Holger Neumann: Luftwaffen-Chef warnt Putin und nennt mögliche russische Angriffsziele

Generalleutnant Holger Neumann sendet eine unmissverständliche Warnung an Wladimir Putin: Die deutsche Luftwaffe ist bereit, noch "heute Nacht" zuzuschlagen. Sollte es Russland wagen, Nato-Gebiet anzugreifen, müsste der Kreml mit schweren Gegenschlägen rechnen. Diese Angriffsziele kommen laut dem Luftwaffen-Chef in Frage.

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Der Chef der deutschen Luftwaffe sendete eine Warnung an Wladimir Putin. (Foto) Suche
Der Chef der deutschen Luftwaffe sendete eine Warnung an Wladimir Putin. Bild: picture alliance:dpa:Pool AFP via AP | Alexander Nemenov.
  • Holger Neumann sendet Warnung an Wladimir Putin
  • Generalleutnant warnt Russland: Luftwaffe bereit, "heute Nacht zu kämpfen"
  • Deutsche Luftwaffe werde "jeden Zentimeter" des Nato-Territoriums verteidigen
  • Luftwaffen-Chef nennt mögliche russische Ziele

Es ist eine unmissverständliche Warnung, die Generalleutnant Holger Neumann in einem Interview mit dem britischen "Telegraph" an Wladimir Putin, dessen neue Tarntaktik im Ukraine-Krieg unlängst aufgeflogen ist, sendet: Die deutsche Luftwaffe steht bereit, sofort in den Kampf zu ziehen und sei bereit, jeden Zentimeter des Nato-Gebiets zu verteidigen.

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Holger Neumann sendet Warnung an Wladimir Putin

"'Heute Nacht kämpfen' bedeutet: Wenn mich jetzt jemand anruft und sagt, wir haben hier folgende Situation, müssen wir jetzt bereit sein - und wir sind bereit", erklärte Chef der deutschen Luftwaffe gegenüber dem "Telegraph". Sollte Russland das westliche Bündnis angreifen, würden die Streitkräfte mit verheerenden Luftschlägen antworten. Die Aussagen des Generalleutnants gelten als die deutlichsten eines deutschen Militärs seit Jahren.

Deutsche Luftwaffe bereit, "jeden Zentimeter" des Nato-Territoriums zu verteidigen

Der Luftwaffenchef stellte unmissverständlich klar, dass innerhalb der Nato keine Abstufungen bei der Verteidigung existieren. "Es muss klar sein, dass es keine Zonen unterschiedlicher Sicherheit gibt, dass Nato Nato ist, bis auf den letzten Zentimeter", betonte Neumann. Diese Botschaft richtet sich insbesondere an die baltischen Staaten und den hohen Norden Europas. Estland, Lettland, Litauen und Polen sehen sich seit Monaten verstärkter russischer Aggression ausgesetzt. Da sich die Drohnenangriffe häufen, befürchten westliche Regierungsvertreter, dies könnte der Auftakt zu einer Invasion sein.

Luftwaffen-Chef nennt mögliche russische Ziele

Doch sollte es dazu kommen, so müsste auch Russland zittern und mit schweren Gegenschlägen der Nato rechnen. Konkret benannte der Generalleutnant strategische russische Positionen, die im Verteidigungsfall ins Visier geraten würden: die Exklave Kaliningrad, die von Nato-Mitgliedern umgeben ist, die Kola-Halbinsel mit ihren Atomwaffenlagern sowie das Schwarze Meer mit der russischen Flotte. Auch St. Petersburg mit seinen wichtigen Marineeinrichtungen könnten ins Visier geraten.

Wandel der deutschen Luftwaffe: Vom Transportflieger zur Kampftruppe

Über Jahrzehnte beschränkte sich die Rolle der deutschen Luftwaffe im Bündnis auf unterstützende Aufgaben. In Afghanistan etwa übernahmen deutsche Piloten Transport- und Aufklärungsmissionen, während amerikanische und britische Kräfte die Luftangriffe flogen. Diese Zeiten sind vorbei. Im Falle eines bewaffneten Konflikts mit Russland würde die gesamte Luftwaffe an die östliche Flanke der Nato verlegt. Früher war Deutschland dazu weder willens noch fähig. Doch das hat sich grundlegend geändert. "Wir werden mit allem reingehen, was wir in Deutschland haben, die Luftwaffe, aber auch in der Nato, um unser Land, unsere Werte, unsere Bevölkerung und unser Bündnis zu verteidigen", kündigte Neumann an.

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