Prudhomme wird aber vorerst nicht mehr die Fahne zum Start der Etappen schwenken. "Ich werde die Tour für acht Tage verlassen. Ich werde mich wie jeder französische Angestellte in so einem Fall verhalten", sagte der frühere Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Prudhomme betonte, dass er keinen Kontakt zu den Fahrern gehabt und auch nicht der sogenannten Blase angehört habe. "Die Fahrer leben wie Mönch-Soldaten, das ist bei mir nicht der Fall." Aufgrund seiner Funktion habe er viele Gäste und Verantwortliche getroffen, so Prudhomme, der durch François Lemarchand ersetzt wird.

Pikant ist dabei, dass erst am Samstag der französische Premierminister Jean Castex auf der Pyrenäen-Etappe im Auto von Prudhomme Platz genommen hatte. Es ist Usus bei der Frankreich-Rundfahrt, dass die wichtigsten Politiker des Landes regelmäßig einen Abstecher zum Nationalheiligtum Frankreichs machen. Staatschef Emmanuel Macron war dieses Jahr aber noch nicht vor Ort. Für Castex gibt es Kabinettssitzungen vorerst nur per Videokonferenz, wie Macron klarstellte. Der Minister werde sich umgehend testen lassen, hieß es aus dem Élysée-Palast.

Das hatten die Fahrer rund um den ersten Ruhetag am Montag hinter sich gebracht. Die Sorge war groß, dass sich nach über einer Woche große Teile des Fahrerfeldes womöglich angesteckt haben könnten. Denn in Frankreich sind die Infektionszahlen rapide in die Höhe gegangen und an manchen Anstiegen wie am Sonntag am Col de Pyresourde bildeten die Fans - viele ohne Maske - einen engen Spalier für die Fahrer.

Die Sorgen waren unbegründet, das Peloton hat sich strikt an die Maßnahmen gehalten und ist komplett negativ. Allerdings stellen die vier positiv getesteten Betreuer aus den Mannschaften der Topfahrer Egan Bernal (Ineos-Grenadiers), Guillaume Martin (Cofidis), Romain Bardet (AG2R La Mondiale) und Adam Yates (Mitchelton-Scott) eine direkte Gefahr da. Sollte in den nächsten Tagen ein zweiter Vorfall in den entsprechenden Mannschaften auftreten, wären die Rennställe direkt ausgeschlossen.

Laut Reglement führen zwei Positivfälle in einem Team innerhalb von sieben Tagen zum Ausschluss des ganzen Rennstalls. Zu einem Team gehören dabei nicht nur die acht Fahrer, sondern auch das direkte Umfeld wie Betreuer, Physiotherapeuten oder Sportdirektoren.

Die Teams absolvierten die Rundfahrt bislang in einer sogenannten Blase. Es galten strikte Regeln wie das Tragen von Masken beim Einschreiben, im Bus, im Hotel und bei der Siegerehrung. Dazu wurden die Athleten jeden Tag medizinisch überwacht und auf Symptome untersucht. Nur im Rennen gab es keine Einschränkungen.

Aufregung hatte es am Dienstag noch beim belgischen Radrennstall Deceuninck-Quick Step um eine verdächtige Probe eines Mitarbeiters gegeben. Dieser wurde am Morgen mit dem Krankenwagen abgeholt. Der Nachtest erwies sich allerdings als negativ. "Wir werden das Rennen ganz normal fortsetzen", teilte die Mannschaft um den französischen Star Julian Alaphilippe mit. Das konnte Prudhomme nicht von sich behaupten.

+++ 06.09.2020: Roglic in Gelb - Buchmann bricht in den Pyrenäen ein +++

Mit gesenktem Kopf und schwerem Tritt quälte sich Emanuel Buchmann die steilen Rampen in den Pyrenäen hinauf, verzweifelt blickte der deutsche Hoffnungsträger den Stars der Branche hinterher. Beim Showdown in den Pyrenäen hat sich für den angeschlagenen Vorjahresvierten der Traum vom Podium in Paris wohl erledigt. Mit über vier Minuten Rückstand erreichte der Kletterspezialist am Sonntag auf der neunten Etappe der 107. Tour de France das Ziel in Laruns, nachdem ihm am Vortag schon die Grenzen im Hochgebirge aufgezeigt worden waren.

Beim Schlagabtausch der Favoriten stand Buchmann auf verlorenem Posten, mehr als fünf Minuten Rückstand hat er nun in der Gesamtwertung. Auch der Brite Adam Yates konnte nicht mehr folgen, als die Stars ernst machten. So verlor der 28-Jährige das Gelbe Trikot an Vuelta-Champion Primoz Roglic. Der Slowene erreichte nach 153 Kilometern und fünf Bergwertungen von Pau nach Laruns als Zweiter hinter seinem jungen Landsmann Tadej Pogacar das Ziel. Zuvor hatte er sich schon fünf Bonussekunden am Schlussanstieg geholt. Tragischer Held war der Schweizer Marc Hirschi vom deutschen Sunweb-Team, der kurz vor dem Ziel eingeholt und im Schlusssprint Dritter wurde.

