Meghan Markle und Prinz Harry: Wieso der Kampf mit Kate und William um das Rampenlicht zum Problem wird

Prinz Harry und Meghan Markle sollen nach vielen Jahren wieder nach Großbritannien zurückkehren. Es nährt die Sorge, dass die Sussexes Prinzessin Kate und Prinz William die Show stehlen. Das ist ein Problem. Ein Kommentar.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Prinzessin Kate und Prinz William sollen wegen Prinz Harry und Meghan Markle an Aufmerksamkeit einbüßen. (Foto) Suche
Prinzessin Kate und Prinz William sollen wegen Prinz Harry und Meghan Markle an Aufmerksamkeit einbüßen. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Gareth Fuller
  • Ein Kommentar: Meghan Markle und Prinz Harry sollen nach Großbritannien zurückkehren
  • Sussexes als "Rampenlicht-Räuber" gebranntmarkt - sie sollen dem Thronfolgerpaar die Show stehlen
  • Prinz William und Prinzessin Kate werden gegen Königssohn und Ex-Schauspielerin ausgespielt

Ein Paukenschlag ließ die Schlagzeilen der Zeitungen beben. Prinz Harry und Meghan Markle sollen nach Großbritannien zurückkommen. Eine offizielle Bestätigung des Paares gibt es zwar bislang nicht, aber für Aufsehen ist gesorgt. Das Paar gehört trotz ihres Rückzugs weiterhin zu den bekanntesten Gesichtern der britischen Königsfamilie. Vieles rund um das Paar ist geprägt von Konflikten, Verletzungen, Enthüllungen und vermeintlichen Zerwürfnissen. Eine Reality-TV-Show könnte dies nicht besser konzipieren. Dass ihre Rückkehr für große Aufmerksamkeit sorgt, ist keine Überraschung. Wieso muss daraus ein Kampf mit Prinzessin Kate und Prinz William um den Platz im Rampenlicht werden?

Weitere Meldungen über die Briten-Royals finden Sie am Ende des Artikels.

Rückkehr zu den Briten-Royals - Meghan Markle und Prinz Harry als "Rampenlicht"-Räuber gebranntmarkt

Es ist eine Geschichte, die nie alt wird. Prinz Harry und Meghan Markle werden zu den aufmerksamkeitsheischenden Familienmitgliedern stilisiert. So auch von Royals-Autor Christopher Andersen. "Sie werden für unzählige Schlagzeilen in der Boulevardpresse sorgen und den Fokus von anderen Mitgliedern der Königsfamilie ablenken, was ein absolutes No-Go ist. Vor allem König Charles und Königin Camilla mögen es nicht, in den Hintergrund gedrängt zu werden, und das Gleiche gilt für William", sagte er gegenüber dem "US Magazine". Eine zugespitzte Meinung, keine Tatsache. Hier beginnt das Problem.

Wer entscheidet eigentlich, dass Prinz Harry und Meghan Markle die Aufmerksamkeit auf sich lenken und diese Prinz William und Prinzessin Kate automatisch weggenommen wird? Das Publikum? Die Royals selbst? Oder der Schriftsteller, der sich anmaßt, über eine Familie zu schreiben, die ihre Pläne selbst nicht kommentiert.

Die Sussexes haben sich ihren Ruf als "Rampenlicht-Räuber" allerdings nicht völlig aus dem Nichts eingehandelt. Sie haben in ihrer Netflix-Dokumentation, in Harrys Memoiren "Spare" oder in Interviews über das Königshaus gesprochen. Sie haben ihre Sicht mit der Welt geteilt und mutmaßliche Konflikte, die sonst schweigend im Palast blieben. Deshalb ist es valide zu fragen, welchen Einfluss sie spielten. Das bedeutet aber nicht, dass sie gezielt versuchen,dem zukünftigen König und seiner Frau die Show zu stehlen.

Sie stehlen Prinzessin Kate und Prinz William die Show?

Als Mitglieder einer der größten europäischen Monarchien sind sie ständigen Berichten ausgesetzt. Meghan und Harry sind schnell zum Lieblingsthema in den Medien geworden. Zahlreiche Titelblätter verbreiteten Geschichten über familiäre Zoffs, Entfremdung und vermeintliche Trennungen. Das schärfte ein negatives Image. Wenn berichtet wird, dass die Sussexes das Thronfolgerpaar überschatten würden, erhalten William und Kate aber trotzdem Aufmerksamkeit.

Royale Gegenspieler um Aufmerksamkeit werden zum Problem

Was bedenklich ist, ist, dass William und Kate zu Gegenspielern gemacht werden. Sie werden laut der Aussage als zwei Personen charakterisiert, die sich im Licht der blitzenden Kameras suhlen. Durch Meghan und Harry würden sie in den Schatten gedrängt. Hier werden vier Menschen zu Spielbällen anderer. Cambridges gegen Montecito lässt sich gut verbreiten, macht die vier aber zu Gegnern, die nicht danach gefragt haben. Das Bild wurde mit schnellen Strichen gemalt. Die dunklen Farben wurden den Sussexes überlassen. Autoren sind sozusagen der Künstler, der ein düsteres Porträt voller Egoismus und Selbstpräsenz schafft. Dabei haben die Sussexes die Farben aufgedrückt bekommen.

William und Kate haben eine andere Rolle im Königshaus. Sie sind der Thronfolger und seine Ehefrau und damit zwangsläufig stärker an die institutionelle Zukunft der Monarchie gebunden. Harry und Meghan sind dagegen keine arbeitenden Royals mehr. Nach den aktuellen Berichten soll die Familie zwar nach Großbritannien zurückkehren, aber gerade keine offiziellen royalen Aufgaben übernehmen.

Sussexes und Thronfolgerpaar als Feinde stilisiert

Man muss die beiden nicht mögen und alles gutheißen, um anzuerkennen, dass es falsch ist, sie ständig gegen Kate und William zu setzen. Kritik an ihnen ist richtig, aber sie entwickelt oft eine eigene Dynamik, die ihre Richtung verfehlt. Wer die Rückkehr des Königssohns als Angriff versteht, der schafft damit ein Bild, das mehr über unseren Blick auf die Royals sagt als über die Königsfamilie selbst. Die vier stehen sowieso schon im Rampenlicht. Sie zu erbitterten Buhlern um etwas Rampenlicht zu machen, kreiert einen künstlich erschaffenen Wettkampf. Die Royals haben bestimmt andere Probleme, als sich darüber zu streiten, wer ganz weit vorne auf dem Foto steht.

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