Donald Trump in der Klemme: US-Präsident droht nach "Hummer-Revolte" Wahlschlappe bei den Midterms
Im nordöstlichen US-Bundesstaat Maine wächst der Unmut gegen Donald Trump - die aufkeimende "Hummer-Revolte" könnte den US-Präsidenten und seine Republikaner bei den Zwischenwahlen im Herbst teuer zu stehen kommen.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Donald Trump in der Klemme vor näherrückenden Zwischenwahlen
- Zoll-Wahn des US-Präsidenten löst "Hummer-Revolte" aus
- "The Don" bringt Fischer und Landwirte in Maine mit Preisexplosion gegen sich auf
Im Herbst 2026 werden die Zwischenwahlen in den USA die Weichen für die politische Zukunft der Vereinigten Staaten stellen - für Donald Trump und die Republikaner stehen die Zeichen schon jetzt auf Krise. An immer mehr Fronten wendet sich die US-Wählerschaft demonstrativ vom US-Präsidenten ab und verpasst "The Don" die schmerzhafte Quittung für seine bisherigen politischen Entscheidungen.
Donald Trump in der Klemme: "Hummer-Revolte" wird zur ernsten Gefahr
Aktuell formiert sich, so ist es in der "Financial Times" zu lesen, im US-Bundesstaat Maine ich massiver Widerstand gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Die sogenannte "Hummer-Revolte" erfasst den Nordosten des Landes, wo Fischer und Landwirte unter explodierenden Kosten leiden. Die von Donald Trump verhängten Zölle und stark gestiegene Kraftstoffpreise treiben die Betriebskosten in die Höhe – für viele Hummer-Fischer lohnt sich das Geschäft kaum noch.
Mini-Bundesstaat Maine könnte über Donald Trumps Schicksal bei Midterm-Wahlen entscheiden
Die Fischerei zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen der Region. Nun überdenken immer mehr Betroffene in Maine ihre Unterstützung für den Präsidenten. Die politischen Konsequenzen könnten bei den Zwischenwahlen im November erheblich sein, auch wenn der nordöstliche Bundesstaat zu den flächenmäßig kleinsten in den USA gehört: In Maine steht ein entscheidender Senatssitz auf dem Spiel. Sollten die Demokraten diesen gewinnen, würde sich ihre Chance auf die Kontrolle über den US-Senat deutlich verbessern.
Donald Trump verursacht Preisexplosion und setzt US-Fischern empfindlich zu
Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Krise: Der durchschnittliche Dieselpreis in den USA ist innerhalb eines Jahres um 58 Prozent auf 5,58 Dollar pro Gallone geklettert. Benzin verteuerte sich um 40 Prozent auf 4,46 Dollar. Simon Torres, ein Fischer in siebter Generation aus Winter Harbor und früherer Trump-Wähler, spürt die Folgen täglich. "Ich verbrauche 100 Gallonen Diesel am Tag, und wir sind jetzt bei 5,80 Dollar pro Gallone", berichtet er der "Financial Times". Auch Köder seien teurer geworden, weil die Transportkosten gestiegen sind.
Hinzu kommen Trumps Zölle von 50 Prozent auf Stahl und Aluminium. Die Materialien für Hummerfallen stammen größtenteils aus Italien und China, Seile werden aus Portugal importiert. Die Fallenpreise sind dieses Jahr um mehr als 15 Dollar pro Stück gestiegen. "Die Zölle halten viel länger an als gedacht", sagt Torres.
Maine vor den Zwischenwahlen: Austern-Farmer Graham Platner fordert republikanische Senatorin Susan Collins heraus
Die Unzufriedenheit der Fischer eröffnet dem demokratischen Kandidaten Graham Platner neue Chancen. Der Austern-Farmer und Irak-Veteran hat sich mit einer linkspopulistischen Wirtschaftsagenda im gesamten Bundesstaat einen Namen gemacht. Er tritt gegen die fünfmalige republikanische Senatorin Susan Collins an.
Maine gilt traditionell als demokratisch geprägter Bundesstaat und wählte bei den Präsidentschaftswahlen 2020 und 2024 jeweils den demokratischen Kandidaten. Collins konnte ihren Sitz dennoch verteidigen. Die moderate Republikanerin distanziert sich gelegentlich von Präsident Trump und hat dessen Zollpolitik im vergangenen Jahr wiederholt kritisiert. Für die Demokraten wäre der Sieg in Maine bei den Zwischenwahlen zentral für ihre Ambitionen, die Kontrolle über den Senat zu erlangen. Das Rennen gilt als Gradmesser dafür, ob die Partei Arbeiter von Trump zurückgewinnen kann.
US-Demokrat Platner im Wahlkampf von Skandalen heimgesucht
Der politische Neuling Platner kämpft jedoch mit erheblichen Kontroversen. Gelöschte Reddit-Beiträge aus seiner Vergangenheit sorgten für Aufruhr: Darin kritisierte er einen verwundeten US-Soldaten und machte fragwürdige Aussagen über Frauen und Schwarze. Zudem geriet eine Tätowierung in die Kritik, die einem Nazi-Symbol ähnelte. Platner entschuldigte sich für Kommentare aus "früheren Lebensabschnitten" und verwies auf PTBS und Depressionen nach seiner Armeezeit. Zuletzt berichteten "Wall Street Journal" und "New York Times" über anzügliche Textnachrichten, die Platner mit mehreren Frauen ausgetauscht haben soll. Seine Ehefrau Amy Gertner sprach von einem "Verrat", betonte aber: "Unsere Ehe ist heute stärker als je zuvor."
Donald Trump jagt US-Inflation auf höchstem Stand seit drei Jahren
Die wirtschaftliche Lage in den USA verschärft die politische Krise indes weiter. Im April 2026 lag die Inflationsrate bei 3,8 Prozent im Jahresvergleich – der höchste Wert seit fast drei Jahren. Preisanstiege bei Grundnahrungsmitteln wie Tomaten und Eiern sorgen landesweit für Unmut. Professor Matthew A. Baum von der Harvard University sieht eine paradoxe Situation: "Die USA haben die seltsame Konstellation, dass gleichzeitig die Aktienmärkte auf Rekordhöhen stehen und die Verbraucherstimmung einen Rekordtiefstand erreicht hat", sagte er der "Bild". Der Konsum macht etwa 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus. Für eine Erholung vor den Novemberwahlen bleibt laut Experten kaum Zeit. Politologe Kalb betonte, selbst bei einem schnellen Ende des Iran-Konflikts würde eine Preisberuhigung mehrere Monate dauern.
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loc/news.de/stg
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