+++ 05.09.2020: Rückschlag für Buchmann - Fiasko für Pinot +++

Für Emanuel Buchmann ist beim ersten Schlagabtausch in den Pyrenäen der Traum vom Podium bei der Tour de France in weite Ferne gerückt. Der deutsche Hoffnungsträger erreichte am Samstag mit über einer Minute Rückstand auf die Stars der Branche das Ziel in Loudenvielle. Noch viel schlimmer erging es dem französischen Mitfavoriten Thibaut Pinot, der einen großen Einbruch erlebte und alle Chancen einbüßte. Und auch sein Landsmann Julian Alaphilippe hat das Gelbe Trikot aus den Augen verloren.

Da war es für die Gastgeber nur ein schwacher Trost, dass Ausreißer Nans Peters nach 141 Kilometern und drei schweren Bergen im Alleingang die Etappe vor dem Letten Toms Skujins und dem Spanier Carlos Verona gewann. Das Gelbe Trikot des Gesamtersten verteidigte der Brite Adam Yates mit letzter Kraft, nachdem er mehrmals abgehängt worden war, sich aber immer wieder rankämpfte.

+++ 05.09.2020: Das bringt die 8. Etappe der Tour de France 2020 +++

 Rechtzeitig vor den Pyrenäen hat sich Emanuel Buchmann als Gesamtzwölfter in Position gebracht. Dafür musste seine Bora-hansgrohe-Mannschaft am Freitag aber hart arbeiten. Ob sich die Anstrengungen in den Bergen rächen? Die achte Etappe mit drei schweren Bergen verspricht Spannung.

STRECKE: Nach den Südalpen und dem Zentralmassiv geht es bereits in die Pyrenäen - und das innerhalb der ersten Woche. Das nur 141 Kilometer lange achte Teilstück von Cazères-sur-Garonne nach Loudenvielle hat es am Samstag durchaus in sich. Zwar liegt das Ziel nicht auf dem Berg, aber einfach wird es trotzdem nicht - vor allem im Finale. Nach dem Anstieg zum Port de Balès, dem ersten Berg der höchsten Kategorie bei dieser Tour, wartet noch der 1569 Meter hohe Col de Peyresourde. Danach folgt die halsbrecherische Abfahrt ins Ziel.

FAVORITEN: Auch wenn es keine Bergankunft ist, könnte sich im Gesamtklassement einiges tun. Denn am letzten Anstieg werden Bonussekunden verteilt und auf der anspruchsvollen Abfahrt könnten Spezialisten wie Ex-Skispringer Primoz Roglic (Slowenien) auf ihre Chance lauern. Aber auch Vorjahressieger Egan Bernal (Kolumbien) fährt trotz seines jungen Alters äußerst clever und umsichtig. Gut möglich, dass Frankreichs Hoffnungsträger Julian Alaphilippe noch einmal angreift, sollte er die Kletterpartien in der Spitzengruppe meistern.

GELBES TRIKOT: Nur drei Sekunden liegt der Brite Adam Yates vor Roglic im Gesamtklassement. Das könnte eng werden, auch wenn der Mann vom Team Mitchelton-Scott ein guter Kletterer ist. Immerhin gewann er 2016 die Tour-Nachwuchswertung und belegte den vierten Gesamtrang. Ist Yates womöglich die große Überraschung in diesem Jahr?

DEUTSCHE: In den Pyrenäen wird sich zeigen, wie gut Emanuel Buchmann seine Sturzverletzungen aus der Dauphiné-Rundfahrt überwunden hat. "Da wird das Radrennen richtig losgehen", sagte der Ravensburger, der mit 22 Sekunden Rückstand aussichtsreich auf dem zwölften Platz liegt. Wichtig dürfte für den Vorjahresvierten sein, dass er möglichst lange von seinen Helfern Maximilian Schachmann und Lennard Kämna unterstützt wird.

+++ 04.09.2020: Van Aert gewinnt siebte Tour-Etappe - Bora-Team überrascht das Feld +++

Wout van Aert hat die siebte Etappe der 107. Tour de France gewonnen und dabei von einem frühen Überraschungsangriff des deutschen Bora-hansgrohe-Rennstalls profitiert. Der Belgier vom Team Jumbo Visma siegte am Freitag nach 168 Kilometern von Millau nach Lavaur vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen und dem Franzosen Bryan Coquard. Van Aert kam dabei zugute, dass die Top-Sprinter wie Caleb Ewan (Australien) und Sam Bennett (Irland) frühzeitig abgehängt waren, nachdem das Bora-Team durch eine Tempoverschärfung am ersten Berg das Feld auseinandergerissen hatte.

Auf die Spitze der Gesamtwertung hatte das Manöver keinen Einfluss. Der Brite Adam Yates blieb vor dem Top-Favoriten Primoz Roglic (Slowenien) und verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich. Egan Bernal (Kolumbien) rutschte hinter Guillaume Martin (Frankreich). Der Vorjahresvierte Emanuel Buchmann verlor keine Zeit.

