Katherina Reiche: Kabinett-Knaller - Merz-Ministerin will Rente mit 63 stoppen

Ein neuer Renten-Hammer der Merz-Regierung: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will die abschlagsfreie Frühverrentung beenden. Sie begründet ihr Vorhaben mit einem brisanten China-Vergleich.

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Merz-Ministerin Katherina Reiche will das Ende der abschlagsfreien Frühverrentung. (Foto) Suche
Merz-Ministerin Katherina Reiche will das Ende der abschlagsfreien Frühverrentung. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Renten-Hammer der Merz-Regierung: Abschlagsfreie Rente droht das Aus
  • Merz-Ministerin Reiche: Drastischer Arbeitszeitvergleich mit China
  • Reiche fordert mehr Arbeitsvolumen und Aktivrente

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche schaltet sich mit scharfen Forderungen in die rentenpolitische Diskussion ein. Unmittelbar vor ihrer angekündigten Dienstreise nach China in der kommenden Woche verlangt die CDU-Politikerin ein Ende der Frühverrentungsprogramme. Diese Maßnahme soll Bestandteil eines umfassenden Gesetzesvorhabens werden, das bis in den Sommer hinein verabschiedet werden soll.

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Renten-Hammer der Merz-Regierung: Abschlagsfreie Rente droht das Aus

Mit ihrer Forderung nach einem Ende der Frühverrentungsprogramme zielt die Wirtschaftsministerin konkret auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

  • Zur Erklärung: Diese Regelung gewährt Arbeitnehmern nach 45 Jahren Versicherungszeit einen abschlagsfreien Renteneintritt. Je nach Geburtsdatum liegt die Altersgrenze für diese Rentenform zwischen 63 und 65 Jahren.

Die Ministerin sieht in diesem Modell offenbar einen Faktor, der die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit schwächt. Das geplante Gesetzespaket, das die Bundesregierung bis zum Sommer auf den Weg bringen will, könnte die Frühverrentung deutlich einschränken oder ganz streichen. Damit würde eine der wichtigsten Möglichkeiten für einen vorzeitigen Ruhestand ohne finanzielle Abschläge wegfallen.

Merz-Ministerin Reiche: Drastischer Arbeitszeitvergleich mit China

Zur Untermauerung ihrer Position zieht Reiche einen Vergleich mit der Volksrepublik China heran.

  • Während Beschäftigte in Deutschland durchschnittlich nur 1337 Stunden jährlich arbeiten, kommen chinesische Arbeitnehmer auf rund 2000 Stunden. Diese Differenz von über 660 Stunden pro Jahr sieht die Ministerin als erheblichen Wettbewerbsnachteil.

In ihrer Argumentation warnt Reiche beim "Kölner Stadt-Anzeiger" vor gravierenden Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft.

  • Ohne eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit werde Deutschland "selbst bei sehr hoher Produktivität pro Stunde" im Vergleich mit anderen Volkswirtschaften ins Hintertreffen geraten.
  • Die Stundenproduktivität allein könne den Rückstand beim Arbeitsvolumen nicht ausgleichen.

Die CDU-Politikerin formuliert daher eine klare Handlungsaufforderung.

  • "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das Arbeitsvolumen steigern", erklärt Reiche.

Reiche fordert mehr Arbeitsvolumen und Aktivrente

Im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" unterstreicht die Wirtschaftsministerin die Notwendigkeit, Unternehmen bessere Möglichkeiten zu eröffnen.

  • Betriebe sollen älteren Beschäftigten, die arbeitsfähig und motiviert sind, weiterhin eine Berufstätigkeit ermöglichen können. Dies sei ein wichtiger Baustein zur Erhöhung des gesamten Arbeitsvolumens in Deutschland.
  • Als konkretes Instrument nennt Reiche die sogenannte Aktivrente. Mit diesem Modell soll Arbeitnehmern die Weiterbeschäftigung über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus erleichtert werden.

Die Ministerin setzt damit auf eine doppelte Strategie: Einerseits will sie Frühverrentungen eindämmen, andererseits sollen Menschen länger im Erwerbsleben gehalten werden. Durch beide Maßnahmen soll die Gesamtarbeitszeit in der deutschen Volkswirtschaft steigen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

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