Wolodymyr Selenskyj News: Prien und Selenskyj gedenken ermordeter Kiewer Juden

Vor 85 Jahren verübten die Nationalsozialisten vor den Toren Kiews ein Massaker an den Juden der Stadt. Bei der zentralen Gedenkfeier in Babyn Jar spielt auch die Situation heute eine Rolle.

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Aktuelle Nachrichten über Wolodymyr Selenskyj lesen Sie auf news.de. Bild: picture alliance | President Of Ukraine

85 Jahre nach dem Massaker von Babyn Jar hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) am Gedenkort der Massenerschießungen an die Verantwortung der Menschen heute erinnert. "Erinnerung bedeutet Verantwortung - und diese Verantwortung vergeht nicht - niemals", sagte Prien im Beisein des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und zahlreicher Ehrengäste. In ihrer Rede erinnerte Prien an ihre eigenen jüdischen Wurzeln. "Auch ich habe Verwandte in der Schoah verloren", sagte Prien.

Am 29. und 30. September 1941 erschossen deutsche Einsatzgruppen in Babyn Jar am damaligen Stadtrand von Kiew gemeinsam mit Soldaten, Polizisten und SS-Männern 33.771 jüdische Bewohner der Stadt. Prien nannte dies ein "bis heute unfassbares Verbrechen zu Beginn der Schoah". An dem Ort, heute eine Gedenkstätte unter anderem mit aufwendigen Kunstinstallationen, versammelten sich auch Vertreter Israels und der staatlichen israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zum offiziellen Gedenken. Selenskyj, Prien und zahlreiche andere Gäste stellten rote, brennende Kerzen ab. Die Sicherheitsvorkehrungen der ukrainischen Behörden waren hoch.

"Heute kämpft wieder ein Volk ums Überleben"

Prien sagte im Anschluss, es sei "von großer Bedeutung", dass man dieses Verbrechens gedenke, "(wir) aber eben auch immer zugleich Verantwortung übernehmen für das, was heute ist und das, was morgen sein wird - und das an einem Ort hier in Kiew, an dem heute ein Volk wieder um sein Überleben kämpft". Zuvor hatte die Familienministerin am Flaggengedenkort für die in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten im Zentrum Kiews ebenfalls mit einer Kerze an die Toten erinnert.

Selenskyj hatte sich bereits beim exakten Jahrestag geäußert. "Diese Tragödie erinnert uns daran, wie schmerzhaft es ist, Angehörige und nahestehende Menschen zu verlieren, und wie sehr der Wert des menschlichen Lebens insgesamt herabgewürdigt werden kann", sagte der ukrainische Staatschef.

Sachsen-Anhalt beschäftigt Prien auch in Kiew

Prien ging auch darauf ein, dass ein AfD-Politiker bei der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt zum neuen Landtagspräsidenten gewählt worden ist. Auf eine entsprechende Frage sagte sie in Babyn Jar, es sei "sehr bedrückend, auch und nicht nur für Jüdinnen und Juden in Deutschland, dass ein Vertreter einer gesichert rechtsextremistischen Partei in Sachsen-Anhalt heute dort gewählt worden ist".

Offensichtlich feie "alles, was wir an Erinnerungskultur entwickelt haben in den letzten Jahrzehnten" auch "uns Deutsche" nicht davor, "geschichtslos zu werden". Prien: "Und wir werden sehr darum kämpfen müssen, dass Erinnerungskultur in Deutschland unabhängig von den Wahlergebnissen in den einzelnen Bundesländern weiter den Stellenwert und die Funktion hat, die es haben muss in einem Land der Täter, die genau dieses Verbrechen hier in Babyn Jar begangen haben."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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