Partei: Linke wehrt sich gegen weitere Vorwürfe zu Clan-Nähe

Nach einem Medienbericht waren auf einer Linke-Wahlparty in Neukölln weitere mutmaßliche Clan-Mitglieder anwesend. Die Partei nimmt dazu Stellung und betont ihre Distanz zu organisierter Kriminalität.

Erstellt von - Uhr

Aktuelle Nachrichten zum Thema Kriminalität lesen Sie hier auf news.de (Symbolbild). (Foto) Suche
Aktuelle Nachrichten zum Thema Kriminalität lesen Sie hier auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Heiko

Die Linke in Berlin-Neukölln wehrt sich gegen neue Vorwürfe von zu viel Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen. "Als Linke Neukölln grenzen wir uns klar von organisierter Kriminalität ab und setzen uns für deren Bekämpfung ein", sagte die Co-Bezirksvorsitzende Jorinde Schulz der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben als Bezirksverband Null komma Null mit organisierter Kriminalität zu tun."

Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin am 20. September hatte für Wirbel gesorgt, dass auf einer Wahlparty der Linke Neukölln das Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans dabei war. Nun berichtet der "Tagesspiegel", dass auch zwei mutmaßliche Angehörige eines anderen Clans auf der Party gewesen seien. Einer von ihnen habe Interviews mit anwesenden Linke-Vertretern geführt.

"Viele Interviews"

"Am Wahlabend haben wir viele Interviews gegeben, in denen wir über den phänomenalen Wahlerfolg der Linken Neukölln gesprochen haben", sagte Schulz dazu der dpa. "Als Bezirkssprecherin gebe ich Interviews, um der Öffentlichkeit die politischen Positionen und Analysen meiner Partei zu vermitteln", ergänzte sie in einem schriftlichen Statement. Mit welchen Journalistinnen oder Influencern sie gesprochen habe, könne sie nicht mehr sagen. Es habe sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt.

Gewerkschaft der Polizei zu Clanaktivitäten

Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Großfamilie, der die fraglichen Influencer angehören sollen, ihre Wurzeln im Gazastreifen. Mittlerweile seien fast 150 Mitglieder in Berlin polizeibekannt. "Manche Protagonisten sind bei pro-palästinensischen Kundgebungen durch verfassungsfeindliche Parolen, Widerstand gegen Polizeibeamte oder Angriffe gegen Polizeibeamte aufgefallen", sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Es liefen auch Ermittlungen etwa wegen Betrugs, Körperverletzung, Geldwäsche oder Drogendelikten. Protagonisten seien auf Social Media aktiv und hetzten gegen Israel oder gegen Juden. "Die Strukturen bereiten uns Sorgen."

Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert. Auch die Linke lehnt die Bezeichnung weitgehend ab. Schulz sagte dazu: "Im demokratischen Rechtsstaat gilt: Sippenhaft gibt es nicht, und deswegen lehnen wir es ab, Menschen unabhängig von konkreten Verurteilungen allein aufgrund ihres Nachnamens oder ihrer Familienzugehörigkeit als kriminell zu bezeichnen."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News zum Thema "Kriminalität":

/roj/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.