König Charles III. ein Verräter?: "Verrat an seinen Untertanen!" Briten-Monarch heftig angefeindet
Wenige Worte von König Charles III. genügten, um eine erhitzte Debatte im britischen Königshaus loszutreten. Ein früherer Vertrauter von Queen Elizabeth II. wirft dem Monarchen sogar vor, ein Verräter zu sein.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- König Charles III. als Verräter beschimpft
- Briten-Monarch ändert Titel "Verteidiger des Glaubens" ab
- Ex-Vertrauter von Queen Elizabeth II. beschimpft den König: "Verrat an seinem Amt!"
Wenn vom Oberhaupt des britischen Königshauses die Rede ist, wird meist kurz und bündig von König Charles III. gesprochen - wird der Chef des Hauses Windsor jedoch mit vollem Titel vorgestellt, firmiert der Monarch als "Seine Majestät Charles III., von Gottes Gnaden König des Vereinigten Königreiches Großbritanniens und Nordirlands und seiner anderen Königreiche und Gebiete, Oberhaupt des Commonwealth, Verteidiger des Glaubens". Auch wenn die abschließende Erwähnung, dass der britische Monarch Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ist, im royalen Alltag meist nur eine Nebenrolle spielt, sind es eben jene Worte, die in der Adelswelt nun erhitzte Debatten auslösen, wie beispielsweise der "Guardian" schreibt.
König Charles III. löst mit kleiner Änderung heftige Debatte aus
Der umstrittene Titel hat eine lange Geschichte: Seitdem Papst Leo X. im Jahre 1521 dem damaligen Tudor-König Heinrich VIII. erstmals den Titel "Verteidiger des Glaubens" verlieh - ironischerweise noch vor dessen Bruch mit Rom -, trug jeder britische Monarch dieses Prädikat vom Zeitpunkt der Krönung an. König Charles III. jedoch stand der Sinn nach einer Modernisierung, obwohl er bei seiner Krönung im Mai 2023 die traditionelle Formulierung zunächst beibehalten hatte.
Statt wie bisher als "Defender of the Faith" – also Verteidiger des Glaubens – wird der Monarch nun als "Beschützer des Raums für den Glauben in einer multireligiösen Nation" bezeichnet. Die veränderte Textpassage, die erstmals im jährlichen Rechenschaftsbericht des britischen Königshauses auftauchte, sorgt für erheblichen Wirbel.
König Charles ist nicht länger "Verteidiger des Glaubens" - Kirchenmann geht auf die Barrikaden
Im aktuellen Sovereign Grant Report wurde die traditionelle Rollenbeschreibung von König Charles III. stillschweigend umformuliert. Im Vorjahresbericht stand noch die klassische Formulierung, die den König als "Oberhaupt der Kirche von England und Verteidiger des Glaubens" auswies. Die Änderung kommt indes nicht völlig überraschend: Charles III. hatte bereits vor Jahrzehnten angedeutet, er wolle den Glauben im Allgemeinen verteidigen – nicht nur die anglikanische Kirche.
Ex-Kaplan von Queen Elizabeth II. beschimpft König Charles III.: "Ein König, der nicht klar denken kann"
Besonders heftig fällt die Reaktion von Gavin Ashenden aus. Der 72-Jährige diente fast ein Jahrzehnt lang als Kaplan von Queen Elizabeth II. und geht nun scharf mit ihrem Sohn ins Gericht. "Was wie eine Anpassung seiner Krönungseide erscheint, ist in Wahrheit ein Verrat an seinem Amt, an seinem christlichen Glauben und am Glauben seiner Untertanen", schrieb Ashenden in seinem Newsletter auf Substack.
In einem Podcast-Interview legte der ehemalige Geistliche nach und bezeichnete Charles als "woke". Der König habe "die bestmögliche Bildung" genossen, könne aber trotzdem "nicht klar denken". Er sei der Vorstellung verfallen, dass alle Religionen und Spiritualitäten gleichwertig seien – eine Idee, für die es "keinerlei historische Belege" gebe und die "philosophisch und konzeptionell unfähig" sei. Im Podcast-Interview behauptete Ashenden, die verstorbene Königin hätte die Änderung als "Desaster" betrachtet. Elizabeth II. sei eine "sehr intelligente, aufmerksame Frau voller Integrität" gewesen. Charles hingegen bleibe "hinter dem zurück, was von einem König verlangt wird".
Gavin Ashenden: Das ist der Geistliche, der erbittert mit König Charles III. abrechnet
Ashendens eigene religiöse Biografie ist dabei durchaus bemerkenswert. Im Jahr 2017 legte er sein Amt als königlicher Kaplan nieder – nach eigener Aussage, um sich öffentlich und ohne Rücksicht auf das Königshaus zu christlichen Themen äußern zu können. Kurz darauf wandte er sich von der Anglikanischen Kirche ab und schloss sich zunächst der Christian Episcopal Church an. Zwei Jahre später vollzog er den endgültigen Bruch und konvertierte zum Katholizismus.
König Charles' "interreligiöser Mischmasch" empört konservative Christen
Ashenden steht mit seiner Kritik nicht allein. Auch das Christian Institute, eine britische christliche Organisation, reagierte scharf auf die Neuformulierung. "Das Christentum – und nicht irgendein interreligiöser Mischmasch – ist das Fundament der Gesetze und der Kultur unserer Nation", erklärte Direktor Ciarán Kelly gegenüber dem "Guardian". Die Änderung vermittle den Eindruck, das Christentum sei nur eine von vielen gleichwertigen Religionen – was es seiner Ansicht nach nicht sei.
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loc/news.de/stg
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