J.D. Vance: Ein falsches Wort genügte - Trump-Vize erzürnt mit Interview

J.D. Vance hat mit einem Interview die Wut der US-Bürger auf die Trump-Regierung geschürt. Ein falsches Wort genügte, um das Publikum gegen sich aufzubringen. Dabei hatte er eigentlich versucht, das Volk zu besänftigen und die jüngsten Entscheidungen von Donald Trump zu rechtfertigen.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

J.D. Vance versuchte, die Verbannung der Medien zu rechtfertigen. (Foto) Suche
J.D. Vance versuchte, die Verbannung der Medien zu rechtfertigen. Bild: picture alliance/dpa/POOL Getty Images North America/AP | Anna Moneymaker
  • J.D. Vance erzürnt mit Ausrede nach Medien-Verbannung
  • Vance rechtfertigt Trump-Entscheidung: "Es ist kein Verbot"
  • Trump-Vize unter Beschuss aufgrund eines falschen Wortes

Es ist ein bemerkenswert schlichtes Argument, mit dem J.D. Vance den Ausschluss von CNN, MS NOW und Politico aus dem Weißen Haus verteidigt. In einem Interview mit Greg Kelly für Newsmax ("Greg Kelly Reports"), welches im Vorfeld einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina stattfand, bei der sich Vance mit seiner Rede blamierte, erklärte der US-Vizepräsident, dass die drei Medien schließlich weiterhin über Donald Trump und seine Regierung berichten dürften.

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J.D. Vance erzürnt mit Ausrede nach Medien-Verbannung

Der Trump-Vize argumentierte, dass die Entscheidung des US-Präsidenten seiner Meinung nach keine Gefahr für die Pressefreiheit darstelle, denn man habe den drei Medien lediglich den exklusiven Zugang zum Präsidenten entzogen. Doch ist es tatsächlich so einfach? Setzt man sich genauer mit J.D. Vance Argumentation auseinander, so stellt man fest, dass diese erhebliche Schwachstellen aufweist. Denn so simpel, wie es der Trump-Vize darstellen will, ist es keineswegs.

Vance rechtfertigt Trump-Entscheidung und setzt negative Berichterstattung mit linker Propaganda gleich

Denn im Interview mit Greg Kelly setzte J.D. Vance die vordergründig negative Berichterstattung der verbannten Medienhäuser mit linker Propaganda gleich: "Das Problem bei einigen dieser Medienunternehmen – ich würde nicht einmal sagen, dass es die meisten sind, aber einige der größeren Medienunternehmen – ist, dass sie eigentlich keine Nachrichtenorganisationen sind. Wenn Sie ein Propagandaorgan der Linken sein wollen, warum sollte Donald Trump Ihnen dann einen Sonderzugang zu seinem Weißen Haus gewähren?"

Genau an dieser Stelle hinkt Vance' Argumentation: Denn eine überwiegend negative Berichterstattung ist nicht automatisch Propaganda. Ein Medium kann über eine Regierung überwiegend kritisch berichten, weil es deren Handlungen überwiegend kritisch bewertet oder weil kontroverse Vorgänge einen hohen Nachrichtenwert besitzen.

Trump-Vize unter Beschuss aufgrund eines falschen Wortes

In den sozialen Netzwerken sorgt ein entsprechender Ausschnitt des Vance-Interviews, welchen der US-Journalist Aaron Rupar auf seinem X-Account veröffentlicht hat, wie zu erwarten für hitzige Diskussionen und große Empörung. Nicht nur die fragwürdige Begründung des Trump-Vize lässt die Wut der Wählerinnen und Wähler hochkochen, sondern auch seine Wortwahl. Denn Vance erlaubte sich, das Weiße Haus als "sein Weißes Haus" zu bezeichnen. Ein fataler Fehler, wie sich an den erbosten Kommentaren erkennen lässt. Denn die Amerikaner betrachten das Weiße Haus seit jeher als das Haus des Volkes und nicht etwa als das Haus des US-Präsidenten:

  • "Sogar Trump wusste, dass man es nicht 'sein' Haus nennen darf. Wie kann Vance in Sachen Politik so schlecht sein??"
  • "Warum dieser Mistkerl immer hier ist und die Handlungen seines idiotischen Chefs verteidigt? Er weiß es nicht, aber er ruiniert jeden Tag seine eigene Zukunft."
  • "Es ist nicht SEIN Weißes Haus. Diese Mistkerle"
  • "Es ist das Haus des Volkes. Nicht seines."
  • "Das ist nicht sein Haus, er arbeitet für uns. Was für ein absolutes Gräuel."

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