Wende im Ukraine-Krieg?: Putins Truppen sind "weniger aktiv" - Kiew nimmt Krim-Route ins Visier

Die Ukraine hat den Landkorridor zwischen der Krim und Russland momentan unter ihre "Feuerkontrolle" gebracht. Obwohl der Nachschub für Putins Truppen an der Front damit erschwert wird, sehen Experten noch keine entscheidende Wende im Krieg. Denn auch Kiews Streitkräfte haben weiterhin mit Problemen zu kämpfen.

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Die Probleme für Wladimir Putin im Ukraine-Krieg werden immer größer. Der Nachschub für seine Truppen an der Front ist in Gefahr. (Foto) Suche
Die Probleme für Wladimir Putin im Ukraine-Krieg werden immer größer. Der Nachschub für seine Truppen an der Front ist in Gefahr. Bild: picture alliance/dpa/AP | Dmitri Lovetsky
  • Für die Versorgung der russischen Truppen wichtiger Landkorridor zur Krim steht aktuell unter ukrainischer "Feuerkontrolle"
  • Experten sehen jedoch noch keinen Wendepunkt im Krieg
  • Moskau könnte bereits Gegenmaßnahmen planen
  • Der Ukraine fehle gut ausgebildetes Personal für die robotergestützte Kriegsführung

Kann die Ukraine die Wende im Krieg gegen Russland herbeiführen? Wladimir Putins Truppen geraten an der Front zunehmend unter Druck. So sollen Kiews Streitkräfte zuletzt die wichtige Versorgungsroute Noworossija, die vom russischen Festland bis zur 2014 annektierten Halbinsel Krim führt, unter "Feuerkontrolle" gebracht haben.Doch kann die aktuelle Blockade solcher Nachschubwege für Treibstoff und Munition wirklich entscheidend für den weiteren Kriegsverlauf sein? Das sagen Experten.

Rückschlag für Wladimir Putin: Ukraine bringt Landkorridor zur Krim unter Feuerkontrolle

Wie die "Deutsche Welle"(DW) berichtet, stehen mittlerweile Abschnitte des Landkorridors zur Krim unter "Feuerkontrolle", die bis zu 160 Kilometer von der Frontlinie entfernt sind. Dafür nutzen die Ukrainer offenbar auch neuartigeKI-gesteuerte Drohnen des Herstellers Wild Hornets. Ihor Luzenko, Soldat und Mitbegründer des Zentrums für Luftaufklärung, kommentierte die jüngsten Erfolge auf Facebook: "Die Krim wird für Russland zu einem Überseegebiet." Der einst als größter Erfolg Moskaus gefeierte Landkorridor erweise sich als "vergängliche Errungenschaft". Zivilisten dürften die Route bereits nicht mehr befahren, während ukrainische Drohnen darüber patrouillieren.

Kommt der Wendepunkt im Ukraine-Krieg?

Dennoch warnen Fachleute vor überzogenen Erwartungen. Von einer vollständigen Kontrolle über die russischen Versorgungsrouten sei man noch weit entfernt, betont Mykola Beleskow vom Hilfsprojekt "Come back alive". "Wäre die vollständige Kontrolle gegeben, würden sich die russischen Truppen im Süden anders fühlen", so der Berater am Nationalen Institut für Strategische Studien gegenüber der DW. Die Verwundbarkeit des Gegners nehme zwar zu, die Russen seien "weniger aktiv", ein echter Wendepunkt sei jedoch noch nicht erreicht. 

"Egal wie fortschrittlich die Technologien sind, ohne Fachleute können sie ihr Potenzial nicht entfalten", warnt Beleskow außerdem. Robotergestützte Kriegsführung bleibe stark von menschlichen Operateuren abhängig. Besonders bei Einheiten für Einsätze in mittlerer Distanz mangele es an ausgebildeten Spezialisten.

Militärhistoriker warnt vor russischen Gegenmaßnahmen

Militärhistoriker Mychajlo Schyrochow sieht den ukrainischen Vorteil als zeitlich begrenzt an - bis es eine effektive Luftverteidigung an diesem Frontabschnitt gibt. Russland werde bald mobile Feuergruppen aufstellen und Drohnenschutznetze entlang der Straßen des Krim-Korridors installieren. Dazu würden jedoch Geld und zusätzliche Ressourcen benötigt. "Dieser Moment muss optimal genutzt werden", mahnt er gegenüber der DW. Der Experte fordert unter anderem die Ausweitung der ukrainischen Drohnenangriffe, um den Druck auf die russische Logistik weiter zu erhöhen.

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