Donald Trump: TV-Serie als Rechtfertigung für Militärschlag? Trump sorgt für Stirnrunzeln
Donald Trump sucht nach einer Rechtfertigung für militärische Härte und greift dafür ausgerechnet zu einer Szene aus einer US-Kultserie. Doch der Versuch, politische Stärke mit Hollywood-Dialogen zu untermauern, geht nur halb auf.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Nach US-Militärschlägen gegen den Iran teilt Donald Trump eine Szene aus "The West Wing" zur Rechtfertigung
- Der Clip enthält eine Forderung nach "unverhältnismäßiger Reaktion"
- Kritiker sehen darin eine verzerrte Darstellung politischer Botschaften durch den US-Präsidenten
Nach den jüngsten US-Militärschlägen gegen den Iran griff Donald Trump zu einer ungewöhnlichen Methode der Rechtfertigung: Er teilte einen Ausschnitt aus der Fernsehserie "The West Wing" auf seiner Plattform Truth Social. In der Szene aus der NBC-Dramaserie fordert der fiktive Präsident Josiah Bartlet eine "unverhältnismäßige Reaktion" auf einen militärischen Angriff.
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Iranische Kräfte schießen US-Hubschrauber ab – Trump verteidigt Vergeltungsmaßnahme
Am Dienstag (09.06.2026) startete das US-Militär eine neue Angriffswelle, nachdem iranische Streitkräfte einen Hubschrauber der US-Armee abgeschossen hatten. Trump bezeichnete die Vergeltungsmaßnahmen als "notwendig". Militärvertreter charakterisierten die Schläge als "verhältnismäßige Reaktion auf jüngste Angriffe auf US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe in regionalen Gewässern", wie die "Washington Post" berichtet. Eine bemerkenswerte Wortwahl – denn der von Trump geteilte Serienclip argumentiert gerade gegen das Konzept der Verhältnismäßigkeit.
"Totale Katastrophe" statt Berechenbarkeit
Der von Trump geteilte Ausschnitt stammt aus der Episode "A Proportional Response" der ersten Staffel, die ursprünglich im Oktober 1999 ausgestrahlt wurde. Die Handlung dreht sich um die Frage, wie die USA auf den Abschuss eines Militärflugzeugs durch Syrien reagieren sollen.
In der Szene wird der von Martin Sheen gespielte Präsident Bartlet zunehmend aufgebracht, als seine Berater ihm gleichwertige Militärziele in Syrien vorschlagen. "Was ist die Tugend einer verhältnismäßigen Reaktion?", fragt er und kritisiert die Vorhersehbarkeit solcher Maßnahmen. "Wenn wir das immer tun, wissen sie dann nicht, dass wir es tun werden?"
Seine Schlussfolgerung: "Ihr tötet einen Amerikaner, irgendeinen Amerikaner, und wir kommen nicht mit einer verhältnismäßigen Reaktion zurück. Wir kommen mit totaler Katastrophe zurück!"
Was Trump verschwieg
Allerdings teilte der US-Präsident nur einen Teil der Geschichte. Die Episode endet nämlich ganz anders, als Trumps Posting vermuten lässt: Präsident Bartlet entscheidet sich letztlich doch für die verhältnismäßige Reaktion, die er zuvor so vehement abgelehnt hatte. Der Grund für seinen Sinneswandel: Der fiktive Präsident erkennt, dass eine "unverhältnismäßige Reaktion" zahlreiche zivile Todesopfer fordern würde. Diese Szenen fehlten in Trumps Beiträgen auf Truth Social – ebenso wie jeder Hinweis darauf, dass die von ihm zitierte Fernsehfigur am Ende eine völlig andere Entscheidung trifft als zunächst gefordert.
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bua/gom/news.de
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