Terror-Alarm in Deutschland: Wie viele Gefährder leben unbemerkt unter uns?

Rund 450 islamistische Gefährder leben in Deutschland – Menschen, denen die Behörden schwere Terror-Taten zutrauen. Der Fall Abdul Ballout zeigt jetzt auf dramatische Weise: Trotz Überwachung und Warnungen konnte ein mutmaßlicher IS-Anhänger zuschlagen. Die große Frage: Wie sicher ist Deutschland noch?

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Nach dem CSD-Anschlag in Berlin wächst die Terror-Angst in Deutschland. (Foto) Suche
Nach dem CSD-Anschlag in Berlin wächst die Terror-Angst in Deutschland. Bild: picture alliance/dpa | Michael Ukas
  • Terror-Angst in Deutschland wächst nach CSD-Anschlag in Berlin
  • Täter war den Behörden bereits als islamistischer Gefährder bekannt
  • So viele Gefährder leben derzeit in Deutschland
  • Der Fall wirft Fragen auf, warum Überwachung und Präventionsmaßnahmen den Anschlag nicht verhindern konnten

Der 21-jährige Abdul B. hat bei einem Anschlag in Berlin eine Frau getötet und 25 weitere Menschen verletzt. Der mutmaßliche IS-Anhänger nutzte ein Auto als Waffe. Besonders brisant: Die Sicherheitsbehörden hatten B. längst als islamistischen Gefährder eingestuft – also als Person, der schwere politisch motivierte Straftaten bis hin zu Terroranschlägen zugetraut werden.

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Terror trotz Gefährder-Status: Warum konnte Abdul B. zuschlagen?

Bereits vor der Tat war der Attentäter den Behörden bestens bekannt. Er soll schon früher einen Anschlag geplant haben und saß deshalb im Gefängnis. Trotz dieser höchsten Alarmstufe gelang es ihm, den Angriff durchzuführen. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) erschien persönlich am Tatort. Der Fall wirft drängende Fragen auf: Wie konnte ein überwachter Gefährder ungehindert zuschlagen – und wie viele potenzielle Attentäter leben noch unbehelligt in Deutschland?

Rund 450 islamistische Gefährder in Deutschland

B. ist bei Weitem kein Einzelfall. Nach Angaben des Verfassungsschutzes leben in Deutschland aktuell rund 450 als islamistische Gefährder eingestufte Personen – Menschen also, denen die Behörden jederzeit terroristische Taten zutrauen. Diese Zahl geht aus einer Aufstellung des Bundestags mit Stand September 2025 hervor.

Noch alarmierender ist das breitere Umfeld: Bundesweit stuft der Verfassungsschutz etwa 9110 Islamisten als gewaltorientiert ein. Sie gelten entweder selbst als gewalttätig, sind gewaltbereit oder befürworten zumindest den Einsatz von Gewalt. Die Gesamtzahl der im vergangenen Jahr erfassten Islamisten liegt laut "Bild" sogar bei 28.645 Personen.

Überwachung und Deradikalisierung: Warum griffen die Maßnahmen nicht?

Die Sicherheitsbehörden hatten Abdul keineswegs aus den Augen verloren. Wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichten, wurde der 21-Jährige zeitweise observiert und sein Telefon abgehört. Die Behörden schätzten ihn als radikalisiert und gewaltbereit ein. Zusätzlich erhielt er die Auflage, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen.

Sicherheitsbehörden unter Druck: Reichen die Instrumente aus?

Dennoch reichten sämtliche Maßnahmen nicht aus, um den Anschlag zu verhindern. Der Verfassungsschutz verfügt grundsätzlich über weitreichende Instrumente: Die Behörde wertet Informationen aus dem Internet und sozialen Netzwerken aus, analysiert islamistische Netzwerke und kann Verdächtige überwachen. Bei konkreten Hinweisen werden diese an die zuständigen Stellen wie etwa die Landeskriminalämter weitergeleitet. Im Fall Abdul B. griffen diese Mechanismen offensichtlich nicht rechtzeitig.

Nach der Berliner Attacke: Neue Debatte über Terrorgefahr

Der jüngste Terroranschlag dürfte die Diskussion über den Umgang mit islamistischen Gefährdern in Deutschland erneut verschärfen. Besonders im Fokus steht dabei die Frage, wie Personen überwacht werden können, die bereits als gefährlich gelten – und ob die bestehenden Instrumente ausreichen, um Anschläge tatsächlich zu verhindern.

Denn der Fall zeigt ein Problem, das Sicherheitsbehörden weltweit beschäftigt: Nicht jeder Gefährder wird zum Täter – aber jeder Täter, der trotz Warnzeichen zuschlagen kann, stellt das Vertrauen in die Sicherheitsmaßnahmen auf eine harte Probe.

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