Wladimir Putin: Der Machtzirkel des Kremlchefs - das sind seine mächtigsten Vertrauten
Wladimir Putin sitzt seit vielen Jahren als russischer Präsident fest im Sattel. Dabei ist er jedoch auf Unterstützung angewiesen. Diese Vertrauten halfen ihm dabei, seine Macht im Kreml aufrechtzuerhalten beziehungsweise auszubauen.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Die engsten und mächtigsten Vertrauten von Wladimir Putin
- Nikolai Patruschew, Sergej Kirijenko, Anton Waino, Dmitri Peskow, Alexei Djumin, Sergej Schoigu, Alexander Bortnikow, Sergej Lawrow und Dmitri Medwedew zählen zum Machtzirkel des Kremlchefs
- Das sind ihre Aufgaben und ihr Verhältnis zu Putin
Wladimir Putin regiert Russland seit mehr als zwei Jahrzehnten – und setzt dabei auf einen engmaschigen Machtzirkel aus Vertrauten, Sicherheitsleuten und erfahrenen Funktionären. Wer Zugang zum russischen Präsidenten hat, Informationen für ihn bündelt oder politische Entscheidungen vorbereitet, kann im Kreml enormen Einfluss ausüben. Einige Personen stechen durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit Putin besonders hervor.
Die mächtigsten Vertrauten von Wladimir Putin: Sie stehen dem Kremlchef zur Seite
Nikolai Patruschewist seit vielen Jahren einer der einflussreichsten Vertrauten Putins. Der 1951 in Leningrad geborene Patruschew arbeitete bereits zu sowjetischen Zeiten beim KGB. Dort lernte er auch Putin kennen. Später stieg er zum Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB auf. Dieses Amt hatte er von 1999 bis 2008 inne – nachdem Putin selbst den Posten verlassen hatte. Von 2008 bis 2024 stand er an der Spitze des russischen Sicherheitsrates. Heute ist er als Berater des Präsidenten tätig. Seine Verbindung zu Putin beruht laut einer Analyse des "George C. Marshall Europäisches Zentrum für Sicherheitsstudien" vor allem auf der gemeinsamen Vergangenheit im Geheimdienst, persönlicher Loyalität und ähnlichen politischen Vorstellungen. Beobachter beschreiben ihn als ausgesprochen westkritisch und als wichtigen Vertreter einer nationalistischen Linie. Er war Befürworter der Annexion der Krim im Jahr 2014.
Sergei Kirijenko gehört zu den mächtigsten Strippenziehern in der russischen Innenpolitik. Der 1962 in Suchumi geborene Politiker machte zunächst Karriere in der sowjetischen Jugendorganisation Komsomol, arbeitete später in der Wirtschaft und wurde 1997 russischer Energieminister. Ein Jahr später übernahm er mit gerade einmal 35 Jahren für wenige Monate das Amt des Ministerpräsidenten. Später arbeitete Kirijenko unter Putin unter anderem als Chef des staatlichen Atomkonzerns Rosatom. Seit 2016 ist Kirijenko als Erster Stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung tätig. Dort ist er maßgeblich für die Innenpolitik zuständig. Dazu gehören laut den Experten der Nichtregierungsorganisation "Carnegie Russia Eurasia Center" aus Berlin unter anderem Wahlen, der Umgang mit politischen Parteien und die Kontrolle über die politische Agenda. Experten sehen ihn als wichtigen Organisator des Systems, das Putin seine politische Stabilität sichern soll.
Anton Waino begann seine Karriere im diplomatischen Dienst und arbeitete sich anschließend innerhalb der Präsidialverwaltung nach oben. 2016 wurde er zum Leiter der Präsidialverwaltung ernannt. In dieser Funktion koordiniert er die Arbeit des Apparats, der Putin bei der Vorbereitung und Umsetzung seiner politischen Entscheidungen unterstützt. Waino ist öffentlich weniger präsent. Er gilt laut "Bundeszentrale für politische Bildung" als loyaler Technokrat, der dafür sorgt, dass Putins Vorgaben im Staatsapparat umgesetzt werden.
