Donald Trump: "Können uns alles nehmen, was wir wollen" – Trump schockt mit Ukraine-Satz

Eine Aussage von Donald Trump sorgt für Kopfschütteln: Der US-Präsident sprach über ukrainische Rohstoffe, als hätten die USA jederzeit Zugriff darauf. Zusätzlich empört sich das Netz über seine Wortwahl.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump blamiert sich mit sener Wortwahl in einem Interview. (Foto) Suche
Donald Trump blamiert sich mit sener Wortwahl in einem Interview. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Trump behauptet, die USA könnten sich ukrainische Rohstoffe jederzeit nehmen
  • Aussage über Seltene Erden sorgt wegen angeblicher Verwechslung für Spott
  • Kritiker werfen dem US-Präsidenten koloniale Rhetorik und Druck auf Kiew vor

Schockierende Aussage in Telefoninterview: Donald Trump hat im Gespräch mit dem konservativen Sender "Real America's Voice" eine unerwartete Drohung in Richtung Ukraine ausgesprochen. Die USA könnten sich jederzeit an den natürlichen Ressourcen des Landes bedienen, erklärte der US-Präsident mit Verweis auf ein Abkommen über Seltene Erden.

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Donald Trump über Ukraine-Deal: "Wir können jederzeit einfach dort hingehen und uns alles nehmen, was wir wollen"

"Wir können jederzeit einfach dort hingehen und uns alles nehmen, was wir wollen", sagte Trump wörtlich. Den Vertrag über Seltene Erden bezeichnete er gleichzeitig als "sehr guten Deal". Die Ukraine verfüge über große Vorkommen dieser strategisch wichtigen Rohstoffe, erklärte der US-Präsident. Diese seien für die Vereinigten Staaten von erheblichem Interesse.

Die Aussage sorgte in den sozialen Netzwerken umgehend für Empörung – nicht nur wegen des kolonialen Untertons, sondern auch wegen einer offensichtlichen inhaltlichen Verwechslung, die aufmerksamen Beobachtern sofort auffiel. Im Originalwortlaut des Interviews wird deutlich, wie Trump die Ukraine-Thematik einordnete. Der US-Präsident kam auf das Thema zu sprechen, als er die unter Biden getätigten Militärhilfen in Höhe von 300 Milliarden Dollar kritisierte. Den Rohstoff-Deal mit Kiew stellte er als eine Art Gegenleistung dar, mit der die USA ihr Geld theoretisch zurückbekommen könnten.

Trumps exakte Formulierung lautete dabei: "Die Ukraine ist sehr reich, sehr fruchtbarer Boden in Bezug auf Seltene Erden, und wir haben einen unterschriebenen Vertrag bezüglich Seltener Erden." Die Wortkombination "fruchtbarer Boden" und "seltene Erden" ließ aufhorchen und lieferte Social-Media-Nutzern reichlich Gesprächsstoff.

Wenn der US-Präsident "Erde" wörtlich nimmt - Netz verhöhnt Donald Trump

Auf der Plattform X erkannten zahlreiche Nutzer sofort, was Trump offenbar durcheinandergebracht hatte: Der Begriff "Rare Earth" – also Seltene Erden – bezeichnet eine Gruppe chemischer Elemente, die in Gestein eingeschlossen sind und aufwendig extrahiert werden müssen. Mit Ackerland hat das nichts zu tun. "Oh Gott, er glaubt, Seltene Erden bedeutet im Boden, statt, wisst ihr, im Gestein vergraben, was die Extraktion extrem schwierig macht", kommentierte ein Nutzer. Ein anderer zog einen noch schärferen Vergleich: "Er verwechselt Erde mit Boden. Weil Seltene Erden für Trump wirklich fruchtbarer Boden bedeutet. Wie bei seinem Verwechsler von Irrenanstalt und Asylsuchenden." Die Parallele zu Trumps früherer Verwechslung von "asylum" – das im Englischen sowohl politisches Asyl als auch psychiatrische Anstalt bedeuten kann – wurde in den Kommentarspalten vielfach gezogen.

Kolonialherren-Rhetorik und Putin-Vergleiche

Doch die Kritik ging weit über die Verwechslung hinaus. Trumps Ankündigung, sich einfach an den Ressourcen eines souveränen Staates bedienen zu können, rief bei vielen Nutzern grundsätzliches Entsetzen hervor. "Wenn ich Leute über amerikanische Werte reden höre, fragt man sich, was diese sein können, basierend darauf, wen sie gewählt haben. Unglaubliche Aussage, sehr nach Raubbaron", schrieb ein X-Nutzer. Andere stellten eine zunehmende Nähe zu Russlands Machthaber fest: "Je mehr Trump mit Putin redet, desto mehr klingt er wie er." Ein weiterer Kommentar verwies auf die geopolitische Brisanz: "Glaubst du, Putin würde wollen, dass du dir nimmst, was er als seines betrachtet?" Auch die Rechtmäßigkeit des Abkommens wurde angezweifelt. "Was auch immer Selenskyj unterschrieben hat, geschah offensichtlich unter Zwang und würde vor Gericht keinen Bestand haben", argumentierte ein Nutzer auf X.

Der Ukraine-Deal als Trumps Gegenbuchung

Die Äußerungen zur Ukraine fielen im Interview nicht isoliert, sondern waren eingebettet in Trumps Darstellung seiner Wirtschafts- und Sicherheitspolitik. Zuvor hatte er ausführlich über die heimische Förderung Seltener Erden gesprochen und angekündigt, die USA würden innerhalb von zwölf Monaten über mehr dieser Rohstoffe verfügen als je zuvor erwartet. Das eigentliche Problem sei nicht die Verfügbarkeit, sondern die Verarbeitung, so Trump.

Den Vertrag mit der Ukraine präsentierte er als eine Art Ausgleich für die unter Biden geleisteten Militärhilfen von 300 Milliarden Dollar. Europa hätte dafür zahlen können, man hätte nur fragen müssen, kritisierte der Präsident seinen Vorgänger. Der Rohstoff-Deal könne sogar mehr wert sein als die 300 Millionen – wobei Trump sich bei der Summe offenbar selbst versprach und Milliarden mit Millionen verwechselte.

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