Chris Murphy: "Irre" Kriegspläne – US-Senator warnt vor Trumps nächstem Militärschlag

Donald Trump erwägt offenbar neue Militärschläge gegen den Iran und erntet dafür scharfe Kritik. US-Senator Chris Murphy bezeichnete die Pläne als "irre" und warnt vor einer gefährlichen Eskalation.

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Plant Donald Trump nach den Midterm-Wahlen einen neuen Militärangriff auf den Iran? (Foto) Suche
Plant Donald Trump nach den Midterm-Wahlen einen neuen Militärangriff auf den Iran? Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • US-Senator nennt Trumps Iran-Plan "irre"
  • Nach der US-Wahl könnte eine neue Offensive drohen
  • Chris Murphy warnt vor einer Eskalation und neuer Gewalt

Scharfe Kritik an den Militärplänen der Trump-Regierung gegen den Iran: Nach einem vertraulichen Briefing im Auswärtigen Ausschuss des US-Senats bezeichnete der demokratische Senator Chris Murphy die Kriegsstrategie am Donnerstag als "irre". Murphy warnte vor einer "verheerenden Eskalation" und einer drohenden "Zerstörung unserer Rechtsstaatlichkeit". Die vorgestellten Pläne würden ihre Ziele verfehlen und stattdessen einen neuen Kreislauf der Gewalt in Gang setzen, erklärte er auf der Plattform X.

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US-Senator rechnet mit Militärplänen von Donald Trump ab

Bei einer Veranstaltung des Middle East Institute in Washington wurde der Senator noch deutlicher: "Man hat uns eine Vorschau gegeben, dass es ein Plan von kurzer Dauer sein soll. Ich sage nur: Ihr Plan ist irre." Konkrete Details aus dem geheimen Briefing nannte Murphy jedoch nicht. Vor Publikum schilderte Murphy seine Einschätzung der vorgestellten Strategie. Das Pentagon sei vom US-Präsidenten beauftragt worden, einen Einsatzplan zu entwickeln. Ob die Militärplaner selbst von dessen Erfolgsaussichten überzeugt seien, könne er nicht beurteilen. "Der Plan, den sie entwickelt haben, wird aus meiner Sicht zu einer Verlängerung und Eskalation dieses Krieges führen – mit verheerenden Folgen für unsere Sicherheitsinteressen", so Murphy.

Der Senator verwies dabei auf bereits öffentlich bekannte Berichte über mögliche Angriffsziele, darunter zivile Infrastruktur im Iran. Die als kurz angekündigte Operation werde nach seiner Überzeugung das genaue Gegenteil bewirken: Statt einer schnellen Lösung drohe eine langwierige militärische Auseinandersetzung mit unabsehbaren Konsequenzen.

Hochintensive Militäroperation nach der Kongresswahl geplant

Den Hintergrund für Murphys Warnungen bilden Medienberichte über konkrete Vorbereitungen der US-Regierung für einen Militärschlag. Demnach habe Washington die Golfstaaten bereits aufgefordert, sich auf eine kurze, aber äußerst intensive Operation nach der Kongresswahl am 3. November einzustellen.

Laut dem "Wall Street Journal" zieht Präsident Trump gemeinsam mit Israel gezielte Angriffe auf iranische Atomanlagen sowie zivile Infrastruktur in Betracht. Ziel sei es, das Regime in Teheran zu Verhandlungen zu zwingen. Trump selbst hatte öffentlich erklärt, vor dem Wahltermin keine militärischen Aktionen einzuleiten. Die Planungen deuten damit auf ein bewusstes Abwarten bis nach dem Urnengang hin.

Murphy warnt vor neuem Sturm auf das Kapitol

Neben den außenpolitischen Gefahren richtete der Senator den Blick auch auf mögliche innenpolitische Verwerfungen. Murphy zog eine direkte Verbindung zum 6. Januar 2021, als Anhänger Trumps gewaltsam in das US-Kapitol eindrangen. Eine Wiederholung solcher Szenen sei nicht auszuschließen, sollten die Republikaner bei der Kongresswahl am 3. November eine Niederlage erleiden. Auch der Satiriker Jon Stewart griff dieses Szenario auf. In seiner letzten Sendung vor dem Wahltermin spekulierte er, Trump könnte im Falle eines republikanischen Wahlverlusts erneut zu ähnlichen Aktionen anstiften. Die Kombination aus eskalierender Außenpolitik und innenpolitischer Instabilität verschärft die Sorgen in Washington wenige Tage vor der Abstimmung.

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