Wladimir Putin: Kremlchef in der Arktis blamiert - Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff

Erneut gibt es unangenehme Nachrichten für Wladimir Putin - dieses Mal aus der Arktis. Vor Spitzbergen haben norwegische Behörden ein russisches Kreuzfahrtschiff festgesetzt. Hintergrund ist ein Gerichtsbeschluss.

Erstellt von - Uhr

Wladimir Putin bekommt schlechte Nachrichten aus der Arktis. Vor Spitzbergen wurde ein russisches Kreuzfahrtschiff beschlagnahmt. (Foto) Suche
Wladimir Putin bekommt schlechte Nachrichten aus der Arktis. Vor Spitzbergen wurde ein russisches Kreuzfahrtschiff beschlagnahmt. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Anastasia Barashkova
  • Norwegische Behörden beschlagnahmen russisches Kreuzfahrtschiff
  • "Professor Moltschanow" vor Spitzbergen festgesetzt
  • Aktion erfolgte wegen eines Gerichtsbeschlusses, der Entschädigungszahlen für den ukrainischen Staatskonzern Naftogaz nach der Krim-Annexion 2014 vorsieht

Während sich aktuell die Spannungen zwischen Berlin und Moskau verschärfen, geht nun mit Norwegen ein weiteres Nato-Mitglied auf Konfrontationskurs mit dem Kreml.Auf der arktischen Inselgruppe Spitzbergen haben Behörden des skandinavischen Landes das russische Kreuzfahrtschiff "Professor Moltschanow" festgesetzt.

Norwegen beschlagnahmt russisches Kreuzfahrtschiff "Professor Moltschanow" vor Spitzbergen

Hinter der Aktion steht der ukrainische Staatskonzern Naftogaz, der damit ein internationales Schiedsgerichtsurteil vollstrecken will. Dieses verpflichtet Russland zur Zahlung von etwa 4,2 Milliarden US-Dollar – umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro – als Entschädigung für Vermögenswerte, die nach der Annexion der Krim 2014 beschlagnahmt wurden.Die Maßnahme geht auf die Anordnung eines norwegischen Gerichts zurück. Moskau hat den Schiedsspruch bis heute ignoriert. Ein Polizeivertreter auf Spitzbergen bestätigte den Vorgang gegenüber der norwegischen Zeitung "Aftenposten"

Wladimir Putin in der Arktis blamiert: Ukraine geht gegen russische Vermögenswerte vor

Naftogaz-Chef Serhiy Fedorenko bezeichnete die Festsetzung des Schiffs als "einen weiteren wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit" mit Blick auf die Enteignungen nach der Krim-Annexion. Die Ukraine werde "weiterhin weltweit gegen russische Vermögenswerte vorgehen, bis die Naftogaz und anderen Unternehmen des Naftogaz-Konzerns zugesprochene Entschädigung vollständig beglichen ist", so Fedorenko.

"Professor Moltschanow" vor Barentsburg festgesetzt

Bei der "Professor Moltschanow" handelt es sich laut dem "Spiegel" um ein vergleichsweise kleines Expeditionskreuzfahrtschiff, das 1983 in Finnland für die Sowjetunion vom Stapel lief und nach einem sowjetischen Meteorologen benannt ist. Mit Platz für bis zu 48 Passagiere verkehrt es seit Jahren in arktischen Gewässern, sein Heimathafen ist das russische Murmansk. Laut der Ortungsplattform "Vesselfinder" ankerte das Schiff zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung vor Barentsburg – einer russischen Bergarbeitersiedlung auf dem rohstoffreichen Archipel, der auf halber Strecke zwischen Norwegens Festland und dem Nordpol liegt.

Auch diese Nachrichten über Russland und Wladimir Putin könnten Sie interessieren:

/news.de/mlk/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.