Am Wochenende stehen die beiden Pyrenäen-Etappen auf dem Programm. Zunächst geht es auf der 141 Kilometer langen Etappe von Cazères-sur-Garonne nach Loudenvielle über zwei Berge der ersten sowie einen Anstieg der höchsten Kategorie. Einen Tag später warten dann auf dem Teilstück von Pau nach Laruns weitere fünf Bergwertungen.

+++ 04.09.2020: Sprintchancen für Ewan, Sagan und Bennett auf dem Weg in die Pyrenäen +++

Auf dem Weg in Richtung Pyrenäen dürfen die Sprinter noch einmal auf eine Massenankunft hoffen. Das Finale der siebten Etappe ist komplett flach und dürfte den schnellen Männern um Caleb Ewan und Sam Bennett liegen. Oder schlägt womöglich noch einmal Altstar André Greipel zu?

STRECKE: Nach dem bergigen Teilstück am Vortag dürfen die Sprinter am Freitag auf der siebten Etappe auf eine Massenankunft hoffen. Der Start erfolgt in Millau, wo die mit 2460 Metern längste Schrägseilbrücke der Welt steht und mit einer Pfeilerhöhe von maximal 343 Metern der höchste Bau Frankreichs ist. Danach geht es über 168 Kilometer nach Lavaur. Unterwegs sind zwei Berge der dritten und einer der vierten Kategorie zu bewältigen. Auf den letzten 70 Kilometern warten aber keine Hindernisse mehr.

Altstar André Greipel kommt nach seinem schweren Sturz zum Auftakt allmählich wieder zu Kräften. Reicht es diesmal, um in die Tagesentscheidung einzugreifen? Nur zu gern würde der 38-Jährige das Dutzend an Etappensiegen vollmachen und seinem Israel-Team den ersten Tour-Erfolg bescheren.

+++ 03.09.2020: Kasache Luzenko siegt auf dem Mont Aigoual - Yates bleibt in Gelb +++

Alexej Luzenko hat sich bei der zweiten Bergankunft der 107. Tour de France den Etappensieg geholt. Der Kasache gewann auf dem sechsten Teilstück am Donnerstag von Le Teil hinauf zum Mont Aigoual vor dem Spanier Jesus Herrada und Greg van Avermaet aus Belgien. Der deutsche Hoffnungsträger Emanuel Buchmann erreichte mit den Top-Favoriten das Ziel.

Das Gelbe Trikot des Gesamtersten verteidigte der Brite Adam Yates erfolgreich. Der Fahrer vom Team Mitchelton-Scott hatte am Mittwoch die Führung nach einer Zeitstrafe des bisherigen Ersten Julian Alaphilippe übernommen. Yates liegt drei Sekunden vor dem slowenischen Vuelta-Sieger Primoz Roglic.

Am Freitag geht es auf der siebten Etappe über flaches Terrain. Auf dem Weg von Millau nach Lavaur über 168 Kilometer sind nur zwei Berge der dritten und einer der vierten Kategorie zu bewältigen. So könnte sich den Sprintern um Caleb Ewan (Australien) und Sam Bennett (Irland) eine gute Chance auf eine Massenankunft bieten.

+++ 02.09.2020: Belgier van Aert gewinnt fünfte Tour-Etappe +++

Wout van Aert hat die fünfte Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Belgier siegte am Mittwoch nach 183 Kilometern von Gap nach Privas im Massensprint vor dem Niederländer Cees Bol vom deutschen Sunweb-Team und dem Iren Sam Bennett. Die deutschen Fahrer spielten im Finale keine große Rolle. Alaphilippe verlor indessen Gelb an Adam Yates. Der Franzose hatte 17 Kilometer vor dem Ziel eine Getränkeflasche von seinem Team entgegen genommen, was zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erlaubt war. Die Grenze ist bei Kilometer 20 festgelegt. Die Jury kannte kein Pardon und machte nicht einmal für den lokalen Helden eine Ausnahme. 20 Sekunden Zeitabzug und 200 Franken waren die Strafe.

Am Donnerstag endet die sechste Etappe nach 191 Kilometer auf dem 1560 Meter hohen Mont Aigoual. Eine richtige Bergankunft ist es nicht, auch wenn es vom Col de la Lusette - einem Berg der ersten Kategorie - 14 Kilometer vor Etappenende noch weiter hinauf geht. Womöglich bietet sich eine gute Chance für Ausreißer.

+++ 01.09.2020: Roglic siegt bei Bergankunft - Buchmann verliert einige Sekunden +++

Mitfavorit Primoz Roglic hat die erste Bergankunft der 107. Tour de France gewonnen. Der Slowene holte sich am Dienstag nach 160,5 Kilometern von Sisteron nach Orcières-Merlette den Sieg vor seinem Landsmann Tadej Pogacar. Deutschlands Hoffnungsträger Emanuel Buchmann erreichte das Ziel an der 1825 Meter hoch gelegenen Skistation einige Sekunden hinter Roglic.

Die Führung in der Gesamtwertung verteidigte der Franzose Julian Alaphilippe erfolgreich. Damit wird der Superstar am Mittwoch zum insgesamt 17. Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot tragen.

