Dmitri Saimes: "Sie leben, solange wir es wollen!" Putin-Propagandist mit Drohung gegen Merz
Kreml-Propagandist Dmitri Saimes erklärte im russischen Staatsfernsehen, westliche Regierungschefs würden nur so lange leben, wie Russland es für "zweckmäßig" halte. Auch Moderator Wladimir Solowjow verschärfte die Drohungen gegen den Westen.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Kreml-Propagandist Dmitri Saimes drohte im russischen Staatsfernsehen namentlich westlichen Spitzenpolitikern
- Moderator Wladimir Solowjow unterstützte die Aussagen und sprach weitere Drohungen gegen Polen und den Westen aus
- Kremlkritikerin Julia Davis veröffentlichte einen Mitschnitt der Sendung
Erschütternde Aussagen im russischen Staatsfernsehen: Kreml-Propagandist Dmitri Saimes hat eine kaum verhüllte Morddrohung gegen westliche Regierungschefs ausgesprochen. In der Sendung von Wladimir Solowjow erklärte er, Russland sei "Herr über das Leben" seiner westlichen Gegner. "Präsident Trump, Macron, Merz, diese ganze Gesellschaft, der neue Premier Englands – sie leben genau so lange, wie wir es für zweckmäßig halten", sagte Saimes.
Moderator Solowjow pflichtete seinem Gast ohne jedes Zögern bei. "Goldene Worte. Ich unterschreibe jedes Ihrer Worte", kommentierte er die Aussagen. Die Sendung enthielt darüber hinaus Drohungen gegen Polen sowie ausgiebigen Spott über militärische Niederlagen der USA. Kremlkritikerin Julia Davis dokumentierte den Auftritt und veröffentlichte einen mit englischen Untertiteln versehenen Mitschnitt auf YouTube.
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Todesdrohung gegen Donald Trump und Friedrich Merz im russischen Staatsfernsehen
Saimes ging in seinen Ausführungen gezielt auf einzelne Staatsoberhäupter ein. Neben US-Präsident Donald Trump, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz erwähnte er auch den britischen Premierminister – wobei er süffisant anmerkte, er könne sich gar nicht mehr erinnern, "der wievielte das in den letzten Jahren schon ist". Russland werde solche Entscheidungen zwar nicht leichtfertig treffen, räumte Saimes ein. Dennoch müsse man begreifen, dass Moskau "Herr über das Leben seiner westlichen Gegner" sei. Erst wenn diese Erkenntnis verinnerlicht werde, ergebe sich "das richtige Verständnis unseres Platzes in der Weltpolitik und unserer Möglichkeiten in diesem historischen Kampf". Eine diplomatische Antwort an den Westen schloss Saimes ausdrücklich aus. Man müsse "in der einzigen Sprache antworten, die sie verstehen – der Sprache der Gewalt". Die westlichen Gegner seien als Feinde zu behandeln, nicht als potenzielle Partner.
Solowjow droht Polen: "Wir erreichen jeden Punkt überall"
Auch Moderator Solowjow selbst verteilte in der Sendung Drohungen. Mit Blick auf Polen sprach er von Panik im Nachbarland – offenbar sei dort möglicherweise eine Rakete oder ein Abfanggeschoss eingeschlagen, Genaueres wisse man nicht. Solowjow nutzte den Vorfall für eine unmissverständliche Warnung: "Was Polen und den Rest angeht, soll es keine Illusionen geben. Wenn wir es brauchen, erreichen wir jeden Punkt überall."
Bemerkenswert war auch ein Moment hinter den Kulissen: Solowjow fuhr seine eigene Redaktion an, weil diese offenbar Bildmaterial aus Polen zeigte, das nicht gesendet werden sollte. "Das soll man nicht zeigen!", rief er sichtlich verärgert und kündigte eine "ernsthafte Fehleranalyse" sowie Konsequenzen für den zuständigen Nachrichtenredakteur an.
Wladimir Solowjow verhöhnt Iran-Kurs von Donald Trump
Ausgiebig widmete sich Solowjow den militärischen Rückschlägen der Vereinigten Staaten. Mit höhnischem Unterton verwies er auf einen amerikanischen Gastanker, der vor der ägyptischen Küste in Brand geraten sei – kurz nachdem der Westen noch über einen Angriff auf ein russisches Schiff vor Libyen gejubelt habe. "Niemand fürchtet die Amerikaner mehr", stellte er fest. Besonders genüsslich zerlegte Solowjow die US-Operationen gegen den Iran. Trotz gewaltiger Luftflotten, Flugzeugträgern und Tankflugzeugen habe Washington keinen Quadratmeter iranisches Territorium eingenommen – dafür aber die Schließung der Straße von Hormus provoziert. Auch die Nato-Einsätze in Afghanistan und Irak seien nach Jahrzehnten in einer Flucht geendet. "Was habt ihr erreicht? Außer Geschwätz – was habt ihr erreicht?", fragte er rhetorisch.
Der Westen erschafft sich seinen mächtigsten Feind selbst
Solowjow skizzierte in der Sendung auch seine Vision eines eurasischen Militärbündnisses, das den Westen in die Knie zwingen soll. Russland, China, Iran und Nordkorea – jene Staaten, die Washington im CAATSA-Gesetz, ironischerweise unter Donald Trump verabschiedet, zu Amerikas Feinden erklärt habe – könnten sich zu einem Verteidigungspakt zusammenschließen. Hinzu komme Belarus, das in dem Gesetz zwar nicht auftauche, aber ebenfalls dazugehöre.
"Versteht ihr, was für ein Bündnis ihr euch da geschaffen habt?", fragte Solowjow in Richtung Westen. Es wäre der "mächtigste militärisch-politische Block in der Geschichte der Menschheit". Die westlichen Transportrouten seien keineswegs sicher, und keine Flotte könne davor schützen. In der heutigen Zeit sei der Angriff stärker als die Verteidigung, so Solowjow.
Offene Morddrohungen als Normalität im Kreml-TV
Die Kremlkritikerin Julia Davis, die systematisch das russische Staatsfernsehen beobachtet und dokumentiert, machte die Sendung einem internationalen Publikum zugänglich. Auf der Plattform X fasste sie den Inhalt zusammen: "Im russischen Staatsfernsehen verspotteten und bedrohten die Moderatoren Wladimir Solowjow und Dmitri Saimes Amerika und Europa und erklärten, dass Donald Trump und andere westliche Staatschefs ausschließlich nach Russlands Ermessen am Leben bleiben." Die Sendung markiert eine bemerkenswerte Eskalationsstufe der Kreml-Propaganda: Nicht mehr nur abstrakte nukleare Drohgebärden, sondern die namentliche Aufzählung westlicher Regierungschefs, deren physische Existenz ausdrücklich von Moskaus Wohlwollen abhängig gemacht wird.
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bua/news.de
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