Donald Trump: US-Präsident ändert Ukraine-Kurs - Selenskyj als Gewinner im Iran-Krieg?

Donald Trump ändert auf einmal seine Haltung gegenüber der Ukraine. Der US-Präsident lobt Wolodymyr Selenskyj. Hinter der spektakulären Kehrtwende steckt offenbar eine positive Entwicklung. 

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Donald Trump fand lobende Worte für Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Foto) Suche
Donald Trump fand lobende Worte für Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj. Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Ukraine Presidency/Ukrainian Pre
  • Donald Trump findet lobende Worte für Wolodymyr Selenskyj
  • Experte sieht Ukraine-Vorstoß und Iran-Krieg als Gründe für Trumps Wandel
  • Ukraine-Präsident steht derzeit besser da

Donald Trump zeigt sich auf einmal gegenüber der Ukraine ganz zahm. Der US-Präsident hat mit überraschend lobenden Worten für Wolodymyr Selenskyj aufhorchen lassen. Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus, das für Gesprächsstoff sorgte, bezeichnete Trump den ukrainischen Staatschef als "mutig" und attestierte ihm, sein Land "ziemlich gut" gegen Russland zu verteidigen.

Donald Trump vollzieht Kehrtwende - plötzliches Lob fürWolodymyr Selenskyj

Der US-Präsident hatte noch mehr positive Worte für Selenskyj parat: "Er hat eine großartige Ausrüstung. Er hat großartige Männer, er hat Kämpfer." Der Tonfall steht in einem starken Gegensatz zu früheren Begegnungen: Noch im Februar 2025 hatte der US-Präsident Selenskyj bei einem Treffen im Weißen Haus öffentlich bloßgestellt.

Erste Anzeichen für den Kurswechsel zeigten sich bereits beim G7-Gipfel im französischen Evian Mitte Juni. Dort stimmte Trump verschärften Sanktionen gegen Russland zu und forderte Moskau zu einem Friedensabkommen mit Kiew auf – eine bemerkenswerte Wende für einen Präsidenten, der zuvor wiederholt Sympathien für Wladimir Putin erkennen ließ.

Experte analysiert: Drohnenangriffe als Trumpfkarte für Kiew?

Was steckt hinter dem plötzlichen Wandel des US-Präsidenten? Selenskyj verfüge mittlerweile über "neue Karten in der Hand", sagte USA-Experte Thomas Jäger gegenüber "Bild". Gemeint sind die ukrainischen Drohnenoffensiven, die weit ins russische Hinterland reichen. "In Washington sehe man inzwischen, dass die ukrainischen Streitkräfte Russland massiv treffen können", erläutert Jäger. Für einen neuen Blickwinkel sorgte laut Jäger auch der Iran-Krieg. Der Krieg habe verdeutlicht, "dass selbst eine massive Überlegenheit nicht automatisch zum Erreichen politischer Ziele" führe. Militärexperte Fabian Hinz mahnt allerdings zur Vorsicht bei der Interpretation. Die genauen Beweggründe für Trumps Ukraine-Lob seien "derzeit nicht klar zu beantworten".

Ukraine wird zum Technologiepartner

Der Zeitpunkt von Trumps Lob ist kein Zufall: Es folgt unmittelbar auf den Iran-Krieg. Teheran setzte dabei dieselben Shahed-Drohnen ein, mit denen Russland seit Jahren ukrainische Städte und Infrastruktur bombardiert. Durch diese jahrelange Konfrontation entwickelte sich Kiew zum führenden Experten für die Abwehr dieser Waffen.

Die Ukraine nutzte diese Expertise geschickt und positionierte sich als begehrter Partner im Kampf gegen iranische Drohnen. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in den Golfstaaten wächst das Interesse an ukrainischer Drohnentechnologie und dem Know-how ukrainischer Spezialisten erheblich. Damit wandelt sich das Bild gegenüber der Ukraine grundlegend.

Rutte konnte Trump nicht besänftigen - Nato-Gipfel als positives Signal?

Trumps veränderte Haltung gegenüber der Ukraine könnte innerhalb der Nato als ermutigendes Signal für den bevorstehenden Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli gewertet werden. Selenskyj ist zu dem Treffen eingeladen.

NATO-Generalsekretär Rutte bemühte sich in Washington, die Wogen zu glätten. Er versicherte Trump, die ausgebliebene Unterstützung durch Verbündete seien "Einzelfälle". Deutschland habe seine bilateralen Verpflichtungen erfüllt und die Verteidigungsausgaben wie gefordert gesteigert. Mit einer Schautafel, die in goldener Schrift "Die Trump-Billion" verkündete, versuchte Rutte den Präsidenten zu besänftigen. Es funktionierte nicht. Trump wetterte gegen europäische Länder, darunter Deutschland.

Bundeskanzler Merz betonte nach Gesprächen der E5-Gruppe in Berlin, er wolle den Gipfel zum Erfolg machen und ein "starkes Zeichen" für die Ukraine setzen, berichtet "n-tv". Der Streit über den Iran-Krieg hatte die angespannten transatlantischen Beziehungen zusätzlich erheblich belastet.

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