Auf der fünften Etappe sind dann wieder die Sprinter gefragt. Über 183 Kilometer von Gap nach Privas warten nur zwei Berge der vierten Kategorie.

+++ 31.08.2020: Ewan gewinnt dritte Tour-Etappe - Alaphilippe weiter in Gelb

Der Australier Caleb Ewan hat die dritte Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Teamkollege von Roger Kluge holte sich am Montag nach 198 Kilometer von Nizza nach Sisteron den Sieg im Massensprint vor dem Iren Sam Bennett und dem Italiener Giacomo Nizzolo. Die deutschen Fahrer spielten bei der zweiten Sprintankunft erneut keine Rolle.

Das Gelbe Trikot des Gesamtersten trägt weiterhin der französische Superstar Julian Alaphilippe, der mit dem Hauptfeld ins Ziel kam. Auch die Favoriten um Vorjahressieger Egan Bernal aus Kolumbien und dem deutschen Hoffnungsträger Emanuel Buchmann verloren keine Zeit.

Das könnte am Dienstag anders aussehen, wenn die erste Bergankunft auf dem Programm steht. Nach 160,5 Kilometern geht es zur 1825 Meter hoch gelegenen Skistation in Orcières-Merlette hinauf. Der Berg der ersten Kategorie weist über 7,1 Kilometer eine durchschnittliche Steigung von 6,7 Prozent auf.

+++ 30.08.2020: Alaphilippe gewinnt zweite Tour-Etappe und übernimmt Gelb +++

Julian Alaphilippe hat die zweite Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der Radprofi aus Frankreich siegte am Sonntag auf dem bergigen Teilstück über 186 Kilometer mit Start und Ziel in Nizza vor dem Schweizer Marc Hirschi aus dem deutschen Sunweb-Team und dem Briten Adam Yates. Alaphilippe holte sich damit auch das Gelbe Trikot des Gesamtersten. Die Topfavoriten um Vorjahressieger Egan Bernal erreichten das Ziel im Hauptfeld.

Nicht mehr am Start standen der deutsche Klassikerspezialist John Degenkolb und der belgische Ex-Weltmeister Philippe Gilbert. Das Duo aus dem Lotto-Soudal-Team hatte sich bei den vielen Stürzen am Samstag schwere Knieverletzungen zugezogen.

Am Montag wird die Frankreich-Rundfahrt mit der dritten Etappe über 198 Kilometer von Nizza nach Sisteron fortgesetzt. Dort könnten die Sprinter eine Chance auf den Tagessieg erhalten.

+++ 30.08.2020: 3. Tour-Etappe: Ein Tag für die Sprinter in Sisteron +++

Die wenigen Chancen muss man nutzen. Die 107. Tour de France ist nicht gerade Sprinter-freundlich. Eine Massenankunft bietet sich für die schnellen Männer aber am Montag auf dem dritten Teilstück über 198 Kilometer von Nizza nach Sisteron. Drei Berge der dritten und einer der vierten Kategorie versprechen zwar keine Spazierfahrt durch die Provence, aber immerhin sind die letzten 50 Kilometer komplett flach. Dort dürften Sprinter wie Caleb Ewan (Australien), Sam Bennett (Irland), Auftaktsieger Alexander Kristoff (Norwegen) oder auch Ex-Weltmeister Peter Sagan (Slowakei) ihre Chance suchen.

+++ 29.08.2020: Tour-Aus für Degenkolb - nach Sturz nicht mehr im Zeitlimit +++ 

Klassikerspezialist John Degenkolb ist bereits nach der ersten Etappe der 107. Tour de France ausgeschieden. Der 31-Jährige blieb nach einem Sturz am Samstag außerhalb des Zeitlimits und darf damit zur zweiten Etappe am Sonntag nicht mehr antreten. Lotto-Soudal-Teamsprecher Philippe Maertens bestätigte auf dpa-Anfrage das Tour-Aus. Degenkolb war nach der Etappe gleich zum Röntgen. Der frühere Paris-Roubaix-Sieger hatte sich bei dem Sturz an den Knien verletzt.

Neben Degenkolb kamen auch André Greipel und Nils Politt auf der ersten Etappe zu Fall. Beide haben die Stürze aber ohne gravierende Verletzungen überstanden und können am Sonntag starten. Greipel wurde am Bein mit vier Stichen genäht, Politt klagte über Rückenprobleme. Aufgrund der regennassen Fahrbahn war es zu zahlreichen Stürzen am Samstag gekommen.

+++ 29.08.2020: Kristoff gewinnt erste Tour-Etappe - viele Stürze zum Auftakt +++

Der Norweger Alexander Kristoff hat die erste Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der 33-Jährige holte sich am Samstag nach 156 Kilometern mit Start und Ziel in Nizza den Sieg vor dem dänischen Weltmeister Mads Pedersen. Die deutschen Fahrer spielten bei der Entscheidung keine Rolle. Überschattet war die Etappe von zahlreichen Stürzen auf regennasser Fahrbahn.

Trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen waren Zuschauer an der Strecke erlaubt, allerdings in begrenzter Zahl. So waren im Zielbereich nicht die zunächst vorgesehenen 5.000 Zuschauer erlaubt. Auch unterwegs am Straßenrand blieben die großen Massen aus.

Die Region an der Côte d'Azur gehört zur "Roten Zone", wo das Virus besonders stark zirkuliert. In den vergangenen Tagen waren die Infektionszahlen in die Höhe geschnellt. Am Freitag registrierte das französische Gesundheitsministerium 7.379 neue Fälle innerhalb von nur 24 Stunden und sprach von einem "exponentiellen Anstieg".

+++ 29.08.2020: Buchmann für Zukunft optimistisch: "Tour-Sieg nicht mehr so weit weg" +++ 

Der deutsche Radstar Emanuel Buchmann traut sich zu, in Zukunft mit den Tour-de-France-Favoriten Egan Bernal und Primoz Roglic um den Gesamtsieg zu konkurrieren. "Es ist nicht so, dass da Welten zwischen uns liegen würden. Ich denke, wenn ich mal auf das Podium der Tour fahren kann, ist der Tour-Sieg auch nicht mehr so weit weg", sagte Buchmann dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Aktuell sieht der 27-Jährige unabhängig von seinen Sturzverletzungen noch einen kleinen Rückstand auf die Stars der Branche. "Roglic ist spritziger und kann kurzfristig höhere Wattwerte treten als ich, zudem ist er im Zeitfahren sehr stark. Er ist ein anderer Fahrertyp als ich. Bernal ist letztlich ein bisschen stärker in seinem Gesamtpaket", sagte Buchmann.

Für die diesjährige Frankreich-Rundfahrt könne er sein Leistungsvermögen schwer einschätzen, nachdem er vor zwei Wochen bei der Dauphiné-Rundfahrt schwer gestürzt war. "Es ist alles möglich: Dass ich auf den ersten richtig schweren Etappen schon viel Zeit verliere - oder dass es richtig gut läuft und ich vorne mit ankomme", sagte der gebürtige Ravensburger.

+++ 29.08.2020: Steigende Corona-Zahlen: Tour verschärft erneut Maßnahmen +++ 

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen wird bei der Tour de France nun doch eine Mannschaft ausgeschlossen, wenn es zwei positive Corona-Fälle im gesamten Team inklusive Umfeld innerhalb von sieben Tagen gibt. Das gab Tourchef Christian Prudhomme kurz vor dem Start der 107. Frankreich-Rundfahrt am Samstag bekannt. Erst am Freitag war die Maßnahme nach einer Entscheidung des Weltverbandes UCI gelockert worden. Demnach wäre ein Team erst bei zwei Positivfällen unter den jeweiligen acht Fahrern ausgeschlossen worden. Das direkte Team-Umfeld umfasst aber rund 20 weitere Personen wie Physiotherapeuten, Busfahrer oder Sportdirektoren.

Laut Prudhomme sei die Entscheidung vom interministeriellen Krisenstab getroffen worden. Hintergrund sind die seit Tagen steigenden Neuinfektionen in Frankreich. Am Freitagabend vermeldete das Gesundheitsministerium 7.379 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden und sprach von einem "exponentiellen Anstieg". Am Vortag waren es mehr als 6.000, davor mehr als 5.000.

Damit könnte es in den nächsten drei Wochen schnell zu Team-Ausschlüssen kommen. Erst am Donnerstag hatte die belgische Lotto-Soudal-Mannschaft zwei Positivfälle im Betreuerstab vermeldet und insgesamt vier Personen nach Hause geschickt.

Unter strikten Corona-Maßnahmen soll die Tour in den nächsten drei Wochen durch das Land rollen. Zuschauer sind erlaubt, wenn auch limitiert. Für die ersten beiden Tage wurden bereits starke Einschränkungen vorgenommen. Statt der eigentlich erlaubten 5.000 Zuschauer im Start- und Zielbereich sollen nur einige Dutzend Personen erlaubt sein. Das Département in der Region Nizza ist als rote Zone eingestuft worden, wo das Virus besonders stark zirkuliert.

+++ 28.08.2020: Tour de France startet in Nizza - Einschränkungen wegen Corona +++ 

Begleitet von großen Corona-Sorgen beginnt am Samstag in Nizza die 107. Tour de France. Nachdem die Infektionszahlen in Frankreich stark gestiegen sind, wurden die Maßnahmen noch einmal verschärft. Zuschauer sind an der Strecke zugelassen, aber stark limitiert. Sportlich gelten auf dem 3484,2 Kilometer langen Kurs bis Paris Vorjahressieger Egan Bernal aus Kolumbien und der slowenische Vuelta-Gewinner Primoz Roglic als die Top-Favoriten. Auch der deutsche Vorjahresvierte Emanuel Buchmann erhofft sich eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung.

