Donald Trump: "Die sind krank" – US-Präsident lässt Iran-Konflikt erneut eskalieren

Nach den schwersten Angriffen seit Jahrzehnten erklärt Trump die Waffenruhe mit dem Iran für beendet und beschimpft dessen Führung als "krank". Nato-General Mark Rutte stellt sich hinter die amerikanische Militäraktion.

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Donald Trump beendet Waffenruhe mit dem Iran. (Foto) Suche
Donald Trump beendet Waffenruhe mit dem Iran. Bild: dpa/AP/Alex Brandon
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Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist erneut dramatisch eskaliert. Nach Attacken auf drei Tanker in der strategisch wichtigen Straße von Hormus machte Washington Teheran für die Vorfälle verantwortlich und reagierte mit harten Maßnahmen. Das US-Finanzministerium widerrief umgehend eine Lizenz, die dem Iran vorübergehend den Handel mit Erdöl gestattet hatte.

Doch dabei blieb es nicht. Das US-Regionalkommando Centcom startete nach eigenen Angaben "eine Reihe heftiger Angriffe" gegen iranische Ziele. Mehr als 80 Objekte nahm das amerikanische Militär dabei ins Visier. Die Begründung: Der Iran habe "Handelsschiffe mit unschuldigen Zivilisten an Bord in internationalen Gewässern" attackiert.

Die Aufhebung der Ölsanktionen war ein zentraler Bestandteil des Rahmenabkommens, das beide Seiten erst Mitte Juni unterzeichnet hatten. Ein US-Beamter stellte jedoch klar, dass die Sanktionslockerung "vollständig leistungsabhängig" sei.

US-Präsident Donald Trump erklärt Waffenruhe für beendet

US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Mittwoch erstmals zu den nächtlichen Militärschlägen. Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte er, dass die amerikanischen Streitkräfte "sehr heftig zugeschlagen" hätten. Nach einer längeren Pause erklärte er laut "Focus": "Ich glaube, die Waffenruhe ist vorbei."

Donald Trump gegen den Iran: "Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben"

Und weiter: "Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben." Der Präsident bezeichnete weitere Verhandlungen als "reine Zeitverschwendung" und beschimpfte die iranische Führung mit deutlichen Worten: "Die sind krank. Mit denen stimmt etwas nicht."

Seine Begründung für die Angriffe fiel unmissverständlich aus: "Wir sagten: ‚Geht und kümmert euch um eure Beerdigungsangelegenheiten', und stattdessen haben sie gestern angefangen, Raketen abzufeuern und Schiffe anzugreifen. Also haben wir sie letzte Nacht sehr hart getroffen."

Revolutionsgarden schlagen mit Großangriff zurück

Die iranische Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nach den amerikanischen Bombardierungen attackierten die Revolutionsgarden nach eigener Darstellung 85 bedeutende US-Militäreinrichtungen in Kuwait und Bahrain. Laut einer Erklärung im iranischen Staatsfernsehen handelte es sich um eine koordinierte Operation der Marine- sowie der Luft- und Raumfahrtkräfte der Eliteeinheit. Dabei kam auch eine MQ-9-Drohne zum Einsatz.

Teheran wies die Schuld für die Eskalation von sich. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi verurteilte das amerikanische Vorgehen auf der Plattform X als "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Rahmenabkommen. Sowohl die Wiedereinführung der Ölsanktionen als auch die darauffolgenden Militärschläge verstießen gegen die im Juni getroffene Vereinbarung, argumentierte der iranische Diplomat.

Nato-Chef Marl Rutte verteidigt amerikanisches Vorgehen

Beim Nato-Gipfel in Ankara, dem zuvor Expert:innen bereits eine schwierige Verhandlungslage bescheinigten, stellte sich Generalsekretär Mark Rutte hinter die Militäraktion der Vereinigten Staaten. Die amerikanische Reaktion sei "absolut notwendig" gewesen, erklärte er. Wenn der Iran den Waffenstillstand durch Angriffe auf Schiffe breche, sei "eine entschiedene Reaktion der USA unerlässlich".

Unterdessen gingen die Kampfhandlungen weiter. Nach Berichten der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim schlugen am Vormittag mindestens zwei Projektile nahe der Hafenstadt Buschehr ein. Bewohner meldeten Explosionen in der Nähe eines Luftwaffenstützpunktes.

Die Revolutionsgarden bestätigten zudem den ersten Todesfall auf iranischer Seite. Ein Soldat der Flugabwehr wurde in der Stadt Mahschahr in der Provinz Chusestan getötet, wie der staatliche Rundfunk mitteilte.

Wadephul hält an diplomatischer Lösung fest

Trotz der massiven Eskalation sieht Bundesaußenminister Johann Wadephul die Chancen auf eine Verhandlungslösung noch nicht zerstört. Im Gespräch mit NDR Info betonte der CDU-Politiker, dass der Iran nun begreifen müsse, dass die Zeit für ernsthafte Gespräche gekommen sei.

Der deutsche Chefdiplomat machte deutlich, wo er das Kernproblem sieht: Die iranische Führung habe noch immer nicht akzeptiert, dass sie auf "eine nukleare Bewaffnung" verzichten müsse. Genau hier liege jedoch der Schlüssel zur Beendigung des Konflikts.

Wadephul appellierte an Teheran, diese Gelegenheit zu nutzen. Mit einem entsprechenden Bekenntnis und konstruktiven Verhandlungen könne der Iran den Krieg noch beenden.

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/bua/news.de/dpa/stg

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