Donald Trump: Nächste Blamage für "The Don"? Iran weist Deal-Ankündigung zurück
Donald Trump hat weitere Angriffe auf den Iran kurzfristig abgeblasen und erneut einen baldigen Deal mit dem Kriegsgegner angekündigt. Sofort folgte ein Dementi aus Teheran. Große Zweifel an den Aussagen des US-Präsidenten bleiben. Droht ihm die nächste Blamage?
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Donald Trump sagt weitere Militärschläge gegen den Iran ab
- Laut dem US-Präsidenten könnte ein Friedensabkommen mit Teheran bereits am Wochenende unterzeichnet werden
- Iranisches Dementi folgt prompt
Donald Trump sorgt erneut für Verwirrung. Nachdem die US-Streitkräfte in dieser Woche bereits Vergeltung für einen mutmaßlich durch das Mullah-Regime abgeschossenen Militärhubschrauber übten, kündigte der Präsident weitere Angriffe auf den Iran an. Diese sagte er jedoch kurzfristig am Donnerstagnachmittag ab. Zudem versprach er ein baldiges Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges. Teheran widersprach umgehend.
Donald Trump kündigt schon wieder Deal mit dem Iran an und bläst geplante Angriffe ab
Trump schrieb am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social:
- "Angesichts der Tatsache, dass die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran auf die Ebene der höchsten iranischen Führungsebene gehoben und dort gebilligt wurden, habe ich als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika die für diesen Abend geplanten Angriffe und Bombardierungen gegen den Iran abgesagt."
Auch Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigte Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und weitere Staaten hätten den wesentlichen Punkten für eine mögliche Vereinbarung zugestimmt. Weitere Details dazu nannte er nicht.
- "Die Seeblockade bleibt in vollem Umfang in Kraft, bis diese Vereinbarung endgültig abgeschlossen ist – Zeit und Ort der Unterzeichnung werden in Kürze bekannt gegeben", so der US-Präsident weiter.
Donald Trump verspricht mögliche Unterzeichnung eines Abkommens am Wochenende
Im Weißen Haus sagte Trump zudem:"Wir haben gerade eine großartige Einigung im Krieg mit dem Iran erzielt." Die Unterlagen könnten möglicherweise bereits am kommenden Wochenende in Europa unterschrieben werden. Für eine mögliche Unterzeichnung am Wochenende könnte Vizepräsident J.D. Vance nach Europa entsandt werden. Trump selbst wird nicht teilnehmen können – er feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag in Washington und reist anschließend zum G7-Gipfel nach Frankreich.
Iran dementiert Trumps Aussagen - nächste Blamage für den US-Präsidenten?
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, existiert jedoch bislang kein fertiggestellter Vertragstext. Auch ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter erklärte gegenüber dem Sender Channel 12, man wisse nichts von einer erzielten Übereinkunft, wie die "Daily Mail" berichtet. Auch in den sozialen Medien zweifeln Trump-Kritiker an den Versprechungen des US-Präsidenten. Sie glauben, dass ihm eine weitere Blamage im Iran-Krieg bevorsteht. Auf X (vormals Twitter) finden sich dazu Kommentare wie:
- "Ich glaube nichts von dem, was Trump sagt, postet oder schreibt, ohne es vorher auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Er ist ein pathologischer Lügner und ein bösartiger Narzisst; er leidet an Demenz, und ich vermute, dass sich sein Zustand bis hin zu einer akuten Psychose verschlimmert hat."
- "Wie oft will er noch sagen, dass es bei einer Einigung Fortschritte gibt? Es gibt keine Einigung."
Trumps Optimismus ist nicht neu – der Sender CNN hat mittlerweile genau 39 derartige Erfolgsmeldungen des Präsidenten gezählt. Jedes Mal gerieten die Gespräche anschließend wieder ins Stocken. Nur wenige Stunden vor seiner jüngsten Erklärung hatte Trump noch mit massiven Militärschlägen gedroht und die Einnahme der strategisch wichtigen Ölinsel Charg angekündigt.
JUST IN: Trump says he has canceled planned strikes on Iran after talks were “approved” by Iran’s leadership and “all parties involved.”
— Republicans against Trump (@RpsAgainstTrump) June 11, 2026
TACO pic.twitter.com/xjVSWbgC7R
Israel und USA wollen Teheran am Bau einer Atombombe hindern
Laut dem Büro von Ministerpräsident Netanjahu versprach Trump, dass ein endgültiges Abkommen die Entfernung des angereicherten Urans und den Abbau iranischer Nuklearanlagen umfassen werde. Auch Einschränkungen bei der Raketenproduktion sowie ein Ende der iranischen Unterstützung für die palästinensische Terror-Organisation Hamas und die libanesische Hisbollah-Miliz seien zugesagt worden.
Im Kern der Verhandlungen steht das iranische Nuklearprogramm. Washington besteht darauf, dass Teheran sein hochangereichertes Uran abgibt und sämtliche Anreicherungsanlagen abbaut – Material, das nach israelischen Befürchtungen für den Bau einer Atombombe verwendet werden könnte.
Bei der Frage, wie lange der Iran auf Urananreicherung verzichten soll, klaffen die Positionen weit auseinander: Trump fordert mindestens 20 Jahre, Teheran bietet lediglich zehn an. Laut "New York Times" hat der Iran zudem vorgeschlagen, zwei seiner drei großen Nuklearanlagen zu demontieren, will aber eine Anlage behalten. US-Vertreter rechnen mit einem Kompromiss bei 15 Jahren.
Weiterer Zankapfel sind laut "Newsweek" eingefrorene iranische Vermögenswerte in Höhe von bis zu 12 Milliarden Dollar. Die USA lehnen eine sofortige Freigabe ab und bestehen auf gestaffelte Zahlungen, die an konkrete Fortschritte geknüpft sind.
Straße von Hormus bleibt blockiert
Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt. Irans Behörde für den Persischen Golf erklärte am Donnerstag, die Wasserstraße wegen amerikanischer Angriffe bis auf Weiteres zu sperren – das US-Zentralkommando widersprach dieser Darstellung allerdings. Bereits seit April gelten iranische Beschränkungen für den Schiffsverkehr, die die globalen Energiemärkte erheblich belasten.
Trump prahlte am Mittwoch mit einer geheimen Operation: Mehr als 200 Handelsschiffe und 100 Millionen Barrel Öl hätten die iranische Blockade umgangen. Diese Zahlen wurden bislang nicht unabhängig bestätigt.
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gom/news.de/dpa/mlk/stg
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