+++ 28.08.2020: Buchmann hat Podium bei der Tour de France noch "im Hinterkopf" +++ 

Der Vorjahresvierte Emanuel Buchmann hat trotz seiner Sturzverletzung den Traum vom Podium bei der Tour de France noch "im Hinterkopf". Er habe ein paar Trainingstage verloren, aber die letzten Tage sei es besser gelaufen, sagte Buchmann auf einer Pressekonferenz in Nizza am Freitag. "Der erste Plan ist, auf Gesamtwertung zu fahren, und dann schauen wir, wie es funktioniert."

Buchmann war bei der Dauphiné-Rundfahrt vor gut zwei Wochen gestürzt und hatte starke Prellungen erlitten. "Mit dem Rücken habe ich keinen Stress mehr, aber das Hüftgelenk merke ich deutlich", sagte der gebürtige Ravensburger.

Laut Sportdirektor Enrico Poitschke sei das Podium momentan "weit weg". Der Sturz habe die Ausgangsposition verändert. "Emu hatte wirklich schlechte Tage. Eine lange Zeit war es nicht sicher, dass er starten kann", sagte Poitschke und fügte hinzu: "Wir wollen Etappen gewinnen und kämpfen um das Grüne Trikot. Was im Gesamtklassement drin ist, sehen wir nach zwei Wochen."

Dass die Tour wegen der steigenden Infektionszahlen abgebrochen werden könnte, ist sich Buchmann bewusst. "Wir können nur unser Bestes geben, das Gesundheitsprotokoll einhalten und hoffen, dass es durch die Tour keine neuen Infektionen gibt. Das andere haben wir nicht in der Hand."

+++ 28.08.2020: Bernal erklärt Roglic zum Tour-Favoriten: "Er ist geflogen" +++ 

Titelverteidiger Egan Bernal hat vor dem Start der Tour de France seinem Rivalen Primoz Roglic die Favoritenrolle zugeschoben. "Er war bei den letzten Rennen der Stärkste. Er ist geflogen", sagte der Kolumbianer am Freitag über den früheren Skispringer aus Slowenien, der im vergangenen Jahr die Spanien-Rundfahrt gewonnen hatte und Dritter beim Giro d'Italia geworden war.

Er fühle sich besser als bei der Dauphiné-Rundfahrt, die er vorzeitig beendet hatte, erklärte Bernal auf einer Pressekonferenz. "Aber ich habe noch Schmerzen im Rücken. Ich hoffe, dass es im Verlauf der Tour besser wird." Bernal war im Vorjahr mit 22 Jahren und 196 Tagen zum jüngsten Toursieger seit 1909 aufgestiegen.

Vor der Rundfahrt entschied er den internen Machtkampf mit den Ex-Siegern Chris Froome und Geraint Thomas für sich. "Egan hat es verdient, der Kapitän zu sein. Er ist ein brillanter Fahrer und ein großes Talent", sagte Ineos-Teamchef Dave Brailsford und stellte klar: "Wir sind hier, um die Tour zu gewinnen." In den letzten acht Jahren hat die britische Mannschaft sieben Mal den Toursieger gestellt. Die Tour de France beginnt an diesem Samstag in Nizza.

+++ 28.08.2020: Tour-Ausschluss nur noch bei zwei positiv getesteten Fahrern +++ 

Nach Intervention der Teams hat der Veranstalter der Tour de France seine strikten Corona-Regeln ein wenig gelockert. Nur noch bei zwei positiven Corona-Tests von Fahrern einer Mannschaft in einem Zeitraum von sieben Tagen wird der gesamte Rennstall ausgeschlossen. Damit zählt nicht mehr das direkte Umfeld wie Physiotherapeuten, Busfahrer oder Team-Offizielle dazu. Auch soll bei einem Positiv-Test eine Gegenprobe genommen werden. Das berichtet die französische Sportzeitung "L'Equipe".

Die bisherige Regelung hatte für großen Unmut bei den Teams gesorgt. So hätte eine Mannschaft ausgeschlossen werden können, ohne dass ein Fahrer positiv ist. Auch die Absicherung durch eine Gegenprobe dürfte erleichtert zur Kenntnis genommen werden. Zuletzt hatte der deutsche Radrennstall Bora-hansgrohe einen Positivfall bei einem Fahrer verzeichnet, der zwei Tage später negativ ausgefallen war.

Die PCR-Tests - eine Rachenprobe wird auf Virenerbgut getestet - gelten bei korrekter Anwendung in der Regel als sehr zuverlässig. Es ist aber nicht gänzlich ausgeschlossen, dass ein Nichtinfizierter ein positives Ergebnis vorweist. Laut der Hersteller sei die Spezifität inzwischen sehr hoch. Teils von bis zu 99,8 Prozent ist die Rede.

+++ 28.08.2020: 2. Tour-Etappe: Schon am zweiten Tag in die Berge +++

Gemütliches Einrollen ist in diesem Jahr nicht drin. Schon am zweiten Tag geht es bei der Tour de France in die Berge. Nach dem Start in Nizza warten auf dem 186 Kilometer langen Teilstück am Sonntag gleich zwei Berge der ersten Kategorie, darunter auch der 1607 Meter hohe Col de Turini mit durchschnittlich 7,3 Prozent Steigung. Da es vom Gipfel bis zum Ziel aber noch über 80 Kilometer sind, dürfte es unter den Top-Favoriten noch nicht zum Schlagabtausch kommen. Womöglich könnte es aber am Col des Quatres Chemins, einem Berg der dritten Kategorie, elf Kilometer vor dem Ziel in Nizza zu Attacken kommen. Schließlich warten hier Bonussekunden auf die Fahrer.

