Sylvie Meis: "Musste mich schon überwinden“ – intime Szenen fordern Moderatorin heraus
So verletzlich haben Zuschauer Sylvie Meis selten erlebt. Für ihre neue Serienrolle wagt sich die 48-Jährige auf ungewohntes Terrain und stößt dabei auch emotional an ihre Grenzen. Eine Szene ging ihr sogar so nahe, dass nach dem Dreh alle Dämme brachen.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Sylvie Meis spielt in der ARD-Serie "Die Friesenjunkies" erstmals eine große Serienhauptrolle
- Eine Masturbationsszene im Drehbuch sorgte zunächst für einen Schock bei der Moderatorin
- Besonders eine Gruppentherapie-Szene brachte die 48-Jährige emotional an ihre Grenzen
Die meisten kennen Sylvie Meis als stets perfekt gestylte Moderatorin, die vor laufender Kamera nichts aus der Fassung bringt. Doch in der neuen ARD-Improvisationsserie "Friesenjunkies" zeigt sich die 48-Jährige von einer völlig ungewohnten Seite: verletzlich, abhängig und alles andere als glamourös.
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Seit dem 6. November ist die tragikomische Serie in der ARD-Mediathek verfügbar. In acht Episoden verkörpert Meis die Geschäftsfrau Madison, die wegen ihrer Medikamentensucht in einer fiktiven Entzugsklinik auf Sylt landet. Dort trifft sie auf ein hochkarätiges Ensemble mit Martin Brambach, Nicole Heesters, Peter Kurth und Pheline Roggan. Hinter der Serie stehen die Zwillinge Oskar und Emil Belton, die bereits mit "Die Discounter" für Aufsehen sorgten. "Dass es eine heftige Rolle ist, wusste ich – aber ich hatte keine Ahnung, wie heftig", gestand Meis der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Drehbuch-Schock für Sylvie Meis: Erst der Anruf bei der Managerin, dann die Zusage
Als Meis das Skript zum ersten Mal durchging, traf sie eine Passage völlig unvorbereitet. Eine Masturbationsszene war Teil der Handlung und sorgte für sofortige Aufregung. Ihre erste Reaktion: zum Telefon greifen. "Lese ich das richtig? Hast du das auch gerade gelesen?", fragte sie ihre Managerin, wie sie dem niederländischen Sender RTL Boulevard erzählte. Die Antwort fiel pragmatisch aus: Ja, gelesen, aber es sei bereits ausgeschlossen worden, dass sich Meis hüllenlos zeige. "So was habe ich wirklich noch nie gespielt", räumte Meis gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ein. Trotz des anfänglichen Schocks gewann sie der Szene etwas ab: "Es war absolut neu für mich. Aber es passte zur Rolle und ich fand es auch spannend." Ihre klare Grenze blieb dabei bestehen: "Ich ziehe mich vor der Kamera nicht aus. Und das war auch nicht nötig."
Closed Set mit überraschend viel Publikum
Neben der Masturbationsszene umfasste die Rolle weitere intime Momente. Mit Schauspielkollege Stephan Luca ging es zunächst in die Sauna und anschließend ins Bett. Für diese Szenen richtete die Produktion ein sogenanntes Closed Set ein – also einen abgeschirmten Drehort mit möglichst wenig Anwesenden. Meis schilderte die Realität mit trockenem Humor: "Dort stand das Bett. Wir lagen drin. Ich glaube, da waren vier Männer auf einer Leiter. Drei in der Ecke." Auf Instagram kommentierte die gebürtige Niederländerin die Erfahrung ähnlich amüsiert: Ein geschlossenes Set klinge sehr privat – bis man feststelle, wie viele Crewmitglieder als "unbedingt notwendig" gelten. Der übrige Stab wartete im Nebenraum. Damit trotz der ungewohnten Situation alles professionell ablief, stand Meis eine Intimitätskoordinatorin zur Seite. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit fasste sie knapp zusammen: "Wir sind jetzt Freundinnen."
Als die Rolle vom Kopf ins Herz schoss
Die körperliche Nähe vor der Kamera war jedoch nicht die größte Herausforderung für Meis. Eine Gruppentherapie-Szene brachte die Moderatorin an ihre emotionalen Grenzen. "Da kam alles raus und kam vom Kopf ins Herz geschossen", berichtete sie der "Bild". Nach dem Ende der Aufnahmen brach sie in Tränen aus: "Ich habe so geweint und das war so heftig für mich. Auch wenn es nicht meine Geschichte ist: Du musst Türen öffnen in dir selbst."
Madisons Figur trägt schwer an einer gescheiterten Ehe, einem untreuen Partner, Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern und einem komplizierten Verhältnis zur Mutter. Dass diese Rolle einen deutlichen Bruch mit ihrem kontrollierten öffentlichen Auftreten darstellt, war Meis bewusst: "Ich musste mich schon überwinden. So was schafft Anerkennung in der Branche, aber man muss sich auch erst mal trauen, das zu spielen." Der Wechsel von der Moderation zur Schauspielerei sei eben grundverschieden.
Brambachs Lob und das Gefühl, gerade erst zu beginnen
Dass die jahrelange Moderationserfahrung beim improvisierten Spiel zum Trumpf wurde, bestätigte ausgerechnet "Tatort"-Veteran Martin Brambach. Der 59-Jährige, der in der Serie einen hochemotionalen Alkoholiker verkörpert, zollte seiner Kollegin Respekt. "Er meinte: Was immer er in seiner Rolle auch angestellt hat, ich hätte jedes Mal perfekt reagiert", gab Meis das Kompliment wieder. Ihre eigene Erklärung dafür fiel gewohnt selbstironisch aus: "Vor laufender Kamera auf absoluten Wahnsinn reagieren – das kann ich."
Für Meis schließt sich mit der Rolle ein Kreis. Bereits zu Beginn ihrer Laufbahn in den Niederlanden habe sie in Jugendserien mitgewirkt, bevor die Moderationskarriere Vorrang bekam. Die Hauptrolle bei der ARD bezeichnete sie als "einer der schönsten Momente meiner beruflichen Karriere". Gleichzeitig blickt sie nach vorn: "Ich habe das Gefühl, ich fange gerade erst an."
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