Sergej Lawrow: "Wenn du so offen bist, sei bereit" - Putin-Minister droht Friedrich Merz
Friedrich Merz gerät ins Visier des russischen Außenministers. In einem Interview reagierte Sergej Lawrow auf Aussagen des Bundeskanzlers und wählte dabei ungewöhnlich scharfe Worte.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Sergej Lawrow kritisierte Friedrich Merz und reagierte auf dessen Aussagen über Deutschlands Rolle in Europa
- Der russische Außenminister verband seine Äußerungen mit einer Warnung: "Wenn du so offen bist, sei bereit."
- Lawrow verteidigte Russlands Kurs im Ukraine-Krieg und lehnte westliche Friedensvorschläge ab
Die Worte aus Moskau sorgen erneut für Spannungen: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Friedrich Merz in einem Interview scharf attackiert. Anlass war offenbar eine Aussage des Bundeskanzlers über Deutschlands künftige Rolle in Europa. "Merz sagt offen: 'Wir werden wieder die Wichtigsten in Europa sein'", erklärte Lawrow im Gespräch mit der Nachrichtenagentur TASS. Darauf folgte eine unmissverständliche Warnung: "Wenn du so offen bist, sei bereit."
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Sergej Lawrow verbindet Merz-Aussage mit Nazi-Vorwürfen
Lawrow stellte seine Kritik an Merz in direkten Zusammenhang mit der russischen Auffassung des Ukraine-Krieges. Der russische Außenminister behauptete, Russland kämpfe derzeit gegen "die direkten Nachfolger und Nachkommen jener Nazis". Diese Darstellung entspricht einem zentralen Narrativ der russischen Regierung, die ihren Angriff auf die Ukraine unter anderem mit dem Vorwurf einer angeblichen "Entnazifizierung" begründet. Wie das Portal "Visegrád 24" berichtete, erklärte Lawrow zudem, er sei stolz darauf, dass die russische Bevölkerung in den frontnahen Regionen die Belastungen des Krieges ertrage.
Russland stellt Ukraine-Krieg als historischen Kampf dar
In dem Interview zeichnete Lawrow ein Bild des Konflikts, das stark von russischer Geschichtsinterpretation geprägt ist. Er erklärte, Russland vollende gewissermaßen das Werk jener Generationen, die den Nationalsozialismus besiegt hätten. Gleichzeitig warf er westlichen Staaten vor, nach dem Zweiten Weltkrieg ehemalige deutsche Militärs aufgenommen und damit den Nazismus indirekt unterstützt zu haben. Konkrete Belege für seine Behauptungen lieferte der Minister nicht. Lawrow erklärte außerdem, der Neonazismus kehre offen zurück und Russland habe keine Alternative, wenn es seine eigene "Zivilisation" schützen wolle.
Waffenstillstand mit westlichen Truppen? Lawrow lehnt Vorschlag ab
Auch mögliche Friedensinitiativen des Westens wies der russische Außenminister zurück. Die Idee, zunächst eine Feuerpause zu vereinbaren und anschließend internationale Truppen unter französisch-britischer Führung in der Ukraine zu stationieren, bezeichnete Lawrow als "Ultimatum". Nach seiner Darstellung würde ein solcher Schritt lediglich den Konflikt einfrieren. Gleichzeitig kritisierte er erneut die ukrainische Regierung und erklärte, von Russland kontrollierte Gebiete würden nicht aufgegeben.
Auch die Türkei bekam in dem Interview Kritik ab. Lawrow warf Ankara vor, einerseits bei Vermittlungsversuchen aufzutreten, andererseits aber Nato-Positionen zu unterstützen, die eine Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine fordern. Auch die Vereinigten Staaten kritisierte der russische Außenminister. Washington konzentriere sich derzeit zunächst auf andere internationale Konflikte, während Moskau auf eine eigene Strategie setzen müsse. Dabei berief sich Lawrow erneut auf Präsident Wladimir Putin und erklärte, Russland könne sich letztlich nur auf sich selbst verlassen.
Lawrows Botschaft: "Wir müssen zuerst gewinnen"
Zum Abschluss des Interviews machte Lawrow deutlich, dass Moskau nach seiner Darstellung keine schnelle politische Lösung anstrebt. Bevor Russland eine neue internationale Ordnung mitgestalten könne, müsse der Krieg gewonnen werden. "Die Welt beobachtet sehr genau, wie dieser Konflikt enden wird", sagte der Außenminister. Zudem erklärte Lawrow, Russland habe das Vertrauen in westliche Gesprächspartner verloren. Diese würden zwar Zusagen machen, anschließend aber anders handeln. Als Zukunftsmodell nannte er eine stärkere Zusammenarbeit mit Staaten wie China und Indien sowie Bündnisse wie die BRICS-Staaten. Diese seien aus russischer Sicht stärker von Gleichberechtigung geprägt als westliche Strukturen wie die Nato.
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bua/ife/news.de
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