Pete Hegseth: Machtkampf im Pentagon eskaliert – Trump-Minister schäumt vor Wut
Im Pentagon soll es zwischen Pete Hegseth und dem ehemaligen Armeesekretär Dan Driscoll ordentlich gekracht haben. Ein Streit über Driscolls Kontakte zum Weißen Haus markierte offenbar den Beginn eines Zerwürfnisses, das sich später an Personalentscheidungen und der Modernisierung der US-Armee entzündete. Jetzt packt Driscoll über die Hintergründe aus.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
Suche
- Wutausbruch: Hegseth soll wegen Driscolls Vance-Kontakten ausgerastet sein
- Generäle entlassen: Personalentscheidungen verschärften den Konflikt im Pentagon
- Driscoll packt aus: Ex-Armeesekretär beschreibt ein Verhältnis voller Spannungen
Dan Driscoll hat genug geschwiegen. Der ehemalige US-Armeesekretär, der im September nach gerade einmal 18 Monaten im Amt seinen Rücktritt einreichte, gewährt nun einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen des Pentagons – und auf seine konfliktbeladene Zusammenarbeit mit Verteidigungsminister Pete Hegseth.
Weitere Meldungen rund um Donald Trump finden Sie am Ende dieses Artikels.
Wie "Rolling Stone" berichtet, prallten bei den beiden grundlegend verschiedene Vorstellungen davon aufeinander, wie eine moderne Armee aussehen sollte. Während Driscolls Amtszeit sickerten immer wieder Berichte über Spannungen zwischen ihm und Hegseth durch. Doch was Driscoll und Insider nun offenlegen, zeichnet ein deutlich schärferes Bild der Zerwürfnisse als bisher bekannt – angefangen bei einem Wutausbruch des Verteidigungsministers, der das Verhältnis der beiden offenbar von Beginn an vergiftete.
Pete Hegseth rastet aus: Trump-Minister pöbelt gegen US-Armeesekretär
Bereits in der Anfangsphase ihrer Zusammenarbeit kam es zum folgenschweren Eklat. Driscoll wandte sich an Hegseth mit einem Angebot, das er selbst als strategischen Trumpf betrachtete: Seine enge Freundschaft zu Vizepräsident JD Vance könne beiden dabei helfen, im Pentagon Dinge voranzubringen. Was Driscoll als Olivenzweig verstand, fasste Hegseth als Affront auf. Zwei Quellen bestätigten gegenüber "Rolling Stone", dass der Verteidigungsminister daraufhin regelrecht "ausrastete". Seine unmissverständliche Botschaft: Sämtliche Kommunikationskanäle zum Weißen Haus hätten ausschließlich über seinen Schreibtisch zu laufen. Dieser Vorfall markierte offenbar einen Wendepunkt. Von da an schienen die beiden kaum noch auf einer Wellenlänge zu liegen – und die Differenzen sollten sich in den folgenden Monaten nur noch vertiefen.
"All die Leute, die Rückgrat hatten, wurden entfernt"
Der Kern des Konflikts lag in grundsätzlich verschiedenen Prioritäten. Während Driscoll und seine Verbündeten auf eine militärische Erneuerung drängten, konzentrierte sich Hegseth laut den Berichten vor allem auf Personalentlassungen, das Blockieren von Beförderungen und den Kampf gegen Diversitätsinitiativen. Wer sich diesem Kurs widersetzte, wurde aussortiert. Ein ehemaliger hochrangiger Armeeoffizier brachte es gegenüber "Rolling Stone" auf den Punkt: "All die Leute, die Rückgrat hatten und bereit waren, die Wahrheit darüber auszusprechen, wohin wir gehen und was wir tun müssen – die wurden entfernt, richtig?"
Das eigentliche Ziel sei nicht militärische Schlagkraft, sondern Gefügigkeit gewesen: "Sie sind Kulturkrieger. Sie interessieren sich für Kultur. Und es ist nur ihre Kultur, nämlich Gehorsam und Loyalität über der Pflicht."
15 Sekunden für das Ende einer Karriere
Besonders drastisch zeigte sich Hegseths Führungsstil bei der Absetzung von General Randy George, dem Stabschef der Armee. George, dessen regulärer Ruhestand erst für den Sommer 2027 vorgesehen war, wurde bereits im April dieses Jahres entlassen – per Telefonat, das gerade einmal 15 Sekunden dauerte. Obwohl sein Büro nur wenige Türen von Hegseths entfernt lag, erhielt George nach eigener Aussage "nie wirklich einen Grund" für seine Absetzung.
George galt als enger Verbündeter Driscolls im Kampf um die Modernisierung der Streitkräfte. Ein ehemaliger Armeebeamter erklärte, Driscoll habe jede Chance auf ein funktionierendes Arbeitsverhältnis mit Hegseth geopfert, um Leute wie George zu schützen – "weil es das Richtige für die Armee war". Auch Driscoll selbst stand offenbar kurz vor einer Entlassung, bevor er seinen Rücktritt einreichte.
Mehr Einigkeit als gedacht?
Trotz all der Verwerfungen bemüht sich Driscoll um ein differenziertes Bild. Die Beziehung zu Hegseth sei keineswegs ausschließlich von Konflikten geprägt gewesen, betonte er gegenüber "Rolling Stone": "Ich denke, es ist unfair, unser Verhältnis so eindimensional darzustellen – als wäre jede Begegnung schlecht gewesen oder als hätten wir in allem verschiedener Meinung gewesen."
Tatsächlich habe Übereinstimmung in mehr als der Hälfte aller Themen geherrscht, so der ehemalige Armeesekretär. Was in den Medien lande, seien eben die Streitpunkte. Gleichzeitig machte Driscoll klar, wo die Grenzen lagen: "Sobald er eine Entscheidung getroffen hat, kann ich nichts mehr daran ändern. Ich muss sie nicht gut finden."
Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:
- "Vielleicht sprengt man sie in die Luft" – US-Präsident droht mit Vernichtung
- Nach Handschlag mit Selenskyj – Trump-Geste sorgt für Rätsel
- Er übersieht das Offensichtliche – Trump wirkt total verwirrt
- "Ich weiß nicht, was zum Teufel das bedeutet" – Trump stolpert über eigene Rede
- "Der Typ kann kaum noch laufen" – Trump-Video sorgt für Entsetzen
bua/sba/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.