Donald Trump: Nach "The Dons" Schulden-Misere verspielt Vance seine "Glaubwürdigkeit"

Die USA erleben derzeit eine Staatsverschuldung von 40 Billionen Dollar. Während Donald Trumps zweiter Amtszeit stieg die Summe deutlich an. Die Nachricht nutzte US-Vizepräsident für Kritik an Joe Biden und zog sich damit den Zorn der Bürger zu.

Erstellt von - Uhr

Auch unter US-Präsident Donald Trump sind die Staatsschulden angewachsen. (Foto) Suche
Auch unter US-Präsident Donald Trump sind die Staatsschulden angewachsen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • US-Staatsverschuldung wächst auf 40 Billionen US-Dollar an
  • Schulden erhöhten sich unter Donald Trumps zweiter Amtszeit um 10,6 Prozent
  • Staatschulden verschlechterten sich unter Bush, Obama, Biden und Trump
  • Vance entsetzt nach Kritik an Joe Biden

Die Staatsverschuldung der USA hat erstmals die Schwelle von 40 Billionen Dollar durchbrochen. Laut Daten des US-Finanzministeriums von dieser Woche liegt der Gesamtschuldenstand bei rund 40,05 Billionen Dollar. Damit hat sich die Verschuldung seit Donald Trumps erstem Amtsantritt im Januar 2017 mehr als verdoppelt – damals betrug sie noch 19,95 Billionen Dollar.

Weitere News über Donald Trump und seine Regierung finden Sie am Ende des Artikels.

Staatschulden unter Trump schnell angestiegen

In Trumps erster Amtszeit schnellte die Verschuldung von 19,95 auf 27,75 Billionen Dollar empor. Ein wesentlicher Faktor war der Tax Cuts and Jobs Act von 2017, der den Unternehmenssteuersatz von 35 auf 21 Prozent senkte. Hinzu kamen die massiven Notausgaben nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020.

Seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 ist die Bruttoverschuldung von 36,21 auf 40,05 Billionen Dollar gestiegen – ein Zuwachs von 10,6 Prozent in nicht einmal zwei Jahren. Trump unterzeichnete in seiner zweiten Amtszeit ein Gesetz, das zentrale Bestimmungen seiner Steuerreform von 2017 dauerhaft festschrieb. Zugleich wurde die Schuldenobergrenze um fast 5 Billionen Dollar angehoben. Das Congressional Budget Office schätzt, dass dieses Gesetzespaket die Bundesschulden bis zum Haushaltsjahr 2034 um rund 4,2 Billionen Dollar erhöhen wird.

Die Gesamtsumme setzt sich aus etwa 32,27 Billionen Dollar an Schulden bei Investoren und rund 7,78 Billionen Dollar an innerstaatlichen Verbindlichkeiten zusammen, etwa Staatsanleihen in Bundestreuhandfonds. Finanzminister Scott Bessent wiegelte die Bedeutung der 40-Billionen-Marke in einem CNBC-Interview diese Woche ab: "An der Zahl 40 Billionen ist nichts Magisches. Wir können da herauswachsen." Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Regierung konzentriere sich darauf, unnötige Ausgaben zu kürzen und das Verhältnis von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt in die richtige Richtung zu lenken.

Trumps Schulden-Misere könnte sich weiter verschlimmern

Bereits im laufenden Haushaltsjahr 2026 belaufen sich die Zinskosten auf fast 1,2 Billionen Dollar – damit zählt der Schuldendienst zu den größten Einzelposten im Bundeshaushalt und übersteigt mittlerweile die Verteidigungsausgaben. Das Congressional Budget Office prognostiziert, dass die öffentlich gehaltenen Schulden von derzeit rund 101 Prozent des BIP bis 2036 auf 120 Prozent klettern werden.

Vance gibt Biden die Schuld

Zu den Schulden äußerte sich US-Vizepräsident JD Vance im rechtskonservativen Sender Newsmax. Dabei erwähnte er auch die Regierung des früheren US-Präsidenten Joe Biden. "Auch wenn die Schulden zu hoch sind, auch wenn wir diese Schuldenbombe von der Biden-Regierung geerbt haben, haben wir tatsächlich einen Plan, um die Wirtschaft schneller wachsen zu lassen als die Schulden, und das ist das Wichtigste." Er sprach davon, dass die Schulden schneller gewachsen seien als das amerikanische Bruttoinlandsprodukt. Das sei ein Thema der Biden-Regierung. Die nachfolgende Administration versuchte täglich, dieses Problem zu bekämpfen. Dagegen unternimmt Finanzminister Scott Bessent etwas und ist sich der Unterstützung des US-Präsidenten sicher.

"Wie immer nur leere Worte von dieser Regierung" - Abrechnung mit der Trump-Regierung

Ein kurzer Ausschnitt davon wurde vom Account des Weißen Hauses Rapid Response 74 auf der Plattform X geteilt. Viele erzürnt die Aussage des US-Vizepräsidenten. Ständig Biden als Schuldigen zu bezeichnen, macht viele wütend. Sie wünschen sich endlich eine Lösung und weniger teure Ausgaben, wie für den Iran-Krieg. Der hat sich zuletzt als Milliarden-Verlust für die Trump-Regierung erwiesen. Generell zeigt die Reaktion, wie aufgeheizt die Stimmung im Lager der Kritiker ist. Eine Abrechnung in unter 280 Zeichen:

  • "JD Vance hat jegliche Glaubwürdigkeit, die er jemals hatte, zunichte gemacht. Trumps 'One Big BS Bill' wird die Staatsverschuldung um 4,7 Billionen Dollar erhöhen. Dies Trumps Vorgängern in die Schuhe zu schieben, ist erbärmlich und lächerlich."
  • "Wenn man weder einen Plan noch eine Ausrede hat."
  • "Was für ein kompletter Blödsinn. Wir nehmen über 5 Billionen Dollar ein, geben aber mittlerweile über 7 Billionen Dollar aus. Seit Obama ist die Verschuldung um 30 Billionen Dollar gestiegen. Trump hat keinen konkreten Plan, um dem entgegenzuwirken. Das ist alles nur Wunschdenken."
  • "Trump/Vance: 3,8 Billionen Dollar Defizit seit Amtsantritt. Wahrscheinlich werden die Schulden innerhalb der ersten zwei Jahre um über 4 Billionen Dollar steigen. Sie sind die Clown-Regierung."
  • "Wie immer nur leere Worte von dieser Regierung."

So stark stiegen die Staatsschulden unter Joe Biden

Die Entwicklung verdeutlicht auch unter Biden eine Zunahme. Die Schulden wuchsen um weitere 8,45 Billionen Dollar auf 36,21 Billionen. Seine Regierung setzte die Pandemie-Erholungsmaßnahmen fort und verabschiedete Gesetze für Infrastruktur und Subventionen für saubere Energie. Gleichzeitig stiegen Zinskosten und Pflichtausgaben für Sozialprogramme weiter an.

Rund ein Drittel der seit 2017 aufgelaufenen Schulden geht laut "Newsweek" auf pandemiebedingte Kreditaufnahme unter beiden Präsidenten zurück. "Die Schulden stiegen unter jedem jüngsten Präsidenten. "Niemand kommt hier ungeschoren davon", betonte Finanzexperte Michael Ryan.

Schuldenexplosion unter Bush, Obama und Trump im Vergleich

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie rasant die Verschuldung unter den jüngsten Regierungen gewachsen ist. Unter George W. Bush stiegen die Schulden in acht Jahren um rund 4,9 Billionen Dollar – ein Plus von etwa 85,5 Prozent. Barack Obama verzeichnete über seine beiden Amtszeiten den größten Zuwachs sowohl absolut als auch prozentual: circa 9,32 Billionen Dollar beziehungsweise 87,7 Prozent.