+++ 28.08.2020: 1. Tour-Etappe: Eine Chance für die Sprinter auf der Strandpromenade +++

Zumindest der Auftakt der 107. Tour de France bietet den Sprintern eine der wenigen Chancen. Mit Start und Ziel in Nizza wartet eine 156 Kilometer lange Schleife auf die Fahrer. Die zwei Berge der dritten Kategorie dienen eher dazu, dass am Samstag auch das Bergtrikot vergeben werden kann. Die letzten 50 Kilometer sind flach, das Ziel liegt direkt am Strand auf der berühmten Promenade des Anglais. In früheren Jahren wäre es eine ideale Ankunft für den deutschen Altstar André Greipel. Diesmal dürfte eher der Australier Caleb Ewan der Topfavorit auf das erste Gelbe Trikot sein.

+++ 27.08.2020: Lotto-Soudal schickt wegen Corona-Befunden vier Personen nach Hause +++

Zwei Tage vor dem Start der Tour de France in Nizza hat das Team Lotto-Soudal der deutschen Radprofis John Degenkolb und Roger Kluge zwei Personen wegen "nicht negativer" Coronatests aus dem Betreuerstab genommen. Wie der belgische Rennstall am Donnerstagabend mitteilte, sind auch ihre Zimmerkollegen als Risikokontakte nach Hause geschickt worden.

"Sicherheit bleibt die Priorität Nummer eins", twitterte der Rennstall, der keine weiteren Informationen über die Identität der Betroffenen mitteilte. Ein Test sei positiv ausgefallen, bei dem anderen habe es ein verdächtiges Ergebnis gegeben. Beim ersten Test sechs Tage vor der Tour seien alle Fahrer und Teammitglieder negativ getestet worden. Der Tour-Start des Teams sei nicht in Gefahr.

+++ 27.08.2020: Rote Zone Nizza: Behörden verschärfen vor Tour-Start die Maßnahmen +++

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen verschärfen die Behörden die Maßnahmen für den Auftakt der 107. Tour de France. Die ersten beiden Etappen in und um Nizza werden "fast hinter verschlossenen Türen" stattfinden, kündigte Bernard Gonzalez als Präfekt der Alpes-Maritimes-Region an. Das Gebiet war zuvor von Premierminister Jean Castex neben 18 weiteren Départements als rote Zone eingestuft worden. Das heißt, dass dort eine erhöhte Ansteckungsgefahr herrscht.

Der Zugang zu den Pässen ist demnach für den öffentlichen Verkehr verboten. Nur Personen mit Fahrrad und zu Fuß, die mit einer Maske ausgestattet sind, dürfen am Samstag die Küste von Rimiez und am Sonntag die Pässe Colmiane, Turini, Quatre Chemins und Eze betreten. Die Polizei werde große Menschenansammlungen verhindern.

+++ 25.08.2020: Corona-Fall bei Rad-Team Bora-hansgrohe - Tour-Team nicht betroffen +++

Nach einem Corona-Fall im Team hat der deutsche Radrennstall Bora-hansgrohe seine Mannschaft beim Eintagesrennen Bretagne Classic zurückgezogen. Das teilte die Mannschaft am Dienstag mit. Um welchen Fahrer es sich handelt, ist unklar. Allerdings gehörte keiner der Fahrer, die bei dem Rennen starten sollten, der Mannschaft für die Tour de France an.

Laut Teamarzt Jan-Niklas Droste haben sich alle Teammitglieder, die direkten Kontakt zu dem Fahrer hatten, entsprechend der behördlichen Vorgaben in Selbstisolation begeben. Der betroffene Fahrer sei asymptomatisch und zeige keinerlei Krankheitsanzeichen. Zu den sieben Fahrern, die in der Bretagne starten sollten, gehörte auch der Deutsche Marcus Burghardt.

"Wenn man einen Kranken im Team hat, und eigentlich fühlt er sich nicht krank, dann ist das eine blöde Situation. Mir tut die ganze Mannschaft leid. Alle haben sich vorbereitet, auf das Rennen gefreut und einen großen Aufwand betrieben, nach Westfrankreich zu reisen. Dann wird die Mannschaft kurz vor dem Start rausgenommen", sagte Teamchef Ralph Denk der Deutschen Presse-Agentur. Er sei gespannt auf die Nachtestung. "Sollte es wirklich der Verdacht sein, dass es falsch-positiv ist, würde es mich maßlos ärgern."

