Konflikt am Golf: Ägypten erlaubt Präsident Schritte zur Saudi-Verteidigung

Saudi-Arabien gerät durch den anhaltenden Konflikt mit der Huthi-Miliz im Jemen zunehmend unter Druck. Ägypten bietet Hilfe an und geht weitere Schritte um bei der Verteidigung zu helfen.

Erstellt von - Uhr

Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). (Foto) Suche
Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / SimpLine

Das ägyptische Parlament hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi ermächtigt, Maßnahmen zur Unterstützung Saudi-Arabiens bei der Verteidigung des Königreichs zu ergreifen. Das berichteten übereinstimmend mehrere staatsnahe Medien.

Die Zustimmung sei mit einer Zweidrittelmehrheit erfolgt, berichtete die ägyptische Nachrichtenseite "Youm7". Voraussetzung für eine mögliche militärische Unterstützung sei demnach eine Abstimmung mit Saudi-Arabien und eine entsprechende Bitte Riads. Der Entscheidung gingen mehrere Tage nichtöffentlicher Beratungen im Parlament über den Umfang einer möglichen militärischen Unterstützung voraus.

Ägypten könnte Saudi-Arabien damit zum Beispiel nach Einschätzungen von Beobachtern durch Nachrichtenaustausch, Entsendung von Militärexperten, Munitionslieferungen, Bereitstellung von Waffen und Flugzeugen sowie mit Bodentruppen unterstützen. Details und konkrete Pläne dazu sind bisher aber nicht bekannt.

Saudi-Arabien gerät im Zuge der erneuten Eskalation im benachbarten Jemen zunehmend unter Druck. Bei mehreren Huthi-Angriffen gab es Tote und Verletzte im Land, unter anderem am internationalen Flughafen Riad. Das Königreich bemüht sich um mehr militärische Hilfe bei der Abwehr, darunter von der Türkei und Pakistan und laut Berichten auch von den USA. Ägypten hatte dem Königreich kürzlich seine Unterstützung zugesagt.

Ägyptische Truppen in Saudi-Arabien?

Der Abgeordnete Mostafa Bakri teilte auf der Plattform X mit, dass es damit auch zu einer Entsendung von Truppen kommen könnte. Das Parlament habe zugestimmt, Präsident al-Sisi zu ermächtigen, bei Bedarf und nach Abstimmung zwischen beiden Ländern Truppen nach Saudi-Arabien zu entsenden, schrieb er. Ob Saudi-Arabien jedoch überhaupt ägyptische Bodentruppen anfordern würde, ist bisher unklar.

Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Verbündeten und Geldgeber Ägyptens. Riad unterstützte das Land in der Wirtschafts- und Finanzkrise unter anderem mit Zentralbankeinlagen und Milliardeninvestitionen. Beide Länder verfolgen zudem ähnliche Interessen in den Konflikten im Sudan und in Somalia.

Ägypten befürchtet, dass erneute Angriffe der Huthi-Miliz auf Handelsschiffe den Verkehr im Suezkanal beeinträchtigen könnten. Bereits 2023 und 2024 hatten solche Attacken den Schiffsverkehr und damit wichtige Einnahmen Ägyptens einbrechen lassen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Politik":

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.