Donald Trump: "Akt des Wahnsinns!" Iran droht nach Trump-Ankündigung mit Vergeltung

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte am Wochenende eine neue Eskalationsstufe erreichen. US-Medien berichten über eine mögliche groß angelegte Angriffswelle auf iranische Ziele. Teheran reagiert mit scharfen Drohungen.

Erstellt von - Uhr

US-Präsident Donald Trump kündigt neue Angriffe auf den Iran an. (Foto) Suche
US-Präsident Donald Trump kündigt neue Angriffe auf den Iran an. Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa/dpa
  • US-Medien berichten über mögliche groß angelegte Angriffe der USA auf iranische Infrastruktur
  • Der Iran droht mit Vergeltungsschlägen gegen Energieanlagen in der Region und einer weiteren Eskalation rund um die Straße von Hormus
  • Donald Trump bekräftigt seine Forderungen – diplomatische Fortschritte sind derzeit nicht in Sicht

Die USA stehen an diesem Wochenende offenbar vor einer massiven militärischen Offensive gegen den Iran. Wie "CBS News" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Quellen berichten, könnte es sich um eine der bislang größten Angriffswellen seit Kriegsbeginn handeln. Im Fokus stehen demnach insbesondere iranische Energieanlagen und Infrastrukturziele. Laut "Wall Street Journal" hat Donald Trump bereits mehrtägige Schläge angeordnet – könnte diese Entscheidung allerdings noch kurzfristig revidieren. Bei einer Kabinettssitzung in Camp David hatte der US-Präsident am Freitag bereits weitere Attacken angekündigt. "Wir werden sie sehr hart treffen", sagte Trump.

Weitere Meldungen rund um Donald Trump finden Sie am Ende dieses Artikels.

Donald Trump kündigt massive Angriffswelle auf den Iran an – Teheran droht mit Vergeltungsschlägen

Die Reaktion aus dem Iran ließ nicht lange auf sich warten. Über die regimenahen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars warnte Teheran unmittelbar mit massiven Gegenschlägen auf kritische Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten. Raffinerien und Gasanlagen in Saudi-Arabien, Katar, Kuwait sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten befänden sich allesamt in Reichweite iranischer Raketen, hieß es bei Fars. Ein hochrangiger iranischer Sicherheitsvertreter erklärte gegenüber Tasnim, es existierten "umfassende Pläne für Gegenschläge". Das iranische Militär habe seine Fähigkeiten und seinen Willen zur Vergeltung bereits unter Beweis gestellt. Die möglicherweise bevorstehenden amerikanisch-israelischen Angriffe auf iranische Infrastrukturziele bezeichnete der Beamte als "Akt des Wahnsinns".

Hormus-Blockade als Waffe gegen die Weltwirtschaft

Zusätzlich setzt Teheran auf die strategische Kontrolle über die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Exportrouten für Öl und Flüssiggas weltweit. Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Zolqadr, drohte offen mit einer Verschärfung der Blockade. Washingtons fortgesetzte Provokationen würden "das Schloss an der Straße von Hormus enger zuziehen", warnte er. Die Weltwirtschaft, die Energiemärkte und die amerikanischen Wähler würden dafür den Preis bezahlen. Die Spannungen in der Meerenge spitzen sich bereits konkret zu: Vor der Küste Omans wurde erneut ein Tanker attackiert. Ein nicht identifiziertes Geschoss beschädigte den Maschinenraum des Schiffes, wie die britische Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO mitteilte. Verletzte oder Umweltschäden gab es demnach nicht. Der Zwischenfall ereignete sich etwa 20 Kilometer nordöstlich der omanischen Ortschaft Lima.

Golfstaaten bereits mehrfach unter Beschuss

Seit dem Kriegsausbruch Ende Februar hat der Iran wiederholt mit Raketen und Drohnen Ziele in den Golfstaaten attackiert – vor allem dort, wo US-Militärstützpunkte stationiert sind. Dabei wurden auch bedeutende Energieeinrichtungen in Mitleidenschaft gezogen. Unter anderem traf es katarische Flüssiggas-Produktions- und Verladeanlagen sowie Ölinfrastruktur in Kuwait. Zwar gelang es den Luftverteidigungssystemen der Golfstaaten bislang, zahlreiche iranische ballistische Raketen abzufangen. Doch die Bestände an Abfangraketen – insbesondere für das Patriot-System – schrumpfen Berichten zufolge bedenklich. Auch die amerikanischen Vorräte sollen inzwischen deutlich zurückgegangen sein. Gelingen dem Iran weitere erfolgreiche Treffer auf die Energieinfrastruktur der Golfregion, dürften die globalen Öl- und Gaspreise weiter anziehen. Teheran nutzt genau dieses Szenario als Druckmittel gegen Washington.

Experte warnt: Keine militärische Wunderwaffe gegen den Iran

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz äußerte sich skeptisch, ob eine neue Angriffswelle Teheran tatsächlich zum Einlenken zwingen könnte. Auf der Plattform X schrieb er: "Iran wird sicherlich heftige wirtschaftliche Schäden erleiden, aber es ist genauso wahrscheinlich, dass der Iran im Gegenzug die Kosten für seine Gegner erhöhen wird." Neben der Kontrolle über die Straße von Hormus werde Teheran auch über die verbündete Huthi-Miliz im Jemen den Druck auf die Meerenge Bab al-Mandab am Zugang zum Roten Meer verstärken. Sein Fazit: "Es gibt keine militärische Wunderwaffe für die Herausforderung, die der Iran darstellt."

Gescheiterte Diplomatie und wachsende Frustration: Donald Trump massiv unter Druck

Politisch gerät Trump zunehmend unter Druck. Ursprünglich hatte er einen Krieg von nur wenigen Wochen versprochen – mittlerweile dauert der Konflikt bereits ein halbes Jahr. In rund drei Monaten stehen die republikanischen Zwischenwahlen zum US-Kongress an.

Die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konflikts treten seit Wochen auf der Stelle. Ein im Juni zwischen den Kriegsparteien geschlossenes Rahmenabkommen führte lediglich zu einer kurzlebigen Waffenruhe. Trump zeigte sich am Freitag sichtlich genervt vom Verhalten der iranischen Seite. "Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen", sagte der Präsident. Teheran halte sich nicht an Vereinbarungen und stelle Gesprächsinhalte in der Öffentlichkeit falsch dar.

Die zentralen Forderungen Washingtons bleiben unverändert: Die Straße von Hormus muss für den internationalen Schiffsverkehr wieder geöffnet werden, und der Iran darf keine Atomwaffen entwickeln. "Es ist ganz einfach. Der Iran wird keine Nuklearwaffe haben", bekräftigte Trump. Doch eine Einigung auf diese Bedingungen scheint derzeit ferner denn je.

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.