+++ 25.08.2020: Stürze im Radsport: Weltverband will Maßnahmen verstärken +++ 

Als Reaktion auf die vielen Stürze im Radsport will der Weltverband (UCI) seine Sicherheitsmaßnahmen verstärken. Bis zum Ende der Saison soll bei den Rennen die Zahl der Inspektionen vor und während der Rennen erhöht werden, teilte die UCI mit. Gleichzeitig stellte der Verband fest, dass viele Stürze das Ergebnis einer Nichtberücksichtigung der Sicherheitsbestimmung gewesen seien und schloss daher das Einsetzen von Disziplinarverfahren nicht aus.

Zuletzt hatten viele Fahrer große Kritik an der Streckenführung bei den Rennen und auch Kritik an der UCI geäußert, die für die Abnahme der Routen verantwortlich ist. So war unter anderem der deutsche Radstar Emanuel Buchmann auf einer Abfahrt bei der Dauphiné-Rundfahrt schwer gestürzt. Maximilian Schachmann hatte bei der Lombardei-Rundfahrt einen Schlüsselbeinbruch erlitten, weil ein Privatauto auf die Strecke gelangt war und ihn gerammt hatte. Bei der Polen-Rundfahrt hatte der Niederländer Fabio Jakobsen bei einem gefährlichen Bergab-Sprint schwere Gesichtsverletzungen erlitten.

+++ 25.08.2020: Buchmann dämpft Erwartungen - Habe "wichtige Trainingstage verloren" +++ 

Radprofi Emanuel Buchmann geht nach seinem schweren Sturz in der Vorwoche mit gedämpften Erwartungen in die Tour de France. "Es ist viel möglich, aber es muss alles passen, besonders in der Vorbereitung. Das ist uns leider nicht aufgegangen", sagte der Vorjahresvierte im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Er habe immer noch Schmerzen und könne nicht wie geplant trainieren. "Ich habe definitiv ein paar wichtige Trainingstage verloren, habe mich dafür aber letzte Woche voll auf die Therapie konzentriert", ergänzte Buchmann. Das sei bitter, "weil ich richtig gut in Form war". Das Ziel sei nach wie vor das Podium. "Aber es gibt ein paar Fragezeichen."

+++ 24.08.2020: Buchmann und Schachmann können bei der Tour de France starten +++ 

Der Vorjahresvierte Emanuel Buchmann und der deutsche Ex-Meister Maximilian Schachmann können trotz ihrer Sturzverletzungen bei der Tour de France an den Start gehen. Das teilte der Bora-hansgrohe-Rennstall am Montagabend mit. Damit bleibt das achtköpfige Team wie ursprünglich geplant.

Buchmann war vor gut einer Woche bei der Dauphiné-Rundfahrt auf einer Abfahrt vom Col de Plan zu Fall gekommen und hatte dabei starke Prellungen und Hautabschürfungen erlitten. "Der Sturz ist bitter, weil ich richtig gut in Form war. Bei der Dauphiné war ich hinter Roglic der Stärkste am Berg, mit Pinot zusammen. Es gibt nun ein paar Fragezeichen, zumal es ja gleich richtig los geht. Es gibt keine Zeit zum Einrollen. Schon auf der zweiten Etappe geht es in die Berge", sagte Buchmann.

Teamkollege Schachmann kann sogar trotz seines Schlüsselbeinbruchs starten. "Natürlich hätte ich mir andere Voraussetzungen gewünscht", sagte der Berliner und fügte hinzu: "Ich habe in den vergangenen Tagen so gut wie möglich trainiert und hoffe, dass es auch im Rennen machbar ist und ich mit den Schmerzen umgehen kann." Schachmann hatte sich die Verletzung vor einer Woche bei der Lombardei-Rundfahrt zugezogen, als er von einem plötzlich auf der Strecke befindlichen Auto gerammt worden war.

+++ 24.08.2020: Sörgel hält Tour-Start für unverantwortlich: Kann man nicht zulassen +++

Pharmakologe Fritz Sörgel hält die Austragung der Tour de France mit Zuschauern am Straßenrand angesichts der Coronavirus-Pandemie für unverantwortlich. "Die Hygienebedingungen sind da nicht einzuhalten. Wenn sich die Situation in Frankreich weiter verschlechtert, und es wird jetzt täglich schlechter, dann kann man es nicht zulassen. Die Situation ist da ja noch schwieriger als in einem Fußballstadion, weil man am Straßenrand nicht Pandemie-gerecht organisieren kann", sagte Sörgel der Deutschen Presse-Agentur.

Frankreich verzeichnete in den vergangenen Tagen einen starken Anstieg an Infektionszahlen, teilweise wurden mehr als 4.000 Personen am Tag positiv auf das Virus getestet. Die Tour startet am Samstag in Nizza, Zuschauer werden am Straßenrand zugelassen sein, wenngleich es Einschränkungen geben wird. In der Vergangenheit hatten das Rennen in den drei Wochen mitunter mehr als zehn Millionen Menschen verfolgt.

Sörgel befürchtet das Schlimmste: "Superspreader drohen überall, und bei zehn bis zwölf Millionen Zuschauern, dazu muss man kein Statistiker sein, wird es passieren. Der Vereinzelte, den man nicht erkennt, das ist die Definition des Superspreaders, da steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert."

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bos/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser