Donald Trump: "Ordentlich vermöbelt!" Trump erzürnt mit Iran-Rede

Donald Trump wollte vor Landwirten eine Erfolgsgeschichte erzählen: Die Straße von Hormus sei offen und Washington verhandle aus einer Position der Stärke. Doch ein Drohnenangriff und scharfe Reaktionen aus Teheran stellen diese Darstellung infrage.

Von news.de Redakteurin - Uhr

US-Präsident Donald Trump hält im Rosengarten des Weißen Hauses eine Rede bei einem Abendessen des Rose Garden Club mit Landwirten. (Foto) Suche
US-Präsident Donald Trump hält im Rosengarten des Weißen Hauses eine Rede bei einem Abendessen des Rose Garden Club mit Landwirten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Trump verteidigt den Militäreinsatz gegen Iran und kündigt neue Handelschancen für US-Farmer an
  • Ein mutmaßlich iranischer Drohnenangriff auf ein Frachtschiff überschattet seine Aussagen
  • Teheran weist Trumps Darstellung zurück, während Kritiker seine Aussagen scharf angreifen

Bei einem Abendessen mit US-amerikanischen Landwirten im Rosengarten des Weißen Hauses hat Donald Trump am Donnerstag (25.06.2026) den Militäreinsatz gegen den Iran verteidigt und die Islamische Republik als künftigen Großabnehmer für US-Agrarprodukte angepriesen. "Wir haben sie ordentlich vermöbelt und jetzt verhandeln wir aus einer Position reiner Stärke", erklärte der US-Präsident vor den versammelten Farmern. Der Iran wolle nun unbedingt eine Einigung mit Washington erreichen.

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Als neuen Absatzmarkt stellte Trump den Landwirten ausgerechnet Teheran in Aussicht. "Die Islamische Republik Iran hat Probleme mit Lebensmitteln, und wir werden einen Teil ihres Geldes nehmen und Weizen, Sojabohnen und Mais kaufen – eine Menge davon", so Trump weiter. Dieser Prozess werde bald beginnen und "ziemlich groß" werden.

Die Äußerungen fallen in eine Phase laufender 60-tägiger Verhandlungen zwischen beiden Ländern über Irans Atomprogramm, Sanktionserleichterungen und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Drohnenangriff stellt Rahmenabkommen auf die Probe

Trump behauptete zudem, die strategisch wichtige Meerenge sei wieder vollständig passierbar. "Die Straße von Hormus ist offen, und gestern wurden 19 Millionen Barrel Öl transportiert – die höchste Zahl in ihrer Geschichte", verkündete er. Die Ölpreise würden "wie ein Stein fallen". Doch nur wenige Stunden nach diesen Aussagen wurde das fragile Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran auf eine harte Probe gestellt: Ein mutmaßlich iranischer Drohnenangriff traf ein Frachtschiff vor der Küste Omans. Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO reagierte umgehend und stoppte vorläufig wieder die Evakuierung von Schiffen rund um die für den globalen Öl- und Düngerhandel zentrale Wasserstraße.

"Sie würden sie in der ersten Stunde einsetzen"

Trump begründete das harte Vorgehen gegen den Iran mit einer drastischen Warnung vor den Konsequenzen einer nuklearen Bewaffnung Teherans. "Wenn man ihnen eine Atomwaffe gibt, würden sie sie innerhalb der ersten Stunde einsetzen", sagte der US-Präsident. "Und wir werden das nicht zulassen."

Besonders martialisch schilderte Trump die militärischen Erfolge: Innerhalb von eineinhalb Wochen habe man die gesamte iranische Militärführung, Luftwaffe und Marine ausgeschaltet. "Sie hatten 159 Schiffe – innerhalb von eineinhalb Wochen lagen sie alle auf dem Meeresgrund", so Trump. Die USA und der Iran hatten nach dem Konflikt ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet, das unter anderem vorsieht, dass Teheran seine angereicherten Uranvorräte aufgibt.

Teheran kontert Trump mit beißendem Spott

Die iranische Seite wies Trumps Darstellungen über künftige Agrarexporte umgehend zurück. Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf reagierte mit scharfer Ironie auf die Behauptung, eingefrorene iranische Vermögenswerte würden für den Kauf amerikanischer Landwirtschaftsprodukte verwendet. "Amerika behauptet fälschlicherweise, unsere aufgetauten Vermögenswerte würden ihre Landwirtschaft kaufen. Interessant", spottete Ghalibaf. "Die einzige Ernte, die wir einfahren, ist das, was ihr gesät habt: Jahrzehnte des Misstrauens. Sie ist biologisch, reichlich und hausgemacht." Die USA exportierten offenbar nur "GMO-Sojabohnen, gebrochene Versprechen und Müll".

"Pathologischer Lügner": Kritiker zerreißen Trumps Darstellung

In den sozialen Medien lösten Trumps Behauptungen heftige Reaktionen aus. Zahlreiche Nutzer bezweifelten grundsätzlich die Existenz eines funktionierenden Abkommens mit dem Iran. "Es gibt keinen Vertrag. Sie sind aus den MOU-Verhandlungen ausgestiegen", schrieb ein X-Nutzer und fragte: "Von welchem Deal redet Trump?" Die Gruppe "Republicans against Trump" verwies direkt auf den Drohnenangriff: "Der Iran hat heute ein Handelsschiff in der Straße von Hormus angegriffen. Sie lachen über Trump." Ein anderer Kommentator bezeichnete den Präsidenten als "pathologischen Lügner" und schrieb: "Trump hat den Krieg mit dem Iran verloren. Der Iran hat alle Karten in der Hand, die Meerenge und Milliarden, um Terrorismus zu unterstützen." Weitere Nutzer kommentierten mit Formulierungen wie "der lügende König" und "leeres Posieren, während der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus behauptet".

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