Erziehungsfehler bei Hunden: Machen Sie diese Fehler bei der Hundeerziehung?

Eine gute Hundeerziehung ist wichtig für ein harmonisches Zusammenleben. Dabei können sich schnell Fehler einschleichen. Diese sieben Fehler sollten Sie kennen und vermeiden.

Von Lisa Mücke - Uhr

Ein gutes Zusammenleben mit dem Hund beginnt mit Geduld, Verständnis und einer liebevollen Erziehung. (Foto) Suche
Ein gutes Zusammenleben mit dem Hund beginnt mit Geduld, Verständnis und einer liebevollen Erziehung. Bild: AdobeStock / Kanstantsin
  • Warum Härte, widersprüchliche Regeln und falsches Belohnen das Training erschweren können.
  • Wie Hundebesitzer Körpersprache und Stresssignale besser erkennen.
  • Warum realistische Erwartungen, ausreichend Ruhe und ein fairer Umgang wichtig sind.


Ein gutes Zusammenleben mit einem Hund braucht Vertrauen, Geduld und klare Regeln. Doch nicht alles, was gut gemeint ist, hilft dem Vierbeiner bei der Erziehung. Welche sieben typischen Fehler Hundebesitzer vermeiden sollten und worauf es im Alltag ankommt.

1. Härte mit Konsequenz verwechseln

Bei der Hundeerziehung kommt es auf klare Regeln an. Harte Strafen helfen dabei nicht unbedingt, das gewünschte Verhalten zu vermitteln.Leinenruck oder Strafen können beim Hund Angst und Unsicherheit auslösen.
Konsequenz bedeutet vielmehr, dass Regeln verlässlich gelten. Erwünschtes Verhalten lässt sich gezielt belohnen, zum Beispiel mit Futter, Lob oder einem gemeinsamen Spiel.

2. Unterschiedliche Regeln aufstellen

Heute darf der Hund aufs Sofa, morgen wird er dafür geschimpft. Eine Person im Haushalt erlaubt etwas, das eine andere verbietet. Solche unterschiedlichen Regeln können die Erziehung erschweren.
Klare Regeln helfen dem Hund, sich im Alltag zu orientieren. Deshalb sollten sich alle Personen im Haushalt möglichst auf gemeinsame Vorgaben einigen.
Das bedeutet nicht, dass für jeden Hund dieselben Regeln gelten müssen. Ob der Vierbeiner beispielsweise auf die Couch darf, ist eine individuelle Entscheidung. Wichtig ist vor allem, dass die Regeln im Alltag möglichst eindeutig bleiben.

3. Hundeverhalten richtig verstehen

„Das macht er doch mit Absicht" oder „Er weiß genau, dass er das nicht darf": Solche Gedanken kennen viele Hundehalter.
Doch Hunde handeln nicht automatisch aus Trotz oder mit dem Ziel, ihren Menschen zu ärgern. Hinter einem unerwünschten Verhalten können unterschiedliche Ursachen stecken. Der Hund hat eine Übung vielleicht noch nicht sicher gelernt oder die Situation ist für ihn zu schwierig.
Auch ein vermeintlich schuldbewusster Blick bedeutet nicht automatisch, dass der Hund sein Fehlverhalten versteht. Häufig reagiert er auf die Körpersprache oder den Tonfall seines Menschen.
Statt nach einer vermeintlich bösen Absicht zu suchen, lohnt sich deshalb eine andere Frage: Warum zeigt mein Hund dieses Verhalten gerade?

Bei der Hundeerziehung spielen klare Signale und die richtige Reaktion auf das Verhalten des Vierbeiners eine wichtige Rolle. (Foto) Suche
Bei der Hundeerziehung spielen klare Signale und die richtige Reaktion auf das Verhalten des Vierbeiners eine wichtige Rolle. Bild: AdobeStock / Amala

4. Das falsche Verhalten belohnen

Bei der Hundeerziehung kommt es nicht nur darauf an, erwünschtes Verhalten zu belohnen. Auch der Zeitpunkt und die Art der Belohnung spielen eine wichtige Rolle. Wird der Hund im falschen Moment belohnt, kann er die Rückmeldung möglicherweise anders verstehen als beabsichtigt.
Ein Beispiel: Springt der Hund zur Begrüßung hoch und bekommt dabei Aufmerksamkeit, kann ihn das darin bestärken, dieses Verhalten zu wiederholen. Der Halter möchte vielleicht nur freundlich reagieren, belohnt damit aber ungewollt das Anspringen.
Die passende Belohnung sollte deshalb zum Hund und zur jeweiligen Situation passen. Sinnvoll ist es, erwünschtes Verhalten möglichst unmittelbar zu belohnen. So kann der Hund besser erkennen, welches Verhalten sich für ihn lohnt.

