Heli-Landeplatz abgerissen: US-Präsident Donald Trump als "geborener Zerstörer" verspottet

Weil ihm das Erscheinungsbild nicht gefiel, hat Donald Trump die Bauarbeiten am Hubschrauberlandeplatz vor dem Weißen Haus wieder rückgängig gemacht. Für seine Kehrtwende hagelt es jetzt scharfe Kritik.

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Donald Trump lässt die bisherigen Arbeiten am Hubschrauberlandeplatz des Weißen Hauses rückgängig machen. (Foto) Suche
Donald Trump lässt die bisherigen Arbeiten am Hubschrauberlandeplatz des Weißen Hauses rückgängig machen. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Alles neu: Donald Trump lässt Bauarbeiten am Hubschrauberlandeplatz rückgängig machen
  • US-Präsident ist mit dem Erscheinungsbild unzufrieden
  • Im Netz regt sich Unmut gegen Trumps Kehrtwende

Wochenlang schuften die Bauarbeiter – und dann kommt der Chef und sagt dem Team, sie sollen nochmal von vorn anfangen. Genau das ist am neuen Hubschrauberlandeplatz des Weißen Hauses passiert. Präsident Donald Trump hat die Bauunternehmer angewiesen, ihre bisherigen Fortschritte am geplanten Helipad auf dem Südrasen wieder rückgängig zu machen.

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Donald Trump lässt Hubschrauberlandeplatz wieder abreißen

Der Grund für Trumps Anweisung hat unter anderem mit der Gestaltung zu tun. Der US-Präsident ist sowohl mit dem Erscheinungsbild als auch mit der Neigung des Geländes unzufrieden, wie die "Washington Post" unter Berufung auf zwei mit seinen privaten Äußerungen vertraute Personen berichtet. Der Präsident wünscht sich eine Landefläche, die exakt waagerecht zum Horizont liegt. Doch es gibt ein Problem. Der Südrasen fällt an manchen Stellen um etwa 20 Grad ab – deutlich mehr, als bundesweite Empfehlungen für Hubschrauberlandeplätze vorsehen. Zwar wurde für das Helipad bereits eine vergleichsweise ebene Fläche ausgewählt, doch Trump besteht auf einer vollständig horizontalen Plattform. Die Auftragnehmer prüfen nun, ob dafür der Rasen selbst umgestaltet werden muss. Sicherheitsrichtlinien schreiben zwar eine flache Oberfläche vor, eine minimale Neigung für den Wasserabfluss gilt jedoch als zulässig. Trumps Wunsch hat Konsequenzen: Bereits fertiggestellte Arbeiten mussten komplett demontiert werden.

Präsidentensiegel wieder weg - Fotos zeigen Trumps Abrissvorhaben

Fotos, die der "Washington Post" am Dienstag vorlagen, zeigen, wie die Bauarbeiter ein rund 30 Meter breites Präsidentensiegel aus Granit wieder abgetragen haben, das erst in der vergangenen Woche Gestalt angenommen hatte.

Was steckt hinter der Baumaßnahme am Weißen Haus?

Hinter dem gesamten Projekt steckt ein handfestes technisches Problem. Die neueste Generation der Präsidentenhubschrauber – der VH-92A Patriot von Sikorsky Aircraft – leitet ihre Abgase nach unten ab. Beim Landen auf Gras droht die enorme Hitze den Rasen regelrecht zu versengen.

Sikorsky, eine Tochtergesellschaft der Firma Lockheed Martin, hatte über Jahre gemeinsam mit Regierungsvertretern nach einer Lösung gesucht, bevor Trump schließlich den Bau eines festen Landeplatzes genehmigte. Der Helipad soll nahe der Südportikus entstehen – dem traditionellen Landepunkt für Marine One, wie der jeweilige Präsidentenhubschrauber im Einsatz genannt wird.

Scharfe Kritik für Trumps Bau-Kehrtwende

Die Bilder von der Baustelle wurden auf der Plattform X kommentiert. Viele Nutzer reagierten hämisch - auch in Bezug auf die Schere zwischen einem US-Präsidenten, der teure Umbauarbeiten rückgängig machen lässt, und den US-Amerikanern, die derzeit unter den hohen Lebenshaltungskosten ächzen. "Sehen Sie diesen Hubschrauberlandeplatz auf dem Rasen des Weißen Hauses, den Donald Trump bauen lässt, während Sie mehr für Benzin und Gesundheitsversorgung bezahlen? Er verzichtet darauf und fängt von vorn an", schrieb Autor Grant Stern. Andere Reaktionen fielen ähnlich aus:

  • "Seine Superkraft besteht darin, ständig Steuergelder zu verschwenden."
  • "Der Ort wurde von diesem 'orangefarbenen Trottel' in eine Müllhalde verwandelt. Der Mann ist ein geborener Zerstörer. Der hat noch nie etwas aufgebaut und verwüstet alles, was er anfasst. #ETTD"
  • "Im Herzen ist er ein Innenarchitekt, und darin ist er auch noch verdammt schlecht."

Sprecher lobt Trumps Umbauarbeiten am Weißen Haus

Das Bauprojekt steht unter enormem Zeitdruck. Seit Juni arbeiten die Bauteams ohne Unterbrechung an dem Helipad, das mehr als fünf Millionen Dollar kosten soll. Trump will den Landeplatz unbedingt vor dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping Ende September fertiggestellt sehen. Zu den möglichen Zusatzkosten durch den angeordneten Neustart hüllen sich die Beteiligten in Schweigen. Lockheed Martin wollte sich am Dienstag nicht dazu äußern, ob der Konzern gebeten wurde, weitere Ausgaben zu übernehmen. Auch Clark Construction, das ausführende Bauunternehmen, verwies sämtliche Fragen an das Weiße Haus.

Von dort kam zwar eine Stellungnahme – allerdings keine, die auf die konkreten Änderungen einging. Sprecher Davis Ingle erklärte stattdessen: "Das Weiße Haus hat seit Jahren dringend einen ordentlichen Hubschrauberlandeplatz benötigt, der dem Präsidenten eine sichere Landung ermöglicht und gleichzeitig den wunderschönen Rasen des Südrasens vor den heftigen Abgasen der unglaublichen Marine One schützt." Dank Trump habe das Weiße Haus noch nie besser ausgesehen – und werde unter seiner Führung nur noch schöner.

Ob der ambitionierte Zeitplan angesichts der Tatsache, dass die Arbeiter praktisch wieder bei null anfangen müssen, noch zu halten ist, bleibt abzuwarten.

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