Wladimir Putin: Kremlchef ist machtlos - Russen-Eliten bringen Milliarden in Sicherheit

Es ist ein Bericht, der Wladimir Putin aufhorchen lassen sollte. So viel Kapital wie nie zuvor haben wohlhabende Russen aus dem Land geschafft - befeuert von Gerüchten über eingefrorene Konten und eine neue Mobilmachung.

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Wladimir Putin führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. (Foto) Suche
Wladimir Putin führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Alexander Kazakov
  • Wladimir Putin dürfte nicht erfreut sein: Russen bringen Milliarden in Sicherheit
  • Wladimir Putin könnte Bankguthaben einfrieren oder Mobilmachung anordnen
  • Ukraine-Krieg setzt Putins Staatshaushalt unter Druck

Über diese Zahlen dürfte Wladimir Putin kaum erfreut sein. Russlands sogenannte graue Kapitalflucht hat im zweiten Quartal 2026 ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Wie die "Welt" berichtet, flossen innerhalb von nur drei Monaten 12,2 Milliarden US-Dollar aus dem Land - ein historischer Rekordwert seit Beginn der Erfassung im Jahr 1994. Es ist längst nicht der einzige Rückschlag, mit dem Kremlchef für Schlagzeilen sorgt. Bei einem Raketenschlag hat Wladimir Putin zuletzt einen weiteren General im Ukraine-Krieg verloren.

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Wladimir Putin dürfte nicht erfreut sein: Russen bringen Milliarden in Sicherheit

Der Sprung gegenüber dem Vorquartal fällt dabei dramatisch aus: Um 770 Prozent stiegen die Abflüsse im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres. Die abgewanderte Summe macht rund ein Zehntel sämtlicher russischer Exporterlöse aus. Wladimir Putin dürfte nicht erfreut sein. Hinter den Zahlen verbirgt sich eine wachsende Verunsicherung unter wohlhabenden Russen, die ihr Vermögen zunehmend außer Landes schaffen.

Wladimir Putin könnte Bankguthaben einfrieren oder Mobilmachung anordnen

Wohin das Geld fließt, zeichnet sich zunehmend ab. Laut einem "Bloomberg"-Bericht vom Juli transferieren vermögende Russen - darunter auch Personen aus dem Umfeld von Wladimir Putin - wieder verstärkt Kapital auf die arabische Halbinsel, nach Zypern sowie auf den afrikanischen Kontinent. Auch der Immobilienmarkt in Dubai verzeichnet eine steigende Nachfrage russischer Käufer.

Der frühere Vizechef der russischen Zentralbank, Oleg Wjugin, sieht tiefe Verunsicherung als Hauptursache. Kursierenden Gerüchten zufolge könnten Bankguthaben eingefroren oder eine erneute Mobilmachung angeordnet werden. Diese Befürchtungen trieben die Nervosität massiv an. "Die Menschen wollen eine bestimmte Geldmenge irgendwie in Sicherheit bringen", erklärte Wjugin dem Bericht zufolge.

Ukraine-Krieg setzt Putins Staatshaushalt unter Druck

Parallel zur Kapitalflucht gerät auch der russische Staatshaushalt unter massiven Druck. Nach Schätzungen des Finanzministeriums beläuft sich das Defizit auf 5,8 Billionen Rubel - das entspricht 2,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Ursprünglich hatte die Regierung für das laufende Jahr lediglich 1,6 Prozent eingeplant.

Gleichzeitig trennt sich die Zentralbank von erheblichen Goldreserven. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 49,7 Tonnen des Edelmetalls veräußert. Ein derartiges Verkaufsvolumen gab es zuletzt während des Rubelcrashs im Jahr 1998. Ob zwischen den Goldverkäufen und dem wachsenden Haushaltsdefizit ein direkter Zusammenhang besteht, ist unter Fachleuten allerdings umstritten.

Putin-Maßnahmen bleiben im Dunkeln

Die genauen Hintergründe der massiven Kapitalabflüsse bleiben jedoch im Dunkeln. Die russische Zentralbank führt die 12,2 Milliarden Dollar lediglich als statistische Abweichung in ihrer Zahlungsbilanz. Unter diese Kategorie können sowohl verschleierte Geldtransfers ins Ausland als auch Exporteinnahmen fallen, die gar nicht erst nach Russland zurückfließen. Eine eindeutige Zuordnung der Ursachen ist laut Bericht damit nicht möglich.

Auch bei den rekordhohen Goldverkäufen bleibt vieles offen. Der Ökonom Vasily Astrov äußert Zweifel daran, dass Moskau seine Goldbestände abstoßen muss, um die klaffende Lücke im Staatshaushalt zu schließen. Welche strategischen Überlegungen stattdessen hinter den Verkäufen stehen, lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten.

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