5. Körpersprache des Hundes übersehen

Hunde kommunizieren nicht erst dann, wenn sie bellen oder knurren. Auch Körperhaltung, Blick, Ohrenstellung und Bewegungen können Hinweise darauf geben, wie sich ein Tier gerade fühlt.
Dabei sollte allerdings kein einzelnes Signal isoliert betrachtet werden. Ein wedelnder Schwanz bedeutet beispielsweise nicht automatisch Freude. Körpersprache sollte immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Situation betrachtet werden.
Auch frühe Stresssignale können Hinweise darauf geben, dass eine Situation für den Hund unangenehm wird. Dazu können beispielsweise Gähnen, ein abgewandter Blick oder Rückzug gehören.
Wer solche Signale früh erkennt, kann eine Situation gegebenenfalls entschärfen. Das kann beispielsweise bedeuten, mehr Abstand zu einem Auslöser zu schaffen oder dem Hund eine Pause zu ermöglichen.

6. Hunde Konflikte unter sich austragen lassen

„Die regeln das schon unter sich" ist ein verbreiteter Satz bei Hundebegegnungen. Darauf sollten sich Halter jedoch nicht grundsätzlich verlassen.
Aus einer zunächst freundlichen Begegnung kann ein Konflikt zwischen Hunden entstehen. Dabei können Stress und Verletzungen die Folge sein. Halter sollten deshalb aufmerksam beobachten, wie sich eine Begegnung entwickelt.
Wirkt der eigene Hund überfordert oder verändert sich die Stimmung zwischen den Tieren, kann es sinnvoll sein, rechtzeitig Abstand zu schaffen. So bekommt der Hund Unterstützung, bevor die Situation eskaliert.

7. Zu viel verlangen und zu wenig Ruhe gönnen

Ein langer Spaziergang, Hundeschule, Tricks und Begegnungen mit anderen Hunden: Was nach einem abwechslungsreichen Tag klingt, kann für manche Vierbeiner zu viel sein. Auch hohe Erwartungen an das Verhalten des Hundes können ihn unter Druck setzen.
Nicht jeder Hund kommt mit jeder Alltagssituation gleich gut zurecht. Manche Tiere reagieren empfindlich auf viele Reize oder benötigen mehr Zeit, um sich an neue Umgebungen zu gewöhnen. Halter sollten deshalb die individuellen Bedürfnisse ihres Hundes berücksichtigen und ihn nicht ständig beschäftigen oder überfordern.
Neben Bewegung und Training brauchen Hunde ausreichend Ruhe und Erholung. Ruhephasen helfen ihnen dabei, Erlebnisse zu verarbeiten und sich zu entspannen. Wie viel Beschäftigung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Alter, der Gesundheit und dem individuellen Charakter des Hundes ab.

Hundeerziehung muss nicht perfekt sein

Fehler gehören zur Hundeerziehung dazu. Wichtig ist, das eigene Verhalten zu hinterfragen und auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes zu achten.
Klare Regeln, positive Verstärkung und ausreichend Ruhe können dabei helfen, dem Hund Orientierung zu geben. Ebenso wichtig ist es, seine Körpersprache ernst zu nehmen und unerwünschtes Verhalten nicht vorschnell als Trotz oder Ungehorsam zu interpretieren.
Bei starken Ängsten, aggressivem Verhalten oder wiederkehrenden Konflikten kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein. Verändert sich das Verhalten eines Hundes plötzlich oder deutlich, sollte zudem eine tierärztliche Untersuchung in Betracht gezogen werden.

Weitere spannende Artikel finden Sie hier:

mul/sfx/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.