Donald Trump: Katastrophale Iran-Mission - US-Beamte warnen vor "schlechter Idee"

Donald Trump plant eine neue Mission im Iran. Hochrangige Beamte seiner eigenen Regierung halten den Plan für eine "katastrophal schlechte Idee". Mitarbeiter versuchen, den US-Präsidenten von dieser Idee abzubringen.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump will offenbar eine Mission starten, um das angereicherte Uran im Iran sicherzustellen.  (Foto) Suche
Donald Trump will offenbar eine Mission starten, um das angereicherte Uran im Iran sicherzustellen.  Bild: picture alliance/dpa/AP | Matt Rourke
  • Iran-Krieg: Donald Trump will eine Mission starten, um das angereicherte Uran zu beschlagnahmen
  • US-Beamte seiner Regierung warnen vor riskanten Folgen der Idee
  • Sie wollen den US-Präsidenten von dem Plan abbbringen

Die US-Regierung konnte ihre gesetzten Ziele im Iran bislang nicht erfüllen. Trump hatte Ende Februar unmittelbar nach der Autorisierung von Angriffen auf den Iran einen Regimewechsel gefordert. Obwohl er behauptet, dieses Ziel erreicht zu haben, weisen Experten diese Darstellung weitgehend zurück. Laut einem aktuellen Medienbericht hegt Donald Trump offenbar einen neuen Plan im Iran. Der US-Präsident steht offenbar kurz davor, eine riskante Militärmission zur Beschlagnahmung von Irans angereichertem Uran zu genehmigen. Das berichtete das Nachrichtenportal "Zeteo" am Samstag (16. Mai).

Iran-Krieg: US-Beamte warnen vor Donald Trumps Mission

Zahlreiche Beamte auf Minister- und Führungsebene der Trump-Regierung betrachten die geplante Mission als "katastrophal schlechte Idee". Laut "Zeteo" lässt sich kaum ein einflussreicher Regierungsvertreter finden, der das Vorhaben in vertraulichen Gesprächen für sinnvoll hält.

Mitarbeiter versuchen Trump von riskanter Idee abzubringen

Einige dieser hochrangigen Mitarbeiter versuchen demnach, den Präsidenten behutsam von dem Plan abzubringen. Sie verweisen auf die hohe Wahrscheinlichkeit, dass US-Soldaten bei einer solchen gefährlichen Mission getötet, gefangen genommen oder verwundet werden könnten. Zusätzlich warnen sie vor logistischen und politischen Albträumen, die mit einem derartigen Einsatzbefehl einhergehen würden.

Trump hat unrealistische Vorstellungen

Ein US-Regierungsbeamter äußerte sich gegenüber "Zeteo" anonym und kritisierte dabei Trumps völlig unrealistische Vorstellung von der geplanten Operation. Der Präsident unterschätze die praktischen Anforderungen eines solchen Einsatzes massiv. "Es gibt eine Menge davon und es ist verdammt schwer", erklärte der Beamte. "Das ist nicht der Seal-Team-6-Film (Spezialeinheit der US-Navy für Terrorismusbekämpfung und Befreiung von Geiseln, Anm. d. Red.), den Donald Trump in seinem Kopf hat."

Uran-Beschlagnahmung für Trump eine PR-Aktion

In einem bemerkenswerten Eingeständnis gab Trump vergangene Woche gegenüber Fox-News-Moderator Sean Hannity zu, dass die Beschlagnahmung des iranischen Urans "mehr der Öffentlichkeitsarbeit als irgendetwas anderem" diene.

Das iranische Atomprogramm und dessen Beständevon rund 440 Kilogramm Uran, das auf 60 Prozent angereichert wurde und bei Weiterverarbeitung zum Bau mehrerer Atomwaffen dienen könnte, sind ein zentrales Streitthema zwischen den USA und dem Iran. In einem Interview des Radiosenders 77 WABC äußerte sich Trump dazu: Auf die Frage, ob er überzeugt sei, den Iran davon abhalten zu können, Uran anzureichern und dafür zu sorgen, dass Teheran niemals eine Atomwaffe bekomme, sagte Trump: "Zu 100 Prozent. Sie werden damit aufhören". Der US-Präsident bekräftigte zudem, dass man die hochangereicherten Uranvorräte Teherans bekommen werde. Auf welchem Weg ließ er dabei offen.

Weitere News rund um Donald Trump:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.