Dmitri Peskow ist ein wesentlich bekannteres Gesicht aus Putins unmittelbarem Umfeld. Als Pressesprecher des Präsidenten tritt er regelmäßig vor die Öffentlichkeit und verteidigt die Politik des Kremls. Der 1967 in Moskau geborene Peskow studierte laut Informationen der russischen Regierung Orientalistik und Übersetzung und begann seine politische Laufbahn im sowjetischen Außenministerium. Nach verschiedenen Stationen im diplomatischen Dienst wechselte er in die Präsidialverwaltung. Seit 2012 ist er Putins Pressesprecher und zugleich stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung. Peskows besondere Bedeutung liegt darin, dass er Putins Positionen nach außen vermittelt und gleichzeitig Zugang zu Informationen aus dem Machtzentrum hat.
Alexei Djumin, 1972 in Kursk geboren, nimmt innerhalb des Machtzirkels eine besondere Stellung ein: Er arbeitete viele Jahre beim russischen Föderalen Schutzdienst FSO und gehörte ab 1999 zu Putins persönlichem Sicherheitsteam. Später wurde er unter anderem stellvertretender Verteidigungsminister und Gouverneur der Region Tula. Seit Mai 2024 ist Djumin als Berater des Präsidenten tätig. Die "Bundeszentrale für politische Bildung" beschreibt ihn als einen Mann, dessen Aufstieg wesentlich durch seine bedingungslose Loyalität gegenüber Putin begünstigt wurde.
Sergej Schoigu ist ebenfalls seit Jahren ein wichtiger Bestandteil von Putins Machtapparat. Der 1955 geborene Politiker war von 2012 bis 2024 russischer Verteidigungsminister und damit während der Annexion der Krim sowie des Beginns des russischen Großangriffs auf die Ukraine für die Streitkräfte verantwortlich. Im Mai 2024 musste er das Verteidigungsministerium verlassen. Putin setzte ihn jedoch nicht komplett politisch ins Abseits: Schoigu übernahm stattdessen das Amt des Sekretärs des Sicherheitsrates. Damit blieb er unmittelbar an den Präsidenten angebunden und behielt erheblichen Einfluss auf sicherheits- und militärpolitische Fragen. Schoigu gehört weiterhin zu den Männern, die regelmäßig an den strategischen Beratungen des Präsidenten beteiligt sind.
Alexander Bortnikow ist für Putins Machterhalt von enormer Bedeutung. Der 1951 geborene Bortnikow arbeitete wie der Kremlchef im sowjetischen KGB und blieb dem Geheimdienstapparat auch nach dem Ende der Sowjetunion treu. Seit 2008 führt er den Föderalen Sicherheitsdienst FSB, den wichtigsten russischen Inlandsgeheimdienst und Nachfolger des KGB. Der FSB ist unter anderem für Spionageabwehr, Terrorismusbekämpfung und die innere Sicherheit zuständig. Damit spielt die Behörde laut "Sky" zudem eine zentrale Rolle bei der Überwachung und Unterdrückung politischer Gegner.
Sergej Lawrow ist einer der dienstältesten und international bekanntesten Minister in Putins Regierung. Der am 21. März 1950 in Moskau geborene Diplomat studierte am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen und begann seine diplomatische Laufbahn bereits zu Sowjetzeiten. Nach seiner Arbeit bei den Vereinten Nationen wurde Lawrow 2004 zum russischen Außenminister ernannt – und blieb es bis heute. Damit gehört er zu denjenigen Regierungsmitgliedern, die Putin über besonders viele Jahre begleitet haben. Lawrows Aufgabe ist es, die russische Außenpolitik international zu vertreten und die Positionen des Kremls gegenüber anderen Staaten zu verteidigen. Gerade seit Beginn des Ukraine-Krieges steht er regelmäßig im Mittelpunkt hochrangiger diplomatischer Gespräche.
Dmitri Medwedew hat eine außergewöhnliche Beziehung zu Wladimir Putin: 2008 wurde er selbst russischer Präsident und übernahm anschließend von Putin das Amt des Ministerpräsidenten. Seit 2020 ist Medwedew stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates. Der 1965 in Leningrad geborene Jurist und frühere Hochschullehrer war bereits in den 1990er-Jahren im Umfeld von Putin in St. Petersburg tätig. Während seiner Präsidentschaft galt Medwedew zunächst als vergleichsweise liberaler als Putin. Inzwischen ist davon kaum noch etwas zu erkennen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine tritt Medwedew regelmäßig mit besonders scharfer, antiwestlicher Rhetorik auf und zählt zu den Hardlinern des russischen Machtapparates.
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