Olga Jaroslawskaja: Lösung für Putins Personal-Problem? Moskau-Politikerin fordert Arbeitslager für Kinder
Russischen Firmen gehen zunehmend die Arbeitskräfte aus. Deshalb schlägt Moskaus Kinderschutzbeauftragte nun eine Senkung des Mindestalters für Ferienjobs vor. Auch Arbeitslager nach sowjetischem Vorbild will Olga Jaroslawskaja wieder einführen.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Russische Politikerin will Arbeit für Kinder ab 12 Jahren ermöglichen
- Außerdem sollen laut Olga Jaroslawskaja Arbeitslager nach sowjetischem Vorbild wieder eingeführt werden
- Reaktion auf fehlende Fachkräfte auf dem russischen Arbeitsmarkt
Die Probleme für Wladimir Putin werden immer größer. Nicht nur hohe Verluste im Ukraine-Krieg machen dem Kreml zu schaffen, auch auf dem heimischen Arbeitsmarkt gibt es Personalsorgen. Die Moskauer Kinderschutzbeauftragte Olga Jaroslawskaja macht deshalb nun einen aufsehenerregenden Vorschlag.
Minderjährige als Arbeitskräfte für Putin? Russische Politikerin will Lager nach sowjetischem Vorbild wieder einführen
Wie der "Telegraph" berichtet, sprach sie sich dafür aus, das Mindestalter für Ferienjobs auf zwölf Jahre zu senken und Arbeitslager nach sowjetischem Vorbild für Jugendliche wieder einzuführen. Derzeit können russische Kinder mit Einwilligung ihrer Eltern ab 14 Jahren einen solchen Job annehmen. Selbstständig können sie ab 15 Jahren einen Arbeitsvertrag abschließen.
"Fast alle wollen im Sommer arbeiten", erklärte Jaroslawskaja bei einer Pressekonferenz mit Blick auf Jugendliche ab 12 Jahren. Die Wiedereinführung der Lager sei zudem "ein realistisches Szenario, das unsere Kinder unterstützen werden", sagte sie gegenüber dem Radiosender Govorit Moskva.
Die Beauftragte verwies auf ihre eigenen Erfahrungen aus der Sowjetzeit: "In der 7. Klasse mussten wir bei 40 Grad in einer Baracke mitten auf dem Feld Tomaten jäten." Sie hätten überlebt und sie habe 120 Rubel mit nach Hause gebracht.
Probleme auf dem russischen Arbeitsmarkt - Fachkräfte fehlen
Der Vorstoß fällt in eine Zeit massiver wirtschaftlicher Engpässe. Nach aktuellen Schätzungen von Bloomberg benötigt Russland etwa 1,5 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte, um die Lücke auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.
Die Ursachen der Krise sind vielschichtig: Eine historisch niedrige Geburtenrate trifft auf die Abwanderung von bis zu einer Million überwiegend gut ausgebildeter junger Fachkräfte, die nach Beginn der Invasion der Mobilisierung entgehen wollten. Hinzu kommt eine außergewöhnlich hohe Sterblichkeitsrate junger Männer an der Front – rund 1,5 Millionen russische Soldaten sollen bereits in der Ukraine getötet oder verwundet worden sein.
Und obwohl Wladimir Putin laut "Telegraph" mit historisch niedrigen Arbeitslosenquoten von zwei Prozent prahlt, zwingt der Mangel an verfügbaren Arbeitskräften verzweifelte Arbeitgeber zu Lohnerhöhungen – was die Kosten für Verbraucher steigen lässt und die Unternehmensgewinne schmälert.
Sommerleseliste für Schüler in Russland vorgestellt
Parallel zur Arbeitsdebatte setzt Moskau auf patriotische Erziehung. Das Bildungsministerium stellte diese Woche eine verpflichtende Sommerleseliste für Schüler vor. Darunter befinden sich Werke, die sich mit den "Heldentaten" russischer Soldaten im Ukraine-Krieg beschäftigen.
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