Donald Trump: "Er zerstört buchstäblich alles, was er anfasst" - Trump streicht Schutz für bedrohte Tiere
Eine Entscheidung aus Washington sorgt für Wut bei Umweltschützern. Sie werfen Donald Trump vor, den Lebensraum bedrohter Tiere dem wirtschaftlichen Interesse zu opfern. Jetzt soll ein Gericht klären, ob die umstrittene Regeländerung Bestand hat.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
Suche
- Die Trump-Regierung hat eine seit Jahrzehnten geltende Regel zum Schutz bedrohter Tierarten gestrichen
- Naturschützer werfen dem Innenministerium vor, den Schutz von Lebensräumen faktisch auszuhöhlen
- Die Umweltorganisation Earthjustice hat deshalb Klage gegen die Regierung eingereicht
Donald Trump hat den Artenschutz in den USA drastisch zurückgestutzt und lässt sich dafür feiern. Auf Anweisung seiner Regierung strich das Innenministerium die seit 1981 geltende Definition von "Schaden" aus dem Endangered Species Act. Damit fällt der Habitatschutz für hunderte bedrohte Tierarten weg, darunter Grizzlybären, Meeresschildkröten, Seekühe und Stierkopfforellen. Die bisherige Regelung stellte klar: Wer den Lebensraum geschützter Arten zerstört, schadet ihnen und verstößt gegen das Gesetz. Diese Interpretation galt seit einem halben Jahrhundert und wurde vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Die Trump-Regierung hat sie nun ersatzlos kassiert.
Die Umweltrechtsorganisation Earthjustice hat im Namen mehrerer Naturschutzgruppen Klage eingereicht. "Wenn man den Ort zerstört, an dem eine Art lebt, den Baum, in dem der Vogel nistet, den Fluss, in dem der Fisch schwimmt, schadet man der Art", erklärte Earthjustice-Anwältin Kristen Boyles. Die Klage wurde am 14. Juli vor einem US-Bezirksgericht in Seattle eingereicht.
Mehr Meldungen rund um Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.
Donald Trump stampft Artenschutz ein
Der US-Präsident feierte die Änderung auf Truth Social als Befreiungsschlag. "Radikale Klima-Aktivisten" hätten versucht, das Land "als Geisel zu nehmen", indem sie das Artenschutzgesetz weit über seine ursprüngliche Absicht hinaus ausdehnten, schrieb er. Die USA würden nun "wieder bauen" – ganz im Sinne des "großartigen Richters Antonin Scalia". Innenminister Doug Burgum verteidigte die Streichung als Rückkehr zum Gesetzestext. Bundesbehörden hätten den Endangered Species Act zuvor "missbraucht" und alltägliche Aktivitäten in eine "regulatorische Falle" verwandelt. Die Maßnahme stelle den "gesunden Menschenverstand" wieder her und schaffe Rechtssicherheit für Grundstückseigentümer. Auch die Forstwirtschaft begrüßte den Schritt. Nick Smith vom Branchenverband American Forest Resource Council betonte, die Regelung verschaffe dem Forstdienst "mehr Flexibilität bei der Umsetzung von Projekten, die kurzfristige Auswirkungen haben, aber langfristig den Lebensraum von Wildtieren verbessern könnten".
"Er zerstört buchstäblich alles, was er anfasst"
In den sozialen Medien löste Trumps Ankündigung eine Welle der Empörung aus. Auf X warfen unzählige Nutzer dem US-Präsidenten vor, den Planeten für Profit zu opfern. "Wer braucht schon Natur, wenn man sie an Unternehmen zum Ölbohren oder für Rechenzentren vergeben kann?", kommentierte ein X-Nutzer. Ein anderer wies darauf hin, dass auch der Weißkopfseeadler – Amerikas Nationaltier – betroffen sei.
Naturschützer formulierten die praktischen Konsequenzen noch drastischer. Keith Hammer von der Swan View Coalition erklärte, ohne die Schadensdefinition müsse man "tatsächlich hinausgehen und physisch einen Grizzlybären oder eine Stierkopfforelle töten", um gegen das Artenschutzgesetz zu verstoßen. Die bloße Vernichtung ihres Lebensraums wäre dann kein Rechtsbruch mehr.
Kongress will Artenschutz per Gesetz retten
Doch nicht nur vor Gericht formiert sich Widerstand. Am 24. Juli brachten der Republikaner Brian Fitzpatrick und der Demokrat Mike Quigley – beide Co-Vorsitzende der Congressional Animal Protection Caucus – den "Safeguarding Endangered Species Act" in den Kongress ein. Der überparteiliche Gesetzentwurf soll die gestrichene Schadensdefinition vollständig wiederherstellen. Parallel läuft die Uhr bei der Klage: Der Endangered Species Act räumt den zuständigen Behörden – dem Fish and Wildlife Service und dem National Marine Fisheries Service – eine 60-tägige Frist ein, um auf die Beschwerde zu reagieren und etwaige Verstöße zu beheben. Erst danach kann das Verfahren fortgesetzt werden. Sowohl Arlene Montgomery von Friends of the Wild Swan als auch Keith Hammer von der Swan View Coalition rechnen fest damit, dass der Fall vor Gericht landen wird.
Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:
- Geschwollen und verfärbt? Neue Trump-Bilder heizen Spekulationen an
- 2,2 Milliarden Dollar in nur einem Jahr – so reich ist der US-Präsident
- "Das nennt man Talent!" Trump gerät nach Golf-Sieg unter Schummel-Verdacht
- Inkontinenz-Spekulationen reißen nicht ab – Experte analysiert Trump-Video
- Bald Krieg auf US-Boden? Experte schlägt Trump-Alarm
bua/gom/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.