Während Trumps erster Amtszeit kamen etwa 7,8 Billionen Dollar hinzu, ein Anstieg von 39,1 Prozent. Joe Biden verantwortete mit rund 8,45 Billionen Dollar den höchsten Vier-Jahres-Zuwachs in absoluten Zahlen, prozentual lag sein Anstieg mit 30,5 Prozent jedoch unter dem seiner Vorgänger.

Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 sind in nur 19 Monaten weitere 3,84 Billionen Dollar dazugekommen. Über beide Amtszeiten zusammengerechnet wuchs die Verschuldung unter Trump um insgesamt rund 11,6 Billionen Dollar.

Bushs Erbe: Zwei Kriege und eine Finanzkrise

Bereits unter George W. Bush zeichnete sich der Trend zur Schuldenspirale ab. Die Verschuldung kletterte von 5,73 Billionen auf 10,63 Billionen Dollar – sie verdoppelte sich damit nahezu. Haupttreiber waren die Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak, umfangreiche Steuererleichterungen sowie der Beginn der Finanzkrise 2007 bis 2009.

Der Übergang zur Obama-Regierung verschärfte das Problem zusätzlich, da das Haushaltsjahr nicht mit dem Amtswechsel übereinstimmte und Notfallmaßnahmen aus der Bush-Ära weiter auf die Bundesfinanzen durchschlugen.

"Noch vor zwei Jahrzehnten lag der Betrag, den jeder Amerikaner zur Tilgung der Staatsschulden hätte aufbringen müssen, im Tausenderbereich", erklärte Alex Beene, Dozent für Finanzbildung an der University of Tennessee in Martin, gegenüber "Newsweek". "Heute würden dieselben Summen kaum die anfallenden Zinsen decken."

Barack Obama übernahm die schlimmste Krise seit der Großen Depression

Als Barack Obama im Januar 2009 das Amt antrat, steckte die US-Wirtschaft im schwersten Abschwung seit den 1930er-Jahren. Seine Regierung und der Kongress verabschiedeten umfangreiche Konjunkturpakete zur Stabilisierung der Wirtschaft und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, während gleichzeitig die Steuereinnahmen einbrachen.

Allein in Obamas erster Amtszeit wuchsen die Schulden von 10,63 auf 16,43 Billionen Dollar – ein Sprung von 54,6 Prozent. In der zweiten Amtszeit kamen weitere 3,51 Billionen hinzu, was einem Plus von 21,4 Prozent entsprach.

"Obama erbte eine Finanzkrise und Biden die Nachwirkungen der Pandemie, aber keiner von beiden löste das zugrundeliegende Problem", sagte Finanzexperte Michael Ryan gegenüber "Newsweek". "Bei 40 Billionen Dollar wird zunehmend die Zinsrechnung selbst zur Gefahr. Höhere Zinsen bedeuten weniger Spielraum für die nächste Rezession, den nächsten Krieg, Steuersenkungen oder die Absicherung der Sozialversicherung."

Der Meilenstein wiegt schwer, weil die Regierung auf diese gewaltige Summe Zinsen zahlen muss – und gleichzeitig Programme wie Sozialversicherung, Gesundheitsversorgung und Verteidigung finanzieren muss. Die Kreditaufnahme des Bundes ist unter republikanischen wie demokratischen Regierungen gleichermaßen in die Höhe geschossen, angetrieben durch Kriege, Rezessionen, Steuersenkungen und Notfallausgaben.

Billionen US-Staatsschulden - es braucht Reformen

Ohne grundlegende Reformen bei Ausgaben oder Steuern könnte die Gesamtverschuldung nach Schätzungen der Peter G. Peterson Foundation innerhalb von sechs Jahren die Marke von 50 Billionen Dollar erreichen.

"Der Kongress trägt die größte Verantwortung, denn er verabschiedet die Gesetze, die über Bundesausgaben und Besteuerung bestimmen", sagte Kevin Thompson, Chef der 9i Capital Group, gegenüber "Newsweek". "Letztlich liegt es an unserem Parlament und nicht allein am Präsidenten, unseren Haushalt in Ordnung zu bringen."

Diese News über die US-Regierung sind einen Blick wert:

/ife/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.