Brief offenbart Machtkämpfe: Wird die AfD jetzt selbst von einer "Brandmauer" zerrissen?

Mit mehr als 10.000 Mitgliedern stellt Nordrhein-Westfalen den größten Landesverband der AfD. Doch ausgerechnet dort wird nun heftig gezankt, wie ein Brandbrief an die AfD-Spitze um Alice Weidel und Tino Chrupalla enthüllt.

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Der AfD-Abgeordnete Manuel Krauthausen richtete sich mit einem Brandbrief an die Parteispitze. (Foto) Suche
Der AfD-Abgeordnete Manuel Krauthausen richtete sich mit einem Brandbrief an die Parteispitze. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • AfD-Abgeordneter aus NRW wendet sich mit Brandbrief an die Parteispitze
  • Der Abgeordnete Krauthausen macht seinen Parteikollegen schwere Vorwürfe
  • Dabei kritisiert er unter anderem eine "interne Brandmauer"

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Brandmauern, schwarze Kassen und "Verräter" – der AfD-Landesverband Nordrhein-Westfalen hat in letzter Zeit mit einem heftigen internen Streit zu kämpfen. Das geht aus einem Brandbrief des AfD-Abgeordneten Manuel Krauthausen hervor, der sich mit heftigen Anschuldigungen an die Parteispitze richtete. Dabei kritisierte er unter anderem die "internen Brandmauern" im Landesverband NRW.

"Interne Brandmauer" spaltet die Partei

Wie die "Bild" berichtet, beschrieb Krauthausen in einem neunseitigen Brief an die AfD-Spitze um Alice Weidel und Tino Chrupalla eine klare Hackordnung innerhalb des Landesverbands: Als er 2025 für die AfD NRW in den Bundestag einzog, seien andere AfD-Abgeordnete aus NRW auf ihn zugekommen. Diese hätten ihm klargemacht, dass er sich offenbar zur Loyalität gegenüber dem Landeschef Martin Vincentz zu verpflichten habe. So dürfe er nur in Vincentz-nahen AfD-Verbänden als Redner auftreten, nicht in Verbänden, die seinem Rivalen Matthias Helferich nahestehen.

Der Vorstand der AfD in NRW leitete bereits im Juni 2024 ein Parteiausschlussverfahren gegen Helferich wegen schwerwiegender Verstöße gegen das Grundgesetz und das Grundsatzprogramm der Partei sowie wegen parteischädigender Äußerungen ein. Dennoch wurde Helferich, der sich in geleakten Chat-Nachrichten auch als "das freundliche Gesicht des NS" bezeichnete, bei der Wahl-Versammlung in Marl Anfang Januar 2025 auf Platz sechs der NRW-Landesliste für die Bundestagswahl 2025 gewählt. Nach langem Rechtsstreit entschied das Bundesschiedsgericht der Partei im Juni 2026, ihn mit einer sechsmonatigen Amtssperre zu belegen, ihn aber nicht aus der Partei auszuschließen.

"Verräter"-Vorwurf gegen AfD-Büroleiter

Krauthausen stehe den "internen Brandmauern in NRW" kritisch gegenüber. Demnach wolle er keine Maßstäbe akzeptieren, welche die AfD auch bei anderen Parteien kritisiere. Zwei Vorfälle hätten seine Ansicht gefestigt:

Erstens wurde er bereits im Februar von anderen AfD-Mitgliedern aus dem Umfeld von Vincentz bedrängt, seinen Büroleiter Thomas Springer zu entlassen. Dieser warb offenbar für das Helferich-Lager. Auch habe an der Tür des Büro-Leiters bereits ein "Verräter"-Schild gehangen. Laut Vincentz' Aussage gegenüber "Bild" habe dieser jedoch Krauthausen nie bedrängt, sondern lediglich empfohlen, "dass sich sein Büroleiter politisch zurückhält".

Zweitens sei Krauthausen von Vincentz-Unterstützer Stefan Keuter dazu gedrängt worden, sich bei diesem zu entschuldigen, weil er mit Helferich auf Bildern posiert habe. Keuter, Vize-Fraktionschef der AfD im Bundestag, weise diese Aussage jedoch zurück. Eine solche Situation habe sich "so nicht zugetragen".

Kommission soll klären, ob die Vorwürfe stimmen

Dazu kommt noch ein weiterer Vorwurf: Vincentz sei laut Krauthausen an einem "Schwarze Kasse"-System beteiligt. So soll Vincentz ihm 2025 erklärt haben, dass Abgeordnete 35 Prozent ihres Mitarbeiterbudgets (rund 9.500 Euro) der Partei zur Verfügung stellen sollten. Damit werde ein finanzielles "Auffangnetz" für ausgeschiedene Amts- und Mandatsträger geschaffen. Eine verbindliche Regelung dieser Art soll es laut Vincentz jedoch nie gegeben haben.

Krauthausen will jedoch sogar von zwei Abgeordneten aus NRW wissen, die sich an diesem System beteiligen würden, obwohl diese in einer Stellungnahme Mitte August erklärten, dass es diese Regelung nicht gebe. Wer nun die Wahrheit sagt, das soll eine Kommission der AfD-Spitze herausfinden.

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