Innere Sicherheit: Nach CSD-Anschlag: Linke gegen schnelle Gesetzesänderungen
Die Bundesregierung will mit Rechtsverschärfungen auf den Terroranschlag beim Christopher Street Day in Berlin reagieren. Die Linke will lieber erstmal das Vorgehen der Behörden in den Blick nehmen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Die Linke lehnt schnelle Gesetzesverschärfungen nach dem islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin ab. Bevor man darüber diskutiere, müsse man prüfen, warum im Fall des späteren Attentäters Abdul B. die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft worden seien, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Clara Bünger im ZDF-"Morgenmagazin".
So hätte das Jugendstrafrecht auch in diesem Fall die Möglichkeit eröffnet, einen Haftbefehl zu erlassen. Vor allem aber stelle sich die Frage, warum ein Islamist, den die Behörden als Hochrisikofall eingestuft hätten, nicht engmaschiger überwacht worden sei – und ob Informationen des Gemeinsamen Terrorabwehrzentrums (GTAZ) nicht ordentlich an das Gericht übermittelt worden seien.
Der spätere Attentäter war im Januar 2026 von der Polizei als Gefährder eingestuft worden, daraufhin hatte sich auch das GTAZ, in dem Polizeibehörden und Geheimdienste zusammenarbeiten, mit ihm befasst. Dem Berliner Verfassungsschutz war Abdul B. schon seit November 2021 bekannt. Er war zu einer noch nicht rechtskräftigen Jugendstrafe verurteilt, aber auf freiem Fuß.
Am 25. Juli hatte der 21-Jährige am Rande des CSD in Berlin mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der Islamist wurde einen Tag später von Polizisten erschossen, als er sie nach Angaben der Ermittlungsbehörden angriff.
Heute Sondersitzung des Innenausschusses
Der Innenausschuss des Bundestages berät heute in einer Sondersitzung über den Anschlag und den Umgang mit Abdul B.. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) soll die Abgeordneten über den Stand der Ermittlungen informieren. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat bereits deutlich gemacht, dass er als Konsequenz aus dem Anschlag mit zügigen Gesetzesverschärfungen rechnet.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle News zum Thema "Kriminalität":
- Kriminalität: Zwei Verletzte bei Schussabgabe in Köln
- Unfall: Polizei stellt Führerschein von CDU-Politiker Bareiß sicher
- Innere Sicherheit: Innenausschuss beschäftigt sich mit CSD-Anschlag
- Polizeieinsatz Köln, 03.08.26: K Aktueller Polizeieinsatz in Mülheim- Mehrere Verletzte nach Auseinandersetzung
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.