München: Festakt: 20 Jahre Hauptsynagoge Ohel Jakob in München

Vor 20 Jahren war die jüdische Gemeinde in München in Feierstimmung - nach Jahrzehnten hatte sie wieder eine Hauptsynagoge. Nun soll daran mit einem Festakt erinnert werden, mit Besuch aus Berlin.

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Der Marienplatz und die Münchner Skyline. Aktuelle News aus und über München hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / f11photo

Mit politischer Prominenz wird in München das 20-jährige Bestehen der Hauptsynagoge Ohel Jakob gefeiert. Als Ehrengäste haben sich am Montag (16.30 Uhr) Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) angekündigt. Die Freude über das Jubiläum ist aber nicht ungetrübt, schließlich sieht sich die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern immer wieder mit Anschlagsversuchen und Angriffen konfrontiert.

"Wir sind keine Randnotiz"

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch betonte: "Diese Synagoge ist die sichtbare Gegenwart in München, aber sie ist auch das steingewordene Versprechen einer jüdischen Zukunft." Seit 20 Jahren sende sie ein deutliches Signal: "Jüdische Menschen gehören dazu. Wir sind keine Randnotiz. Wir stehen, wortwörtlich, in der Mitte der Stadt", sagte Knobloch. "Heute, da der Judenhass ein Ausmaß erreicht hat, das wir uns 2006 nicht hätten vorstellen können, ist diese Botschaft, dieses Versprechen, so wichtig wie nie."

Anschlagsplanungen und Angriffe

Die Synagoge wurde auf den Tag genau vor 20 Jahren eingeweiht, am 9. November 2006. Ein Freudentag, der aber auch überschattet war: Wenige Wochen vor der Grundsteinlegung 2003 war ein Anschlagsplan aufgeflogen. Militante Neonazis wollten bei dem Festakt Bomben zünden. Seitdem gab es immer wieder Vorfälle rund um die Synagoge und das angeschlossene jüdische Gemeindezentrum. So hatte die Generalstaatsanwaltschaft München vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass ein in Belgrad erschossener Mann einen Anschlag auf das jüdische Museum geplant hatte.

Für Knobloch ist die Synagoge dennoch Anlass zur Freude. Bei dem Festakt soll auch der Klarinettist Giora Feidman spielen, der schon bei der Einweihung musiziert hatte. Nach Jahrzehnten erhielt die jüdische Gemeinschaft damals wieder eine Hauptsynagoge. Sie trägt den Namen des 1938 von den Nazis zerstörten Gotteshauses "Ohel Jakob" (hebräisch: Zelt Jakobs).

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten die Nazis deutschlandweit Synagogen nieder, misshandelten Jüdinnen und Juden, verwüsteten ihre Wohnungen und Geschäfte. An der Gewaltwelle beteiligten sich nicht nur organisierte Nazi-Trupps, sondern auch viele sogenannte normale Bürger. Mehr als 1.300 Menschen verloren ihr Leben, 30.000 Menschen wurden in Konzentrationslager verschleppt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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