Trump-Regierung im Fokus: Vier Tote bei Flugzeugabsturz – sorgte eine Militärübung für die Katastrophe?
Vier Menschen verlieren bei einem Rettungsflug ihr Leben und nun rückt ausgerechnet das US-Militär in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Kurz vor dem Absturz fiel das GPS-System der Maschine aus, während auf einem nahegelegenen Militärgelände gezielt Störsignale getestet wurden.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Ein Rettungsflugzeug stürzte im Mai 2026 in New Mexico ab – alle vier Insassen kamen ums Leben
- Zeitgleich testete das US-Militär GPS-Störsender, wodurch das Navigationssystem der Maschine ausfiel
- Die Ermittlungsbehörde NTSB untersucht, welche Rolle das GPS-Jamming bei dem Unglück spielte
Ein ziviles Rettungsflugzeug vom Typ Beechcraft King Air zerschellte kurz nach Mitternacht am 14. Mai 2026 an einem Berghang in New Mexico. Alle vier Menschen an Bord – die Piloten Keelan Clark und Ali Kawsara sowie die Flugkrankenschwestern Jamie Novick und Sarah Clark – starben beim Aufprall. Die Maschine war von Roswell aus gestartet, um in dem Bergort Ruidoso einen Patienten abzuholen. Wie mittlerweile feststeht, hatte das US-Militär zum Zeitpunkt des Unglücks auf der rund 100 Meilen entfernten White Sands Missile Range GPS-Signale gestört – und damit das Navigationssystem des Flugzeugs lahmgelegt. Es handelt sich laut übereinstimmenden Berichten um den ersten bekannten Fall in den USA, bei dem militärisches GPS-Jamming nachweislich zum Absturz einer zivilen Maschine beitrug. Die nationale Transportsicherheitsbehörde NTSB untersucht den Vorfall.
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Flugzeugabsturz mit 4 Toten – ist das US-Militär schuld?
Die Besatzung hob um acht Minuten vor Mitternacht in Roswell ab. Der Himmel war klar, doch die Nacht war nahezu mondlos – über dem ländlichen Gelände herrschte absolute Dunkelheit. "Da draußen ist ein schwarzes Loch", beschrieb Airline-Pilot Juan Browne die Verhältnisse gegenüber "Wired". Nur acht Minuten nach dem Start meldete die Crew den vollständigen Ausfall ihres GPS-Systems. Der Grund: Auf der White Sands Missile Range lief NAVFEST, eine jährliche Übung zur elektronischen Kriegsführung, bei der verschiedene Militäreinheiten Technologien zur GPS-Störung testen. Die Störsignale reichten hunderte Meilen weit. Die Piloten waren nicht die einzigen Betroffenen. Drei weitere Flugzeuge im selben Luftraum meldeten ebenfalls GPS-Probleme – die zuständigen Fluglotsen des Albuquerque Center waren damit schlagartig an ihrer Belastungsgrenze.
Sichtkontakt gemeldet – fünf Minuten später der Tod
Um 12.01 Uhr forderte der zuständige Lotse seinen Vorgesetzten auf, das Militär zum Abschalten der Störsender zu bewegen. Wenige Minuten später verstummten die Jammer tatsächlich. Die GPS-Daten des Rettungsflugzeugs normalisierten sich – doch die Maschine befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits 31 Meilen nordöstlich ihres Ziels. Dann die folgenschwere Entscheidung: Die Piloten meldeten Sichtkontakt mit dem Flughafen Ruidoso und baten um einen visuellen Anflug. Die Flugsicherung genehmigte und gab dem Militär grünes Licht, das Jamming wieder aufzunehmen.
Was die Crew in der mondlosen Nacht nicht erkennen konnte: Zwischen ihnen und der Landebahn lagen die bis zu 10.000 Fuß (etwa 3.000 Meter) hohen Capitan Mountains. "Wenn diese Lichter verschwinden, weißt du, dass du in großen Schwierigkeiten steckst", erklärte Pilot Browne. Fünf Minuten nach Wiederaufnahme der Störsignale prallte die King Air in einer Höhe von rund 9.950 Fuß gegen den Berghang. Der Aufprall löste einen Waldbrand aus, der über 12.500 Hektar verwüstete und erst am 12. Juni vollständig eingedämmt werden konnte.
Flugzeug-Unglück mit Ansage: US-Militär stört GPS-Signale
Die Katastrophe kam nicht aus dem Nichts. Eine Recherche von "IEEE Spectrum" zeigt, dass Fluglotsen seit Jahren vor den Gefahren der GPS-Tests bei White Sands warnten. Ein Controller schrieb bereits 2021 in einem anonymen Sicherheitsbericht, dass seine Bitte um einen Jamming-Stopp abgeschmettert wurde: "Die Weigerung, den Störbetrieb zu unterbrechen, ist gang und gäbe." 2024 warnte ein anderer Lotse: "Jemand wird verletzt werden."
Laut einer anonymen Quelle teilten FAA-Vorgesetzte ihren Controllern mit, jede Unterbrechung eines GPS-Tests koste das Militär zwischen fünf und zehn Millionen Dollar. Hinzu kommt: Die von der FAA zugelassenen Navigationsempfänger nutzen nur eine einzige GPS-Frequenz und sind technologisch über ein Jahrzehnt veraltet, wie GPS-Forscher Todd Humphreys von der University of Texas erläuterte. Moderne Smartphones seien längst widerstandsfähiger gegen Störsignale.
Auch die Besatzung selbst flog unter erschwerten Bedingungen: Kapitän Clark besaß seine Berufspilotenlizenz erst seit anderthalb Jahren, Co-Pilot Kawsara war gerade zwei Monate im Dienst. Die automatische Wetterstation am Zielflughafen war außer Betrieb, und keiner der verfügbaren Instrumentenanflüge konnte ohne GPS oder funktionierende Höhenmesser-Daten geflogen werden.
Tests gehen nach Tragödie weiter
Das NTSB hat einen vorläufigen Bericht veröffentlicht, der die GPS-Probleme der Piloten dokumentiert – den endgültigen Untersuchungsbericht erwartet die Behörde allerdings erst im kommenden Jahr. Eine Sprecherin betonte, es sei verfrüht, die Bedeutung des GPS-Jammings für den Absturz abschließend zu bewerten.
Unterdessen läuft der Betrieb auf der White Sands Missile Range unverändert weiter. Seit dem tödlichen Unglück im Mai wurden dort mindestens zwölf weitere Tage mit GPS-Störungen angesetzt. "Der Flugverkehr ist nach wie vor sehr sicher, doch wir könnten die nächsten fünf Jahre oder länger in einer Phase leicht steigenden Risikos stecken", warnte GPS-Forscher Todd Humphreys. Die Luftfahrtbranche passe sich nur extrem langsam an die zunehmende elektronische Kriegsführung an – während die Zahl der GPS-Störungen weltweit weiter wächst.
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